Schavan kritisiert Hamburger "Grundschrift"-Modell
Mehr zu: Deutsch, Grundbildung, Grundschrift, Grundschule, Hamburg, Rabe, Schavan, Unterrichtsgestaltung, Schule(dpa) – An Hamburgs Schulen ist nach der gescheiterten Schulreform ein neuer Streit entbrannt: Schreibschrift oder Druckschrift lautet nun die Frage. Denn die Schulbehörde stellt den Grundschulen frei, ob sie die klassische Schönschrift noch unterrichten. Diese Neuerung zum soeben begonnenen Schuljahr in Hamburg stößt bei Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) auf Kritik. Sie sprach sich gegen die Einführung einer vereinfachten Grundschrift anstelle der bisherigen Schreibschrift aus.
"Gerade im Zeitalter von PC und iPad ist die Entwicklung einer persönlichen Schreibschrift etwas Kostbares", sagte Schavan der Zeitung "Bild am Sonntag" vom 14. August. Nicht gelten lassen will sie das Argument der Befürworter der Grundschrift, dadurch werde es für die Schüler einfacher schreiben zu lernen. "Kinder möchten gefordert werden, wollen eigene Wege erkunden. Gerade für Kinder ist nicht immer gut, was leicht fällt, sondern vor allem, was interessant ist."
An Hamburgs Grundschulen ist das Unterrichten der Schreibschrift von diesem Schuljahr an nicht mehr verpflichtend. Die Schulen können selbst entscheiden, ob die Abc-Schützen nur noch eine Druckschrift lernen oder wie bisher zusätzlich die Schreibschrift.
"Die Kinder müssen nicht mehr zwei Schriften erlernen, die sehr weit voneinander liegen", begründete Schulbehörden-Sprecher Peter Albrecht Ende Juni die Freigabe für die Schulen. Stattdessen könnten sie auch nur eine sogenannte Grundschrift einüben, eine spezielle Form der Druckschrift. CDU und FDP kritisierten den Schritt.
Der Grundschulverband hatte die Grundschrift entwickelt. Den Angaben zufolge kommen kleine Bögen an die Buchstaben, damit die Kinder diese später leichter verbinden können. "Die Grundschrift möchte Vorteile der Druck- und Schreibschrift vereinen, so dass das Erlernen von zwei Schriften in Klasse 1/2 überflüssig wird", heißt es auf der Internetseite des Grundschulverbandes.
Vom ersten Schreiben mit der Grundschrift aus entwickelten die Kinder individuell ihre persönliche Handschrift. Nach Angaben der Hamburger Schulbehörde wichen die Schulen in der Praxis schon länger von den Vorgaben zu Druckschrift und Schreibschrift ab. Der neue Bildungsplan sei keine Revolution, sagte Albrecht. Auch in anderen Bundesländern werde bereits mit der Grundschrift gearbeitet.
Die FDP kritisierte, der Bildungsplan schade der "Kulturtechnik des Schreibens", die lateinische Schreibschrift dürfe nicht ersetzt werde. Der Sprecher des Vereins "Wir wollen lernen", Walter Scheuerl, befürchtet, dass in Hamburg ein Durcheinander entstehen wird, wenn die Schreibschrift nicht mehr Pflicht ist.
CDU-Fraktionschef Dietrich Wersich forderte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) auf, die Abschaffung der Schreibschrift in den Grundschulen zu stoppen. "Es ist nicht gut, wenn die gemeinsame Basis der individuellen Handschrift der Beliebigkeit ausgesetzt wird", sagte er. Die neuen Bildungspläne seien von Schulsenator Ties Rabe (SPD) im Eilverfahren durch die Gremien gepeitscht worden. Der Schulbehörden-Sprecher betonte allerdings, das Vorhaben stamme noch aus der Zeit von Schwarz- Grün und sei mit leichten Änderungen übernommen worden. "Das stimmt so nicht, die Veränderungen sind massiv", widersprach CDU-Sprecherin Julia Wagner.
Internet:
- Grundschrift: dpaq.de/PSwQY
- Grundschulverband Hamburg: dpaq.de/Elnik
- Verein "Wir wollen lernen": dpaq.de/GUjay
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Es ist wirklich unerträglich zu sehen, was sich in Deutschlands Schulsystem an Experimenten, Reformen, Gegenreformen usw. findet. Ich bin es absolut leid - nach meiner Ansicht gehören alle Kultusministerien der Länder abgeschafft und ein einziges Kultusministerium des Bundes für die ganze Republik eingeführt. Das wäre mal eine Reform , die von den Bürgern gewünscht ist und die Sinn machen würde. Unsere Kinder haben ein Recht darauf, nach einem einheitlichen Bildungsstandard unterrichtet zu werden - und ich als Bürgerin fordere das von der Politik.
Danke.
Es ist wirklich unerträglich zu sehen, was sich in Deutschlands Schulsystem an Experimenten, Reformen, Gegenreformen usw. findet. Ich bin es absolut leid - nach meiner Ansicht gehören alle Kultusministerien der Länder abgeschafft und ein einziges Kultusministerium des Bundes für die ganze Republik eingeführt. Das wäre mal eine Reform , die von den Bürgern gewünscht ist und die Sinn machen würde. Unsere Kinder haben ein Recht darauf, nach einem einheitlichen Bildungsstandard unterrichtet zu werden - und ich als Bürgerin fordere das von der Politik.
Danke.
Unsere Kinder haben vor allem das Recht nach Neigungen und Anlagen gefördert zu werden und nicht ständig gesagt zu bekommen "Das ist zwar Quatsch, aber es ist prüfungsrelevant"
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