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Bildungsfonds statt Solidaritätszuschlag

26.01.2012

(red/pm) Das Zitat ist inzwischen legendär. "Wer Musikschulen schließt, schadet der Inneren Sicherheit", hatte Otto Schily vor einigen Jahren als damaliger Bundesinnenminister betont. Auch auf dem Symposium "The Art of Music Education" der Körber-Stiftung in Hamburg unterstrich Schily noch einmal die wichtige Funktion von Musikerziehung für die menschliche und gesellschaftliche Entwicklung.

Schily zitierte dabei die Münchner Hochschullehrerin Ann-Kristin Achleitner, die für ein neues Menschenbild an den Unternehmen und in den Hochschulen plädiere. Der Ausbildung an den Business Schools liege oft ein opportunistisches Menschenbild zugrunde, das die junge Generation - so Achleitner - verformt habe. Mit dem Optimieren des eigenen Nutzens werde auch die Schädigung anderer Menschen in Kauf genommen. Dabei sei längst klar, so Schily weiter, dass im Konzept der sozialen Marktwirtschaft gerade die soziale Kompetenz der Unternehmensführung von herausragender Bedeutung sei. Und soziale Kompetenz setze voraus, dass junge Menschen in der Erziehung nicht opportunistisch verformt würden.

Im körperlichen und seelischen Entwicklungsprozess jedes Menschen spiele das Musikalische eine wichtige Rolle, meinte Schily. Das Ohr sei das erste Sinnesorgan, mit dem etwas wahrgenommen werde. Auch gehöre die Musik zu den elementaren Ausdrucksformen des Menschen, die ihm eine Kommunikation mit seinen Mitmenschen ermöglichen. Ein Erziehungsziel müsse daher sein, Kinder und Jugendliche mit dieser Kommunikationsform zu befähigen. Das habe große Auswirkungen auf eine ganzheitliche Ausbildung der Persönlichkeit.

Ob ernst gemeint oder nicht – Schily präsentierte schließlich einen interessanten Vorschlag: Die Politik solle den Solidaritätszuschlag in einen Bildungsfonds umwidmen. Aus diesem Budget von rund elf Milliarden Euro müsse die Musikerziehung dann ein gehöriges Stück erhalten.


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