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Letzte Änderung: 25.05.2012, 16:56
Von Gerhard Stranz

09.12.2010 Die Regierungskoalition beabsichtigt, die bisher im NRW-Schulgesetz enthaltene Regelung der Vorverlegung der Schulpflicht im übernächsten Schuljahr zu stoppen.

Nach § 35 Schulpflichtgesetz ist derzeit vorgesehen, dass als Stichtag zur Schulpflicht bis zum Schuljahr 2014/20145 der 31.12. gilt, so dass dann alle 5 1/2 jährigen Kinder schulpflichtig würden. (Diese Regelung gilt nach dem geltenden Gesetz mit dem Automatismus bis zum Jahr 2012, zumal dann die Eltern den Antrag stellen können, dass ihr Kind erst ein Jahr später eingeschult wird.)

Mit einem gemeinsamen Änderungsantrag der Regierungskoalition war vorgesehen, den Automatismus im Schuljahr 2012/2013 grundsätzlich aufzugeben, so dass als Stichtag der 30.9. bestehen bleib, die Eltern jedoch einen Antrag auf frühere Einschulung stellen können.

In der Begrüngung des Antrags wurde darauf hingewiesen, dass durch die weitere Vorverlegung viele Kinder zu früh eingeschult werden. Kindertageseinrichtungen sollten als zentrale Einrichtung der Frühen Bildung gestärkt werden. Das Einschulungsalter soll sich am individuellen Entwicklungsstand des einzelnen Kindes ausrichten.

Anmerkungen:

Diese Initiative verdient eine breite Unterstützung. Leider wurde jedoch in der Sitzung des Landtagsausschusses für Schule und Weiterbildung am 8.12.2010 dieser Bestandteil aus dem Änderungsantrag zurückgezogen. Da die Änderung sowieso erst zum übernächsten Schuljahr geltend soll, soll die Änderung im nächsten Jahr erneut eingebracht werden.

Wenn die Regierungskoalition die Einschulung am Entwicklungsstand des einzelnen Kindes ausrichten will, hätte sie dies mit einer sofortigen Veränderung zumindest auch so regeln können, dass den Eltern die Möglichkeit eingeräumt wird, eine Rückstellung zu verlangen. Die derzeit geltenden Rückstellungsregelungen sind viel zu eng gefasst.

Als beachtlich und vor allem "besorgniserregend" ist die Argumentation der Kommunalen Spitzenverbände zu betrachten, die sich zunächst gegen das Aussetzen der Stichtagsautomatik ausgesprochen haben sollen. Sie begründeten dies damit, dass durch eine frühzeitigere Einschulung auch ein geringeres Platzangebot in Kindergärten vorgehalten werden muss und so freie Kapazitäten für Angebote für Kinder unter 3 Jahren zur Verfügung stünden, so dass der vollständige Rechtsanspruch im Jahr 2013 leichter zu erfüllen sei.

Eine solche Argumentation berücksichtigt nicht in erster Linie das Wohl des Kindes, sondern drückt offensichtlich aus, dass hier eher eine "Bildungspolitik nach Kassenlage" favorisiert wurde.

Auszug aus dem Änderungsantrag mit der inzwischen zurückgezogenen Passage:

§ 35 wird wie folgt geändert:

Absatz 1 erhält folgende Fassung:

"(1) Die Schulpflicht beginnt für Kinder, die bis zum Beginn des 30. September das sechste Lebensjahr vollenden, am 1. August desselben Kalenderjahres."

Absatz 2 Satz 1 wird wie folgt geändert:

Nach der Angabe "Absatz 1" wird die Angabe "Satz 1" gestrichen.

Begründung Die Anhörung des Landtags zum Gesetzentwurf zum 4. Schulrechtsänderungsgesetz am 03. November 2010 ergab einige Anregungen, die mit diesem Änderungsantrag aufgenommen werden.

