Schulstunden sind langweilig und freudlos
Hirnforscher untersuchen sächsische Schüler
Mehr zu: Ganztagsschule, Individuelle Förderung, Sachsen, Unterrichtsgestaltung, Schule(dpa) – Ulmer Hirnforscher haben dem Unterricht an sächsischen Schulen ein wenig schmeichelhaftes Zeugnis ausgestellt. Eine Studie zum Lernverhalten der Schüler kommt zu dem Ergebnis, dass sie die Schulstunden als langweilig und freudlos erleben. Außerdem gibt es zu wenig Sport. Dabei seien Eigenständigkeit, Freude, soziale Einbindung und körperliche Bewegung für gutes Lernen ungemein wichtig, sagte Hirnforscher Manfred Spitzer von der Universität Ulm bei der Vorstellung der Untersuchung am 30. Mai in Chemnitz.
Von Anfang 2009 an wurden zwei Jahre lang 957 Schüler im Alter von drei bis zwölf Jahren befragt, beobachtet, gefilmt und bei ihnen zum Teil die Herzfrequenz gemessen. Die Studie ist Teil des Projektes "Fokus Kind", mit der die Landesregierung das Lernverhalten der Jungen und Mädchen untersucht. In der Phase A des Projektes waren auch Eltern, Lehrer und Erzieher einbezogen.
Die Studie hat laut Spitzer gezeigt: Im Kindergarten und in der Grundschule sind Jungen und Mädchen zumeist noch mit Eifer bei der Sache. Aber in Mittelschule und Gymnasium gehe der Spaß am Lernen verloren. "Die Langeweile nimmt von Schuljahr zu Schuljahr zu. Dabei ist Freude am Lernen im Gymnasium ebenso wichtig wie im Kindergarten." Es fehle körperliche Bewegung. Die Kinder lernten vormittags sehr intensiv. Aber gerade dann sei deren körperliche Aktivität besonders gering.
Aus Sicht Spitzers sind zunächst die Lehrer persönlich gefordert – aber nicht nur sie. "Die Lehrer können es. Das zeigen sie in den Ganztagsschulen am Nachmittag." Aber manchmal sei vielleicht der Leistungsdruck zu hoch. Spitzer plädierte für kleine Schulen. "Unserer Vermutungen haben sich durch die Studie bestätigt", sagte Kultusminister Roland Wöller (CDU). In einer Projektphase B solle versucht werden, die Erkenntnisse der Studie praktisch umzusetzen. Bis Ende 2012 sollen Modelle und entwickelt und erprobt werden, die den Schulalltag interessanter und gesünder machen.
Eva-Maria Mester (dpa-Dossier Bildung Forschung 23/06.06.2011)
© 2009 dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH.
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Das ist natürlich sehr interessant, aber ich denke, um auf dieses Ergebnis zu kommen, muss man die Schüler nur einmal wahrnehmen. Mehr als 40 % aller Kinder geht mit Angst in die Schule, einer großer Teil sitzt demotiviert und gelangweilt im Unterricht herum und ein ganz kleiner Teil schafft es, sich trotz der widrigen Bedingungen zu begeistern.
Natürlich muss sich von Seiten der Schule/Lehrer etwas ändern- auch sie sind ja Opfer eines langweiligen und freudlosen Unterrichts- deswegen sind das langfristige Prozesse.
Was sich ganz sicher ändern muss: Schule ist kein Konsumtempel- die Kids brauchen Strategien, Lerntechniken und Haltungen, die sie ermuntern, Wissen selbst zu entdecken und sich anzueignen.
Wer das kann, für den ist es nicht mehr wichtig, wie interessant der Lehrer den Unterricht gestaltet- denn er motiviert sich selbst und belehrt sich selbst. Das ist eine unglaublich spannende Herangehensweise- die Kinder brauchen nur die entsprechenden Techniken und Ermutigung!
Wir wohnen mit unseren Kindern in Kanada. Auch hier gibt es Schulprobleme. Doch hier ist es auch moeglich, die Kinder ihren Interessen entsprechend lernen zu lassen. Schule muss nicht immer ein Schulgebaeude mit Tischen, Stuehlen, Tafel sein. Schule kann ueberall sein. Ich kenne inzwischen viele Kinder, die wirklich Spass an Lernen und Schule haben.
Wieder einmal ein interessantes Thema beim bildungsklick.
@Schule-sorglos; ich sehe es schon als wichtig an das Lehrer ihren Unterricht gestalten sollten, so dass die Schüler auch eine dynamische Motivation während des Unterrichts erfahren.
Aus eigener Erfahrung ist dieses Problem auch nicht nur in den Schulen bei den Kindern zu beobachten, sondern das Gleiche gilt auch für das Studium oder die berufliche Aus- und Weiterbildung.
Es ist daher auch ein Problem, was bereits in der Ausbildung von Lehrern, Trainern oder Dozenten liegt.
Einen weiteren Punkt sehe ich in der Bereitstellung und Nutzung von Bildungsunterlagen bzw. -materialien. Zum großen Teil sind die Schüler im Umgang mit neuer Technik und Medien schneller und offener, als es von der Lehrerschaft gewünscht ist.
Schule
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