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Für Studienabbrecher

Projekt: Handwerksmeister statt Bachelor

Mehr zu: Nordrhein-Westfalen, Studienabbrecher, Berufliche Bildung
18.01.2013 -

(dpa) – Mit einem neuen Projekt wollen die Arbeitsagentur und die Handwerkskammer Münster Studienabbrecher aus dem Hörsaal in den Beruf vermitteln. Die Besonderheit bei dem Projekt "Und Morgen Meister"soll pragmatische Hilfe sein: Je ein Handwerker und ein Arbeitsvermittler sollen ehemalige Studenten gemeinsam beraten sowie kurzfristig Praktika und Stellen vermitteln. Bislang scheuten Ex-Studenten Hilfe.

Dabei stehen die Arbeitschancen für junge Leute, die ihr Studium an den Nagel hängen, gut, wie Knut Heine, Geschäftsführer der Handwerkskammer in Münster, sagt. "Viele Betriebe wollen die Studienabbrecher, weil sie in ihnen potenzielle Fachkräfte sehen, mit sehr guter Schulbildung und Fachkompetenzen. Wer ein Studium angefangen hat, hat oft was auf dem Kasten und will etwas erreichen."

Ganz anders denken die jungen Erwachsenen häufig über sich selbst, berichtet Joachim Fahnemann, Leiter der Arbeitsagentur in Münster. Für viele sei der Abbruch ein Scheitern, keine Chance. "Deshalb wollen wir klarmachen, dass ein Wechsel in die Ausbildung ein Aufstieg sein kann", sagt er. Die Zeit im Hörsaal sei keineswegs vergebens, Leistungen und Scheine könnten anerkannt werden. Die Ausbildung kann sich so um Monate verkürzen, und den Meister gibt es inzwischen auch ganz ohne Gesellenzeit.

Allein im Raum Münster merkten jedes Jahr einige hundert Studenten, dass ein wissenschaftliches Studium doch nicht das Richtige für sie sei, schätzen die Projektleiter. "Diesen Jugendlichen wollen wir helfen, eine Alternative zu finden, denen müssen wir sagen: Grübelt nicht lange vor euch hin, sondern kommt."

Handwerkspräsident Otto Kenzler hatte Anfang des Jahres in der "Saarbrücker Zeitung" darauf hingewiesen, dass die Handwerkskammern damit begonnen hätten, gezielt um enttäuschte Studierende zu werben

(dpa-Dossier Bildung Forschung Nr. 04/2013 vom 21. Januar 2013)


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