I. zu § 35:

Zu dem laufenden Schuljahr 2010/2011 war der Stichtag der 31. August. Für das nächste Schuljahr 2011/2012 ist der Stichtag 30. September. Eine weitere Vorverlegung, wird dazu führen, dass viele Kinder zu früh eingeschult werden. Hinzu kommt, dass die Kindertageseinrichtung als zentrale Einrichtung der Frühen Bildung gestärkt werden soll. Das Einschulungsalter soll deswegen nicht weiter generell für alle Kinder abgesenkt werden. Es soll sich vielmehr am individuellen Entwicklungsstand des einzelnen Kindes ausrichten. Der für das nächste Schuljahr 2010/2011 geltende Einschulungsstichtag soll deswegen den Abschluss für die im Schuljahr 2007/2008 begonnene schrittweise Verschiebung des Einschulungsstichtags bilden.

Eltern, deren Kind nach dem 30. September geboren sind, bleibt es weiterhin unbenommen, eine vorzeitige Einschulung ihres Kindes zu beantragen, wenn es die für den Schulbesuch erforderlichen körperlichen und geistigen Voraussetzungen besitzt und in seinem sozialen Verhalten ausreichend entwickelt ist (§ 35 Abs. 2 SchuIG).

Die Formulierung in § 35 Abs. 1 neu -, dass beim Einschulungsstichtag auf den Beginn des Tages abzustellen ist, an dem das sechste Lebensjahr vollendet worden ist, greift eine Formulierung aus dem früheren Schulpflichtgesetz auf. Die Umformulierung dient der Beseitigung von Missverständnissen.

28 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Tanja Hertog, am 22.12.2010, 08:34

Hallo

ich gehöre zu denen, die diese stufenweise früheren Einschulungsstichtage begrüßen. Die Kinder sind dann zwischen 5 1/2 und 6 1/2, also im Schnitt 6 Jahre, was absolut im nationalen und internationalen Durchschnitt liegt. Dass Kinder u.U. ganz regulär mit 7 eingeschult werden, finde ich persönlich viel zu spät. Heutzutage sind Kinder wesentlich weiter entwickelt als früher - Mädchen kommen teilweise schon mit 7 oder 8 in die Pubertät! Vielleicht sollte man sich "bildungselitäre Beipiele" wie Bayern oder Baden-Württemberg ansehen. Ob dort die Häufigkeit von ADS oder ADHS oder anderer psychischer Erkrankungen von Kindern niedriger oder höher ist?! Das würde meinen Standpunkt unterstützen, dass viele Kinder heutzutage eher unterfordert sind, da sie von zu Hause aus wenig Freizeitunterstützung und geistige Anregungen bekommen. Eine Früherziehung im Kindergarten halte ich auch für wenig sinnvoll, da es ja keine "Kindergartenpflicht" gibt. So bleiben Kinder wenig engagierter Eltern auf der Strecke. Zudem kann man ja ein Kind später einschulen, wenn es mit 5 1/2 nicht schulreif ist. Fazit: besser Stichtag 31.12. mit 5 1/2 mit Option der späteren Einschulung, als reguläre Einschulung womöglich erst mit 7!

von Mareen B., am 05.01.2011, 13:00

Im oberen Teil des Artikels steht, dass der Änderungsantrag zum Stoppen der Stichtagregelung zurückgezogen wurde, d.h. vorerst bleibt es dabei, dass der Stichtag verschoben wird. Im unteren Teil steht jedoch, "der für das nächste Schuljahr 2010/2011 geltende Einschulungsstichtag soll deswegen den Abschluss für die im Schuljahr 2007/2008 begonnene schrittweise Verschiebung des Einschulungsstichtags bilden" ... ich nehme an, hierbei handelt es sich um einen Druckfehler und es soll heißen "der für das nächste Schuljahr 2011/2012 ..."??

Grundsätzlich begrüße ich die Stoppung der Stichtagverschiebung. Es ist jedoch noch mehr Flexibilität nötig - nicht nur jüngere Kinder, die schulreif sind, sollten eingeschult werden können, sondern auch Kinder, die zwar vor dem Stichtag geboren, jedoch noch nciht schulreif sind, sollten wieder die Möglichkeit der Rückstellung bekommen und ein Jahr später eingeschult werden! Nur so kann man der Individualität der Kinder wirklich gerecht werden.

