Abitur doch meist höherwertiger als Lehre
Mehr zu: Althusmann, Duale Ausbildung, Europa, Qualifikationsrahmen, Sonderthemen(dpa) – Das deutsche Abitur soll nach einem einstimmigen Beschluss der Kultusminister höher bewertet werden als die meisten Berufsabschlüsse. In einer achtstufigen Abschlussskala sollen die Allgemeine wie die Fachgebundene Hochschulreife künftig auf Stufe fünf rangieren, dreijährige Lehrabschlüsse dagegen nur auf Stufe vier, zweijährige Ausbildungen auf Stufe drei. Nur "anspruchsvolle" Berufsabschlüsse – gedacht ist dabei unter anderem an Gesundheitsberufe – sollen auf Stufe fünf dem Abitur gleichgestellt werden. In der Pressemitteilung der KMK war nur von "entsprechenden Berufsabschlüssen" die Rede.
Mit diesem Votum der Kultusministerkonferenz (KMK) vom 21. Oktober widersetzen sich die Länder geschlossen den Forderungen von Bundesregierung, Wirtschaft und Gewerkschaften, Abitur und Lehre gleichwertig auf Stufe vier einzuordnen. Hintergrund ist die Absicht der EU, künftig allen jungen Menschen einen Europäischen Bildungspass auszustellen. Er soll berufliche Mobilität in Europa erleichtern und gegenüber den Arbeitgebern den jeweils erreichten Bildungsstand mit Hilfe der Stufenskala dokumentieren. Unstrittig ist die Stufe zwei für den Hauptschulabschluss. Bachelor und Meisterbrief sollen gleichwertig auf Stufe sechs stehen. Der Masterabschluss oder das klassische Hochschuldiplom kommen auf Stufe sieben, die Promotion auf Stufe acht.
KMK-Präsident Bernd Althusmann (CDU/Niedersachsen) sagte, die Länder bestünden nach wie vor "auf der Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung". Mit der Einordnung sollten die "Besonderheiten des deutschen Bildungssystems" berücksichtigt werden. Die Kultusminister wollen die Tarifpartner zu ihrer nächsten Konferenz im Dezember einladen, um ihnen im Gespräch ihren Standpunkt zu erläutern.
Teilnehmer der Sitzung wiesen auf die besondere Bedeutung des deutschen Abiturs hin, mit dem gleichzeitig eine uneingeschränkte Studienberechtigung vergeben wird. In vielen Ländern der EU sind dagegen gesonderte Hochschuleingangsprüfungen vor dem Studium üblich.
Die achtstufige Skala soll einen "Deutschen Qualifikationsrahmen" (DQR) bilden, der dann in einen "Europäischen Qualifikationsrahmen" (EQR) übergeht. Mittlerweile haben neun Staaten in der EU eigene Qualifikationsrahmen in Kraft gesetzt.
Bisher haben die meisten Staaten Abitur oder ähnliche Schulprüfungen mit den Berufsbildungsabschlüssen auf Stufe vier gleichgestellt. Die Niederlande hat das Abitur auf Stufe fünf platziert, die Fachhochschulreife auf Stufe vier. Österreich und die Schweiz warten auf eine abschließende deutsche Regelung, tendierten aber in ähnliche Richtung wie die Kultusministerkonferenz.
Der "Deutsche Qualifikationsrahmen" soll bereits 2012 gültig sein. Dann soll auf jedem Zeugnis oder Berufsbildungsabschluss auch die jeweilige Stufe ausgewiesen werden.
(dpa-Dossier Bildung Forschung Nr. 43/2011, 24.10.2011)
© 2009 dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH.
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Akademiker halt. Die kennen nur ihre Welt.
Ich hab nun beides und kann sagen: das Abitur wird total überschätzt! Das kann man ja auf der rechten Backe absitzen
was diese Personen dort machen ist eine rein subjektive Bewertung - mehr nicht.
und was da passiert wird ein Schuss ins Knie, wobei ich es witzig finde: daran sieht man wie wenig Politiker selber mitdenken!
ein Abiturient der eine Ausbildung macht qualifiziert sich damit endültig und offiziell nicht weiter - obwohl selbe Politik immer Werbung für diese Ausbildungen macht - das sollte man sich sparen.
Die wird immer unattraktiver - weil man eben mit dieser nachher nicht mobil ist in vielen Berufen - der Kollege im Ausland ist sehr sehr oft ein Bachelor. Die Deutschen sind dann ja überall die schlechter Qualifizierten, wenn die da aufschlagen.
als Abiturient kann man im Ausland eh nicht damit arbeiten - als was denn? Das ist doch keine echte Qualifikation, sondern ein banaler Schulabschluss - von daher ist die Stufe 5 hier absolut nicht weiterführend.
und was in DE eine Ausbildung ist wird anderswo schon längst studiert - mein eigener Stufe 4 Beruf ist im Ausland IMMER ein Studium - weltweit -- ich werde damit durch den EQR zukünftig noch immobiler - denn das ist eh nicht vergleichbar - der wird anderswo nur tertiär angeboten und hier halt nicht - Realschulberufe - und von KMK werde alle Berufe auf Hauptschulniveau fixiert.
Apfel und Birne kann ich nicht vergleichen. Hier fehlt vielen doch nur dieses lächerlich-einfache Abitur --- anderswo kommt der Beruf erst nach der allgemeinbildenden sekundarstufe 2
die haben doch nur 3 Klassen übersprungen und gleich eine Ausbildung sekundar gemacht, die sie anderswo tertiär gemacht hätten. Die können damit nachher nirgends arbeiten --- sobald der Beruf im Ausland ein Bachelor ist ist das obsolet.
Bsp. Zahntechnik DE Handwerk Geselle - in vielen Ländern Bachelor. -- ich hätt ihn gleichwertig mit dem Zahntechniker im Ausland eingeschätzt und ihm die Stufe 6 gegeben - warum?
na weil denen nur das lächerlich einfache Abitur fehlte - die haben nur die Oberstufe übersprungen .. der Beruf dürfte weitgehend identisch sein und damit auch die Qualifikation. Außerdem wird das bei euch nicht als tertiär angeboten.
der Maßstab ist doch die Qualifikation und nicht die subjektive Meinung von Weltfremden.
aber was anderes hab ich hier auch nicht erwartet.
"anspruchsvolle Berufe" ist schon wieder eine rein subjektive Wertung -
wer hat da entschieden was nun wie anspruchsvoll ist und nach welchen Kriterien --
eine objektive Bewertung berücksichtigt die Dauer z.B. und hat unabhängig vom jeweiligen Fachgebiet zu sein
der Bachelor in Physik ist doch auch genauso ein Bachelor wie in Soziale Arbeit, obwohl das Niveau bei weitem darüber liegt --
oder hat man da auch angefangen, diese verschieden zu bewerten?
und so ist es eben mit anderen Ausbildungen auch -- das ist eine rein subjektive Wertung
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- Qualifikationsrahmen Bundesregierung und KMK uneins
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