Mit STICs die Lern- und Lehrprozesse in der heutigen Wissensgesellschaft fördern
Interview mit Dr. Marianne Janik, Senior Director Public Sector und Mitglied der Geschäftsleitung Microsoft Deutschland GmbH anlässlich der Eröffnung des ersten deutschen Microsoft School Technology Innovation Center
Mehr zu: Ausstattung, E-Learning, Fachkräftebedarf, Interviews, Lehrerbildung, Lernmittel, MINT-Fächer, WeiterbildungMedienkompetenz gehört inzwischen zu einer unverzichtbaren Schlüsselqualifikation. Das gilt vor allem für Schüler - aber natürlich auch für ihre Lehrkräfte. Die jedoch sind noch ohne Whiteboard und Netbook, ohne Twitter und Facebook groß geworden und müssen sich diese Kompetenzen gezielt aneignen. Um Lehrer technisch und mediendidaktisch auf den neuesten Stand zu bringen, sollten alle Länder Fortbildungsmodule anbieten, hat kürzlich erst BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer gefordert. Aber auch die Wirtschaft, insbesondere die IT-Unternehmen sehen sich in die Pflicht genommen. Microsoft will jetzt mit den STICs dieser Aufgabe nachkommen. Was dahinter steckt, erklärt Dr. Marianne Janik, Mitglied der Geschäftsleitung Microsoft Deutschland, im Interview mit bildungsklick.de.
Frau Dr. Janik, in Köln eröffnet Microsoft jetzt das vierte School Technology Innovation Centers (STICs) innerhalb Europas. Was sind das, STICs?
Dr. Marianne Janik: Microsoft hat in etlichen Städten der Welt so genannte School Technology Innovation Centers, kurz STICs, eingerichtet, die das Ziel verfolgen, zukunftsweisende IT-Lösungen für den Bildungsbereich zu entwickeln und zu präsentieren. STICs sind Orte zum Austausch von Best-Practice-Projekten zur Entwicklung und Erprobung aktueller IT-Technologien in Unterricht, Lehre und Verwaltung. Jedes STIC setzt eigene thematische Schwerpunkte und ist unterschiedlich ausgestattet. Grundsätzlich möchte Microsoft mit den STICs jedoch seinen Teil zu einen erfolgreichen Lern- und Lehrprozess in der heutigen Wissensgesellschaft beitragen.
Warum in Deutschland - ist hier der Bedarf besonders groß?
Dr. Marianne Janik: Aktuelle Studien, wie z.B. vom Branchenverband BITKOM belegen, dass die große Mehrheit der deutschen Lehrer und Schüler mit digitalen Medien arbeiten bzw. lernen möchte. Leider sieht der schulische Alltag aber noch anders aus: Neben einer unzureichenden Infrastruktur und Ausrüstung mit Hard- und Software fehlen vor allem didaktische Konzepte für die effektive Nutzung von digitalen Medien im Unterricht. Eine Entwicklung, die sich der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht leisten kann. Angesichts aktueller Debatten zum Fachkräftemangel zahlen sich IT-Kompetenzen bei Schülern und Jugendlichen in vielfacher Hinsicht aus. Einerseits profitieren Unternehmen von einer höheren Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer. 75 Prozent der Arbeitsproduktivität sind auf IT zurückzuführen. Andererseits stellt IT-Kompetenz auch eine wichtige Schlüsselqualifikation für jeden Einzelnen dar. Mehr als 60 Prozent aller Deutschen arbeiten beruflich mit PC und Internet.
Welche Erfahrungen liegen aus den bisherigen Zentren vor?
Dr. Marianne Janik: Wir verzeichnen an allen Standorten ein hohes Interesse. Es hat sich gezeigt, dass Innovationszentren wie das STIC als Ort der Diskussion und des Austausches von Praxisbeispielen sowohl bei Politik, Wirtschaft und Lehre geschätzt werden. Auf anschauliche Weise werden so Wissenslücken bei Lehrern und Entscheidern in Lehre und Forschung hinsichtlich des Einsatzes von IT im Unterricht geschlossen und neue innovative Ideen entwickelt.
Was erwartet die Interessenten in Köln?
Dr. Marianne Janik: Neben einigen speziell für den Bildungsbereich konzipierten und gemeinsam mit Partnern entwickelten pädagogischen und administrativen Exponaten werden im Kölner STIC zielgruppenspezifische Präsentationen angeboten, die den Einsatz von IT im Lehr- und Lernprozess unterstützen und Lösungen zeigen, die sich bereits in der Praxis bewährt haben. Z.B. Wie sehen effiziente Lerninseln aus? Was benötige ich für die Integration eines Whiteboards in IT-gestützten Unterricht? Wie kann ich die Kommunikation von Schülern, Eltern, Lehrern, Ausbildern und Institutionen verbessern? Wie kann man Medienkompetenz fördern?
Wo sehen Sie in Bezug auf elektronische Lehrmittel den größten Informations- oder gar Nachholbedarf der Lehrer in Deutschland?
Dr. Marianne Janik: Der Umgang mit Internet, Facebook & Co. gehört heute zum Alltag der Schüler. Hierzu bedarf es einem verantwortungsvollen Umgang mit den digitalen Medien und die Vermittlung von Medienkompetenz. Lehrer und übrigens auch Eltern müssen sich der Geschwindigkeit unserer Kinder anpassen und entsprechende Kompetenzen vermitteln. Oftmals fehlt es an konkretem Wissen, wie der Einsatz von IT sinnvoll in den Unterricht eingebaut werden kann. Hier setzt Microsoft an und unterstützt mit seinen zahlreichen Initiativen wie z.B. dem Partners in Learning Netzwerk, einer Plattform über die sich Lehrer untereinander austauschen können und die ihnen u.a. kostenfrei zahlreiche Handreichungen und Projektideen für einen mediengestützten Unterricht anbietet.
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