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Forderung der Verbände

Mathe-Ausbildung in Schule und Uni verbessern

Mehr zu: Mathematik, MINT-Fächer, Studienwahl, Sonderthemen
05.07.2011 -

(red/idw) Die Hochschulen klagen, dass die mathematischen Grundkenntnisse der Studienanfänger den Anforderungen vieler Studiengänge kaum genügen. Die Bildungsministerien der Länder bemängeln zu hohe Abbrecherquoten in den MINT- Studiengängen. Und Industrie und Wirtschaft beschweren sich über unzureichende Mathematik-Kenntnisse vieler Hochschulabgänger.

Deshalb sei es sei dringend nötig, dass die Bildung in Mathematik an Schulen und Hochschulen besser aufeinander abgestimmt werde, mahnen jetzt die drei größten Mathematik-Fachverbände in Deutschland. Schülerinnen und Schüler auf Gymnasien hätten heute in den meisten Bundesländern weniger Mathematikunterricht, als nur wenige Jahre zuvor. Grund dafür sei die Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre und die Reduzierung der Stundenzahl in Leistungskursen von fünf auf vier Wochenstunden in vielen Bundesländern. Hinzu kommt in manchen Ländern, dass in der Oberstufe die Trennung in grundlegendes und erhöhtes Niveau (früher GK und LK) aufgegeben wurde, was eine Förderung der leistungsstarken Schülerinnen und Schüler erschwere. Ausgerechnet Länder mit Vorbildfunktion wie Bayern und Baden-Württemberg hätten diesen Schritt bereits vollzogen und die Verbände befürchten, dass andere Bundesländer nachziehen.

Die drei Fachverbände - Mathematiker-Vereinigung (DMV), die Gesellschaft für Didaktik der Mathematik (GDM) und der Deutsche Verein zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts (MNU) - wollen sich künftig gemeinsam dafür einsetzen, den Übergang von der Schule an die Hochschule im Fach Mathematik zu verbessern.

Ab sofort soll eine gemeinsame Kommission die Aktivitäten und die Expertise zu aktuellen Fragen mathematischer Bildung am Übergang Schule-Hochschule bündeln. Die Kommission soll die Expertise sowohl innerhalb der Verbände als auch nach außen kommunizieren und als Ansprechpartner für die Bildungsadministration fungieren.

Bei der inhaltlichen Arbeit soll es darum gehen, Standards für den Unterricht und die Prüfungen an den Schulen zu entwickeln. Mathematische Inhalts- und Kompetenzkataloge für die Allgemeine Hochschulreife und einheitliche Regelungen für zentrale Abiturprüfungen, auch bezüglich des Einsatzes digitaler Medien, sollen erarbeitet und mit den Ländern abgestimmt werden.

Eine wichtige Aufgabe der Kommission besteht zunächst darin, eine Kommunikationsstruktur für Vertreter aus Bildungsadministration, Schule und Hochschule aufzubauen und auch weitere Fachverbände für das Vorhaben zu gewinnen. Ziel ist es, den Informationsaustausch zwischen Schulen, Hochschulen und Ministerien über die curricularen und die allgemeinen Lernbedingungen an der Schule sowie über die Studienanforderungen und Studienbedingungen an den Hochschulen deutlich zu verbessern. Zum Sprecher der Kommission wurde Wolfram Koepf gewählt. Er ist Mathematik-Professor an der Universität Kassel und Präsidiumsmitglied der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV). Seine Stellvertreter sind Prof. Gilbert Greefrath (GDM) und Hans-Jürgen Elschenbroich (MNU). Die Geschäftsstelle der Kommission ist am DMV-Netzwerkbüro Schule – Hochschule in Berlin verortet.

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