ANZEIGE
Mediadaten | Impressum | Feedback | RSS | Mobil | Newsletter
Letzte Änderung: 02.09.2014, 12:41
  • Delicious_bw
  • Studivz_bw
  • Facebook_bw
  • Twitter_bw
  • Drucken_bw
  • Email_go_bw
Artikel | Bilder
DGB

Prüfstelle für kostenfreie Unterrichtsmaterialien gefordert

Mehr zu: Lernmittel, Ökonomie, Politische Bildung, Schulbuch, Schulleitung, Unterrichtsgestaltung, Unterrichtsmaterial, Schule
17.01.2013 -

(red/pm). Gegen ein zusätzliches Unterrichtsfach Wirtschaft hat sich jetzt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ausgesprochen. Außerdem fordern die Gewerkschaften eine Prüfstelle für kostenfreie Lehrmaterialien.

Ein Fach Wirtschaft, das alle Bezugsdisziplinen ausspart, sei weder sinnvoll noch praktikabel, heißt es in dem Schreiben des DGB, das an die Kultusminister der Bundesländer, an die Kultusministerkonferenz und an die Bundesbildungsministerin gerichtet ist. Es sei Aufgabe der allgemeinbildenden Schulen, Schülerinnen und Schüler umfassend zu bilden. Dies könne am besten durch eine sozioökonomische Bildung geleistet werden, die die verschiedenen Bezugsdisziplinen miteinander verzahnt und ökonomische Fragestellungen in Zusammenhang mit gesellschaftlichen, politischen oder ökologischen Aspekten behandelt.

Die Gewerkschaften beobachteten vor allem den Markt kostenfreier Lehrmaterialien mit großer Skepsis, heißt es in dem Brief weiter. "Besonders Wirtschafts- und Finanzverbände, Firmen und Stiftungen tun sich hier hervor", heißt es in dem Schreiben, das sich auch auf die Studie der Universität Augsburg bezieht, die jüngst erst 880.000 kostenfreie Lehrmaterialien im Internet aufgefunden hatte, die sich an Schulen und Lehrkräfte richten. Den Urhebern der Studie waren dabei insbesondere die Unterrichtsmaterialien von umsatzstarken Unternehmen aufgefallen, die – in Aufmachung und Layout mitunter sehr eindrucksvoll – ihren Werbungscharakter kaum verbergen könnten.

"Für die Lehrkräfte, die kostenlose Materialien online oder als Download nutzen wollen, ist das ein unübersichtlicher Markt, bei dem nicht immer klar zu erkennen ist, welche – wirtschaftliche oder politische – Intention hinter einem kostenlosen Angebot steckt", so die Autoren der Augsburger Studie. Auch die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat im Mai dieses Jahres anlässlich der Veröffentlichung ihres "Materialkompasses" moniert, dass Unternehmen "offen oder versteckt für ihre Produkte und Dienstleistungen" werben. Oft würden diese auch ihre Interessen "verstecken", indem sie bestimmte Aspekte weglassen oder überbewerten. "Hier müssen Lehrer/-innen und Schulleitung besonders aufmerksam sein und sensibilisiert werden", so die vzbv.

So fielen zum Beispiel die Allianz-Materialien "My finance Coach" durch eine schlechte Bewertung im Materialkompass auf. Ausgerechnet diese Materialien finden aber nach Auskunft der Gewerkschaft seit einiger Zeit offiziell in den öffentlichen Lehrerfortbildungsangeboten der Landesregierung Bayern Verwendung.

Besonders moniert der DGB, dass einseitige Materialien von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen öffentlich gefördert oder durch behördliche Kooperationsverträge unterstützt werden. Massiv kritisieren die Gewerkschaften, dass die Anbieter ihre kostenlosen Schulmaterialien mit einem eigenen "Gütesiegel" versehen. Damit solle Lehrkräften glauben gemacht werden, die Materialien seien von fachlicher und didaktischer Qualität und könnten bedenkenlos im Unterricht eingesetzt werden.

Anders als Schulbücher würden die kostenfreien Materialien keiner Qualitätskontrolle unterzogen. Die Auswahl, Beurteilung und Verwendung bleibe also allein den Lehrkräften überlassen. Deshalb fordern die Gewerkschaften in einem ersten Schritt eine staatlich verantwortete Prüfstelle, die Fremdmaterialien auf ihre fachliche und didaktische Qualität hin prüft, sie auf der Grundlage festgeschriebener Qualitätsstandards bewertet und Empfehlungen für Lehrende und Lernende im Bildungsbereich ausspricht.

Weitere Informationen

3 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)
von bernstein, am 17.01.2013, 16:37

www.4teachers.de - dort gibt es Unterrichtsmaterialien von Lehrkräften für Lehrkräfte unentgeltlich. Alle arbeiten dort eherenamtlich.

von Tilbert, am 17.01.2013, 18:48

Statt ein weiteres Bürokratiemonster zu erschaffen, sollten die Ressourcen lieber für eine längst fällige OER-Plattform eingesetzt werden.

von Wolfgang, am 18.01.2013, 12:08

Eine Liste mit mehr als 3000 sortierten und kategorisierten Links zu kostenlosen, nichtkommerziellen Unterrichtsmaterialien von Kollegen und Einrichtungen sind die "LiebLinks für Lehrer und Schüler"

www.autenrieths.de


Hinweis
  • Ein Enter führt zu Zeilenumbruch.
  • Hyperlinks bitte grundsätzlich mit "http://" beginnen (also z.B. http://bildungsklick.de/).
  • Kein HTML unterstützt.

Ihr Kommentar:

Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht):
Durch die Eintragung Ihrer E-Mail erkennen Sie die Kommentarregeln an.

32fc099b01d24a42b3079742962ac8ce178aa7f5
Bitte den Text aus dem Bild eingeben:


Weiter auf bildungsklick.de
MELDUNGEN AUS DEN RESSORTS

Sonderthemen

Weltgemeinschaft wird Analphabetenrate bis 2015 nicht halbieren

Bonn, 02.09.2014. Die Zahl der Analphabeten bleibt weltweit weiterhin hoch. 781 Millionen Erwachsene können nicht lesen und schreiben. Darauf macht die Deutsche UNESCO-Kommission anlässlich des UNESCO-Welttags der Alphabetisierung am 8. September aufmerksam. Das Ziel der Weltgemeinschaft, bis 2015 die ...

Schule

Bewerbungsstart: Jakob Muth-Preis für inklusive Schulen

Berlin, 01.09.2014. Ab heute können sich inklusive Schulen erneut um den Jakob Muth-Preis bewerben. Der Preis zeichnet seit 2009 Schulen aus, die inklusive Bildung beispielhaft umsetzen und so allen Kindern die Möglichkeit eröffnen, an hochwertiger Bildung teilzuhaben und ihre individuellen Potenziale zu ...

Berufliche Bildung

Muss das Vorbild weiblich sein?

27.08.2014. Wann entscheiden sich Mädchen für Männerberufe? Wohl vor allem dann, wenn sie im Elternhaus Kontakt zu Maschinenbauern, Informatikern und Autoschraubern haben. Mädchen stehen heute so gut wie alle Berufe offen. Sie entscheiden sich jedoch nach wie vor selten für technische und ...
in

+ + + AKTUELLE MELDUNGEN IM ÜBERBLICK + + +
Aus unserem Videokanal didacta-bildungsklick.TV:


ANZEIGE
Aktuelle Kommentare
Unser Partner in Österreich
Bildungaktuell
Das eMagazin für Management, Personalwesen und Weiterbildung