"Die starke duale Berufsausbildung muss auf ein hohes europäisches Niveau"
KMK-Präsident Dr. Bernd Althusmann zu der aktuellen Auseinandersetzung
Mehr zu: Althusmann, Europa, Qualifikationsrahmen, Berufliche Bildung(red) Mit dem "Europäischen Qualifikationsrahmen" (EQR) will die EU die Bildungsabschlüsse in den Mitgliedstaaten vergleichbar machen. Neun Staaten haben bereits nationale Regelungen in Kraft gesetzt. Fast alle haben bisher Abitur und Lehre gleichwertig auf Stufe vier der achtstufigen Skala eingeordnet. In Deutschland steht die endgültige Entscheidung noch aus. Die Kultusminister wollen im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) das Abitur auf Stufe 5 und damit in der Regel höher einstufen als eine Berufsausbildung. Kammern, Verbände und Gewerkschaften hingegen plädieren vehement für eine Gleichstufung. Zum Stand der Diskussion äußerte sich der amtierende Präsident der Kultusministerkonferenz, Dr. Bernd Althusmann gegenüber bildungskick.de.
Herr Dr. Althusmann, wie sieht der weitere Fahrplan zum Deutschen Qualifikationsrahmen aus?
Dr. Bernd Althusmann: Es wird am 8. Dezember unter meiner Leitung ein Gespräch mit den Sozialpartnern, den Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften in Berlin geben, gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der KMK. Ich kann mir vorstellen, dass man sich verständigt. Klar muss aber sein, wir müssen versuchen unsere allgemeine Hochschulzugangsberechtigung und hoch qualifizierte Berufsabschlüsse gleichsam auf das höchstmögliche Niveau in Europa zu bekommen. Das ist nämlich der Beschluss der KMK: berufliche Ausbildung und allgemeine Hochschulzugangsberechtigung Stichwort Abitur auf das Kompetenzniveau 5 zu bringen und dann die Berufsausbildung auf drei Niveaustufen zu differenzieren. Gegebenenfalls wird es am Ende einen Kompromiss geben.
Sie gehen also von einer Einigung aus?
Dr. Bernd Althusmann: Einen worst case hoffe ich, wird es nicht geben. In Deutschland haben wir genügend vernünftige Menschen, sowohl aufseiten der KMK als auch aufseiten der Wirtschaftsvertreter, dass wir uns sicherlich verständigen werden. Klar muss aber sein, gerade die starke duale Berufsausbildung in Deutschland muss auf ein hohes europäisches Niveau. Wir dürfen uns nicht länger darüber beklagen, wenn wir nicht ausreichend mit dieser Ausbildung anerkannt werden, wenn uns das jetzt nicht gelingt.
Dieser Quatsch ist ein Schlag ins Gesicht für Alle Bachelorabsolventen! So wie die (nicht staatlichen) Verwaltungsakademien mittlerweile schon angefangen haben, in Kooperationen mit zweifelhaften Hochschulen Masterabschlüsse (für Leute die keinen Hochschulabschluss, ja meist nicht einmal Abitur beitzen) zu verteilen, so werden sämtliche nicht-staatlichen Hochschulen nachziehen und für gutes Geld selbige Abschlüsse für Leute mit abgeschlossener Berufsausbildung anbieten. Auf diesem Weg wird Bologna dann einfach gewissermaßen außer Kraft gesetzt und der Bachelor verliert auch das letzte Bischen Anerkennung.
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