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Deutsche Schulpreis

Die beste Schule: Eine Gesamtschule

Mehr zu: Auszeichnungen, Deutscher Schulpreis, Heterogenität, Schule
10.06.2011 -

(red/pm) Die Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule aus Göttingen gewinnt den mit 100.000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis 2011. Die Auszeichnung überreichte Bundespräsident Christian Wulff heute in der St. Elisabeth-Kirche in Berlin. Vier weitere Preise in Höhe von je 25.000 Euro erhalten das Johann-Schöner-Gymnasium in Karlstadt, die Marktschule Bremerhaven, die Gemeinschaftsgrundschule Hackenberg in Remscheid und die Ganztagsschule Johannes Gutenberg in Wolmirstedt. Der mit 15.000 Euro dotierte "Preis der Jury" geht an das Genoveva-Gymnasium in Köln; der ebenfalls mit 15.000 Euro dotierte "Preis der Akademie" an die Heinz-Brandt-Schule in Berlin.

Bundespräsident Christian Wulff: "In den Schulen werden die Grundlagen für die Zukunft unseres Landes gelegt. Deshalb ist es so wichtig, dass exzellente Unterrichtskonzepte wie die der Preisträgerschulen Schule machen und von hervorragenden Lehrern umgesetzt werden. Dazu müssen sich die Besten eines jeden Jahrgangs für den Lehrerberuf interessieren. Das schaffen wir nur, wenn Lehrer wieder die Anerkennung erhalten, die ihnen gebührt."

Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung: "Tolle Schulen gibt es überall in Deutschland. Mit dem Deutschen Schulpreis machen wir die besten Schulen sichtbar, damit sich andere an ihnen ein Beispiel nehmen können. Mit der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule aus Göttingen zeichnen wir in diesem Jahr eine Gesamtschule aus, die sich bereits vor 40 Jahren aufgemacht hat, ihre Vorstellungen von einer guten weiterführenden Schule für alle Kinder zu entwickeln und umzusetzen. Ich gratuliere der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule und den anderen Preisträgerschulen zu ihrer Auszeichnung."

Der Hautpreisträger, die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule, ist eine Ganztagsschule mit hohem Leistungsanspruch, auch wenn es bis zur achten Klasse keine Noten gibt und von der fünften bis zur zehnten Klasse Haupt- und Realschüler gemeinsam mit Gymnasiasten lernen. "So einen Unterricht habe ich noch nicht erlebt", sagt Hans Anand Pant, Direktor des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) und Mitglied der Schulpreis-Jury. "Die Schule setzt durchgängig auf Teamstrukturen mit größtmöglicher Eigenverantwortung. Im kleinsten Team, in einer bewusst heterogen zusammengesetzten Tischgruppe, die über einen langen Zeitraum miteinander lernt, übernehmen Schülerinnen und Schüler die Verantwortung für das eigene Lernen und Handeln, aber auch für das Weiterkommen der anderen." Vieles, was diese Schule modellhaft macht, um das Lernen von Kindern zu fördern, kann nach Ansicht der Jury in allen Schulen Deutschlands Anwendung finden.

Für den größten und mit 230.000 Euro höchst dotierten deutschen Schulwettbewerb bewarben sich 119 Schulen. In einem mehrstufigen Verfahren hatte die Jury zunächst 20 Schulen ausgewählt, die im Januar und Februar von Juryteams vor Ort besucht und geprüft wurden. 15 Schulen wurden nominiert.

Die Preisträger wurden von einer hochrangig besetzten Fachjury ermittelt; der Jury gehören Schulpraktiker, Wissenschaftler sowie Vertreter des staatlichen und privaten Schulwesens an. Grundlage des Deutschen Schulpreises ist ein umfassendes Bildungsverständnis. Dabei orientiert sich die Jury an sechs Qualitätsbereichen: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution. Alle Preisträgerschulen zeichnen sich durch hervorragende Leistungen in allen sechs Bereichen aus.

Bei der Preisverleihung des Deutschen Schulpreises 2011 wurden insgesamt sieben Schulen ausgezeichnet. Der "Preis der Jury" würdigt eine Schule, die unter ungewöhnlichen, oft ungünstigen Bedingungen Hervorragendes leistet. Der "Preis der Akademie" ehrt eine Schule, die auf einem besonderen Gebiet Außergewöhnliches vollbringt. Um die Innovationskraft der Preisträger für die Schulentwicklung in Deutschland zu nutzen, gehören die ausgezeichneten Schulen für fünf Jahre der Akademie des Deutschen Schulpreises an.

Unter dem Motto "Dem Lernen Flügel verleihen" zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung in Zusammenarbeit mit dem stern und der ARD zum fünften Mal die besten Schulen Deutschlands mit dem Deutschen Schulpreis aus. Es sind Schulen, die sich den Herausforderungen der Zeit stellen, die mit neuen Konzepten und erfolgreicher Praxis begeistern, Lernfreude wecken, Perspektiven geben und Schule zu neuem Leben erwecken.

2006 nahm sich der Deutsche Schulpreis zum Ziel, gute Schulen zu suchen, zu finden und der Öffentlichkeit vorzustellen. Im Rahmen einer aktuellen Evaluation (Univation) wurden 120 ausgewählte Schulexperten zum Deutschen Schulpreis befragt: 90% der Befragten sind die Ziele des Deutschen Schulpreises bekannt. Sie sehen die Preisträgerschulen als reale Vorbilder für andere Schulen. 70% kennen mindestens eine der Preisträgerschulen durch den Deutschen Schulpreis. Eine von der Robert Bosch Stiftung in Auftrag gegebene Forsa-Studie zeigt zudem, dass die Kriterien des Deutschen Schulpreises auch in der Bevölkerung als Merkmale guter Schulen gelten: Rund drei Viertel der Befragten erachten ein gutes Schulklima (Schulleben), eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Schule (Schule als lernende Institution) und einen Unterricht, in dem jedes einzelne Kind individuell gefördert wird (Umgang mit Vielfalt) als sehr wichtige Kriterien für eine gute Schule.

Die Ausschreibung für den Deutschen Schulpreis 2012 beginnt heute. Zur Bewerbung eingeladen sind alle allgemeinbildenden Schulen in Deutschland, auch berufliche Schulen mit entsprechender Ausrichtung. Einsendeschluss ist der 30. September 2011.

www.deutscher-schulpreis.de

1 Kommentar (es gelten unsere Kommentarregeln)
von RS, am 12.06.2011, 22:08

Neu ist das alles nicht, was da die Lichtenbergschule macht.Freie Schulen besonders Waldorfschule kennen schon seit 90 Jahren, den geminsamen Unterricht unterschiedlicher Begabung und auch keine Noten. Die Waldorfschulen wurden ständig abqualifiziert und belächelt. Jetzt führt eine staatliche Schule den Nachweis, das sowas funktioniert. Schon seit Jahren schreiben staatliche Schulen ihre "neuen" Ideen bei anderen ab und verkaufen sie als bahnbrechende Neuentwicklungen. Da sei nur der Fremdsprachenunterricht ab der ersten Klasse genannt oder Projektuntericht, der bei Waldorf Epochenunterricht heißt.

RS


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