Spielen für die Wissenschaft
Kunst-Suchmaschine wird mithilfe der User weiterentwickelt
Mehr zu: Künstlerische Fächer, Nachschlagewerke, Sonderthemen(red/idw) Wer sein Auge für die Kunst schärfen möchte, hat dazu jetzt auf der Spieleplattform ARTigo Gelegenheit - und hilft auch noch der Wissenschaft. Weiterentwickelt werden soll nämlich so eine komfortable Kunst-Suchmaschine, mit der auch Kunstlaien das finden sollen, was sie suchen.
Das Prinzip ist einfach: Die von Kunsthistorikern, Informatikern, Computer-Linguisten und Linguisten der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München konzipierten Spiele ARTigo und Memoria sammeln Schlagworte, die von Nutzern spontan beim Betrachten eines Kunstwerkes eingegeben werden. Zwei einander unbekannte Spieler werden jeweils zusammengeschaltet, um relevante Begriffe selektieren zu können: Ein Schlagwort wird nur dann in die Datenbank übernommen, wenn es unabhängig von beiden Nutzern genannt wird, die im Falle eines gemeinsamen Treffers Punkte erhalten. "Gerade für Kunstinteressierte bietet ARTigo eine gute Möglichkeit, ihr Wissen über Bilder, Künstler, Stile und Epochen spielerisch zu erweitern", sagt der LMU-Kunsthistoriker und Projektleiter Professor Hubertus Kohle. "Wir aber profitieren von der Fantasie der Spieler und einer beständig anwachsenden Sammlung an Schlagworten."
Ziel des Projektes ist es, Kunstwerke wie Gemälde, Zeichnungen und Statuen auch einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. "Die Nutzer sollen Werke im Netz aufspüren können, etwa auch wenn sie nur thematisch suchen wollen", sagt der LMU-Informatiker Professor François Bry, der maßgeblich an der Entwicklung der Kunst-Suchmaschine beteiligt war, auf der das Projekt ARTigo basiert. "Die Schlagworte werden künftig auch unspezifische Suchen erleichtern – selbst wenn weder Titel noch Künstler des Werkes bekannt sind." Schon jetzt bietet ARTigo eine Sammlung von über 20.000 Kunstwerken. Die Forscher arbeiten dabei auch eng mit mehreren Museen zusammen, die ihren Kunstbestand in die Datenbank eintragen und so ihre Bestände einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren können.
Realisiert wurde die Kunst-Suchmaschine, die das Wissen von Computer-Spielern nutzt, vom Institut für Kunstgeschichte sowie von der IT-Gruppe Geisteswissenschaften (ITG), dem Institut für Informatik (IfI) und dem Centrum für Sprachverarbeitung (CIS) der LMU. Die Spieleplattform ARTigo wurde im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojektes play4science konzipiert, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Am Forschungsprojekt play4science beteiligen sich neben Kunsthistorikern und Informatikern auch Computer-Linguisten und Linguisten. Weitere Spieleplattformen für die Gewinnung von Daten für die Linguistik werden konzipiert.
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