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Arbeitsmarkt

OECD empfiehlt USA die duale Ausbildung

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02.07.2012 -

(dpa) – In puncto Dynamik und Erfindungsreichtum gelten die USA als Weltspitze – doch ohne erhebliche Investitionen in die Bildung junger Amerikaner könnte die größte Volkswirtschaft der Welt diesen Nimbus verlieren. Zu diesem Ergebnis kommt die OECD in ihrem jüngsten Bericht über die US-Ökonomie. "Die USA sind noch eine der innovativsten Ökonomien in der Welt, aber der Wettbewerb nimmt zu, und wir brauchen eine bessere Politik, um die USA in der Spitzenposition zu halten", sagte OECD-Vize-Generalsekretär Richard Boucher am 26. Juni in Washington bei der Präsentation des Berichts.

Längerfristig seien Reformen im Ausbildungswesen geboten, heißt es in einer am 26. Juni in Washington veröffentlichten OECD-Studie über die USÖkonomie. Im Kern geht es dabei darum, Schulabgänger und Hochschulabsolventen besser auf die Erfordernisse von Unternehmen vorzubereiten.

Dabei empfiehlt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD/Paris) den Amerikanern den Blick nach Deutschland und in die Schweiz mit seiner "Dualen Ausbildung".

Eine jahrelange Lehre mit begleitender Berufsschule und staatlich anerkannten Abschlüssen in Hunderten von Berufen gibt es in den USA so nicht, böte aber laut OECD große Vorteile: "Für viele Studenten könnte diese Praxisorientierung viel mehr bringen als Unterrichtsstoff ohne erkennbaren Bezug zu Dingen, von denen sie keine Ahnung haben oder die sie nicht interessieren."

Deutsche Firmen, die in den USA produzieren, haben die Idee des "Dualen Systems" bereits ins Land gebracht. So unterhalten Autobauer wie VW oder BMW Kooperationen mit den Schulen vor Ort, um neue Mitarbeiter nach ihren Bedürfnissen auszubilden. Beide Konzerne haben große Werke im Süden der Vereinigten Staaten hochgezogen, wo klassischerweise früher keine Autos gebaut wurden. Entsprechend groß war der Nachholbedarf bei der Qualifizierung von Mitarbeitern.

Ernüchternd fällt auch das Urteil über die Qualität der Schul- und Hochschulausbildung aus: "Gemessen am Bruttoinlandsprodukt, geben die USA viel mehr für Erziehung aus als die meisten anderen OECD-Länder", heißt es in dem Bericht. Dennoch schnitten 15-Jährige im internationalen Vergleich beim Lesen, Rechnen und in Naturwissenschaften bestenfalls knapp über dem Durchschnitt ab. "Die Vereinigten Staaten können sich kein Schulsystem mit solch mittelmäßigen Resultaten leisten, wenn sie ihren Rang unter den besten wissensbasierten Ökonomien behalten wollen."

Obwohl nach dem Ende der tiefen Rezession 2009 wieder Stellen geschaffen würden, rechnen die OECD-Experten auch für 2012 mit einer durchschnittlichen US-Arbeitslosenquote von etwas über acht Prozent – und für 2013 nur mit einem geringen Rückgang auf 7,6 Prozent. Eine solch hohe Arbeitslosigkeit über einen so langen Zeitraum hinweg habe es zuletzt während der "Großen Depression" (von 1929 an) gegeben, schreibt die OECD. Auch dürfte die Einkommenskluft zwischen Arm und Reich dürfte weiter wachsen. Kurzfristig fordert die OECD von Washington intensivere Maßnahmen zur Wiedereingliederung Arbeitsloser in das Erwerbsleben. Besonders große Sorge macht den Experten, dass immer mehr Amerikaner ohne Job immer länger nach einer neuen Stelle suchen müssen. Die OECD spricht von einem für US-Verhältnisse extrem ungewöhnlichen "dramatischen Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit". Rund 40 Prozent der Arbeitslosen seien länger als 27 Wochen ohne Job. Die OECD sieht einen besorgniserregenden Trend: "Obwohl die aktuelle Schwäche am USArbeitsmarkt überwiegend zyklischer Natur ist, besteht gleichwohl ein großes Risiko, dass sich die Langzeitarbeitslosigkeit zu chronischen Problemen auswachsen könnte.

Der Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS) begrüßte die Empfehlung der OECD an die USA. Mit einer dualen Berufsausbildung "werden kompetente Facharbeiter ausgebildet, die theoretisch und praktisch gerade auch im internationalen Vergleich Spitze sind", erklärte der BLBS-Bundesvorsitzende Berthold Gehlert am 28. Juni in Berlin.

(dpa-Dossier Bildung Forschung Nr. 27/2012 vom 02. Juli 2012)


© 2009 dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH.
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1 Kommentar (es gelten unsere Kommentarregeln)
von TertiärerBildungsgang, am 23.08.2012, 21:21

das ist aber keine duale Ausbildung. In den USA machen über 90% eine schulische Sekundarstufe 2 in der Highschool. Die duale Ausbildung in DE soll aber als Sekundarstufe 2 für Schüler ab 15 sein - also die Highschoolebene. Was da gemeint ist, wäre somit automatisch ein Studium im tertiären/postsekundären Sektor. Das hat aber nichts mit der Ausbildung in Deutschland zu tun, die sich explizit als Upper Secondary an JUGENDLICHE ab 15 richtet!

ich hab mir einige dieser Exportversuche angesehen. In GB entstehen Ausbildungsplätze meistens nur bei Jobs wie Regalauffüller im Supermarkt.

Die meisten Personen die das absolvieren sind oft schon Mitte 20. In den USA ist das ganz konfus - dort sind viele schon über 30, die diese Ausbildung absolvieren - die haben eine Sekundarstufe 2 schulisch schon längst absolviert - es handelt sich real dort also um einen tertiären Bildungsgang. Manch einer dort hatte übrigens schon einen abgeschlossenen Master!

Das ist ein ganz anderes Klientel dort als die, für die es originär in Deutschlan gedacht ist:Schüler ab 15.

Die gehen anderswo noch zur Schule. Das BIBB hat selbst mal gesagt, die Ausbildung sei aber nur für Jugendliche, da man bei Erwachsenen mehr zahlen müsste, wegen höherer Produktivität.

man müsste folglich in den USA die Highschool zerschlagen und die Firmen bitten die 15 - 16jährigen zu nehmen, dann wäre es vergleichbar mit Deutschland. Das wiederum wäre schwachsinnig, denn diese Schulform hat die letzten Jahrzehnte die Abbruchquoten rasant senken können auch unter LowIncomeKids.

Außerdem bietet sie ein Vollangebot mit akademischer und technischer Ausbildung und ist damit viel besser zur Berufsfindung geeignet als das deutsche stratifizierte System aus dem 19. Jahrhundert.

wenn überhaupt dann handelt es sich hierbei um duale Studiengänge für Erwachsene -- nicht um die Ausbildung wie in DE, die für Jugendliche ohne Abitur ab 15 sein soll und wo man meint, Betriebe wären sowas wie Erziehungseinrichtungen und hätten einen Erziehungsauftrag.

das passt übrigens nicht mehr in heutige Firmenstrukturen - ich gehe davon aus, dass Firmen in den USA auch nicht begeistert wären, wenn man ihnen auf einmal 15-16jährige für einen Erziehungsauftrag vor die Füße kübeln würde.

die meisten Firmen dort wollen ja wenigstens einen Highschoolabschluss sehen.


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