Das Schulangebot in den Bundesländern
Mehr zu: Föderalismus, Hauptschule, Schulentwicklung, Schulstruktur, Schulwahl, Schule(dpa) – Das Schulsystem in Deutschland ist ein föderaler Flikkenteppich. Fast jedes Bundesland geht seinen eigenen Weg.
BADEN-WÜRTTEMBERG: Nach der Grundschule folgt die Hauptschule, die Realschule oder das Gymnasium (G8). Neu ist die Werkrealschule (Abschluss nach 10 Jahren). Realschul-Abgänger mit mittlerer Reife und Gymnasiasten nach der 10. Klasse können in 3 Jahren auf einem beruflichen Gymnasium das Abitur machen.
BAYERN: Auf 4 Jahre Grundschule folgen Gymnasium, Realschule oder Haupt-/Mittelschule. Letztere führt bis zur 9. Klasse, für leistungsstärkere Schüler auch bis zur 10. Klasse. Die Realschule führt bis zur 10. Klasse. Das Abitur kann am Gymnasium (G8) oder einer Beruflichen Oberschule (G9) gemacht werden.
BERLIN: Es gibt nur noch zwei Oberschulen: Die neu eingeführte integrierte Sekundarschule, die den Mittleren Schulabschluss und das Abitur nach 13 Jahren bietet. Daneben steht das Gymnasium, das in 12 Jahren zum Abitur führt. Als Pilotprojekt kommen bald Gemeinschaftsschulen, in denen bis Klasse 10 gemeinsam gelernt wird.
BRANDENBURG: Auf die Primarstufe (bis Klasse 6) folgen Gesamtschule, Oberschule oder das Gymnasium. An Gesamtschule und Oberschule kann das Abi nach 13 Jahren erworben werden, am Gymnasium nach 12 Jahren.
BREMEN: Die Oberschule führt nach 10 Jahren zum mittleren Abschluss und nach 13 Schuljahren zum Abitur. Daneben gibt es Gymnasien mit der Hochschulreife nach 12 Schuljahren.
HAMBURG: Es gibt zwei weiterführende Schulen, die Stadtteilschule und das Gymnasium. Die Stadtteilschule bietet das Abitur nach 13 Jahren sowie den 1. und 2. Bildungsabschluss (vergleichbar mit Haupt- und Realschulabschluss). An Gymnasien gibt es das Abitur nach 12 Schuljahren.
HESSEN: Auf 4 Jahre Grundschule folgen Gymnasium, Realschule, Hauptschule, Integrierte Gesamtschule oder Kooperative Gesamtschule. Die neue Mittelstufenschule fasst Haupt- und Realschule zusammen. Beim Abitur ist G8 die Regel, für Schüler von Oberstufengymnasien oder Kooperativen Gesamtschulen kann der Weg 9 Jahre dauern.
MECKLENBURG-VORPOMMERN: Das System umfasst die Regionalschule, die mit der mittleren Reife nach Klasse 10 endet, und das Gymnasium mit dem Abitur nach 12 Schuljahren. Die Schulwege trennen sich mit Beginn der 7. Klasse. In Ausnahmefällen können Gymnasien Schüler schon ab Klasse 5 aufnehmen. Das Abitur kann auch an kooperativen Gesamtschulen abgelegt werden.
NIEDERSACHSEN: Neben der Hauptschule (bis Klasse 9) und der Realschule (bis Klasse 10) steht die neue Oberschule, die bis zur 10. Klasse führt. Sie soll langfristig die Haupt- und Realschulen ersetzen. Das Abitur kann am Gymnasium (12 Schuljahre), an Gesamtschulen oder an Berufsbildenden Gymnasien gemacht werden.
NORDRHEIN-WESTFALEN: Neben Haupt- und Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen tritt künftig die Sekundarschule. Von dort können die Schüler nach der 10. Klasse zum Gymnasium, zur Gesamtschule oder zum Berufskolleg wechseln, um das Abitur zu machen.
RHEINLAND-PFALZ: Von 2013 an wird das Schulsystem umgestellt: Nach der Grundschule folgen Gymnasium, Realschule Plus (bis Stufe 10) oder Integrierte Gesamtschule (bis Stufe 13). Gymnasien gibt es bis Stufe 12 oder 13. An der Realschule Plus sind Hauptschulabschluss und mittlere Reife möglich.
SAARLAND: Ab Sommer 2012 gibt es im Saarland nach der Grundschule die Gemeinschaftsschule (5 bis 13) oder das Gymnasium (5 bis 12). An der Gemeinschaftsschule können Schüler den Hauptschulabschluss, die Mittlere Reife und das Abitur machen.
SACHSEN: Nach der Grundschule (Klassen 1 bis 4) kann an der Mittelschule am Ende der Klasse 9 der Hauptschulabschluss und am Ende der Klasse 10 der Realschulabschluss erworben werden. Das Abitur ist nur am Gymnasium (12 Jahre) möglich.
SACHSEN-ANHALT: Nach 4 Jahren Grundschule wechseln die Schüler zur Sekundarschule, zur Gesamtschule oder an das Gymnasium (Abitur nach 12 Jahren). An der Gesamtschule sind Hauptschulabschluss nach 9, Realschulabschluss nach 10 und Abitur nach 13 Jahren möglich.
SCHLESWIG-HOLSTEIN: Nach der Grundschule führen Gemeinschaftsschulen die Jahrgänge 5 bis 10 zum Hauptschulabschluss, zum mittleren Abschluss oder zur gymnasialen Oberstufe. Regionalschulen ermöglichen Hauptschul- und Realschulabschluss. Abitur am Gymnasium gibt es nach 12 oder 13 Jahren.
THÜRINGEN: Nach der Grundschule schließen ab Klasse 5 Gymnasium und die Regelschule an, die Haupt- und Realschule in sich vereint. Das Gymnasium endet nach Klasse 12 mit dem Abitur.
Internet:
Übersicht Kultusministerkonferenz
(dpa-Dossier Bildung Forschung Nr. 30/2011, 25. Juli 2011)
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