von Stephan E., am 11.01.2011, 08:33

@ Tanja Hertog:Was soll man noch dazu sagen?Die Kindheit jedes einzelnen kleinen Wesens ist ein hohes Gut.Der Leistungsdruck unserer Hektik- und Konsumgesellschaft prasselt noch früh genug auf Sie ein.Es gibt so viele Eindrücke heutzutage, dass Kinder mit Sicherheit nicht, eine vernünftige Erziehung vorrausgesetzt, unterfordert sind.Ich halte in kindlichen Entwicklungsstadium Liebe und Aufmerksamkeit, zur Bildung eines stabilen Charaktergerüstes wichtiger, als Sie mit 5 1/2 schon dem heutigen Leistungsdruck auszusetzen.Zudem sind heute viele Eltern mit Ihrem Leben und Ihren Kindern überfordet und nicht andersrum.Fernseher an, Kind davor und Ruhe haben wollen.Warum?Stress auf der Arbeit, Ärger im Privatleben, Geldsorgen...etc.Denkt man mal richtig nach ist diese Regelung zur stufenweisen früheren Einschulung nur ein Sparplan der Länder und nichts anderes.

von Steffi, am 21.01.2011, 14:22

ich begrüße es NICHT das die Kinder immer früher in die Schule kommen sollen... es ist wirklich sehr viel was im 1 Schuljahr verlangt wird. und dafür müssen die Kinder einfach ein bisschen älter sein um das zu verstehn....

Wo soll dann bitte noch die Kindheit bleiben wenn so ein leistungsdruck schon vorhanden ist....

die eltern die meinen ihre Kinder seien soweit können sie ja auf Antrag in die Schule tun...

von Babsi, am 06.02.2011, 22:07

Das Wohl der Kinder sollte an erster Stelle stehen, ich bin der Meinung, dass man jedes Kind zwischen 5 und 7 individuell betrachtet und gemeinsamn mit Eltern, Erziehern, Kinderärzten und Schulen für jedes Kind separat entscheidet, ob es schulreif ist oder nicht.

Ich finde es ein Unding, dass man Kinder nicht mehr zurückstellen kann, aber früher einschulen ist kein Problem.

von Nadine, am 09.02.2011, 09:07

In NRW wurde vor einiger Zeit die Vorschulen abgeschafft, ale Kinder die eigentlich nach dem Alter zu urteilen bereits Schulreif waren, aber in ihrer geistlichen Entwicklung noch nicht soweit waren mußten zunächst die Vorschule besuchen. Jetzt sollen bereits 5-jährige automatisch die geistliche Entwicklung mitbringen? Das verstehe ich einfach nicht und ist ein Wiederspruch in sich. Ich denke auch das jedes Kind individuell betrachtet werden muß. Allerdings bin ich Grundsetzlich gegen diese früher Einschulung und stimme den Beitrag von Stephan E. voll und ganz zu!!!

von Anna, am 16.02.2011, 10:06

Würde eine Rücknahme der Regelung der Vorverlegung sehr begrüßen. Die 13. Klasse beim Abi ist schon gestrichen worden, nun wird vorne auch noch gestaucht. Der Leistungsdruck wächst enorm und die Zwerge sollen sich generell mit 5 in die Schule begeben? NEIN!

Diejenigen Kinder, die so weit sind können und konnten schon immer per Antrag früher eingeschult werden. Die Mehrheit ist dies aber mit Sicherheit nicht. Ich wohne grenznah an den NL. Ja, dort wird mit 5 eingschult. Diese Schulen sind aber auch vom Konzept auf die Kleinen eingestellt und nicht wie hier in Deutschland, da steht das Pädagogische Konzept nach wie vor und die Kinder und Pädagogen sollen dann die 5-jährigen dafür zurechtschneiden und nicht andersrum. - Ich hoffe, alles bleibt beim alten oder man stellt dann auch die Lehrpläne auf 5-Jährige um. Anders sehe ich da kein Gelingen... - Weder für Lehrer noch für Kinder. Zumindest für deren Mehrheit!

von Ulla, am 16.02.2011, 11:03

Ich bin ausdrücklich auch für die Rücknahme der vorgelegten Einschulung! Es gibt keine einzige Studie darüber, die besagt, dass Kinder mit 5 1/2 Jahren unterfordert sind! Im Gegenteil. Wie erschreckend ist es, unter welchen Leistungsdruck Kinder bereits im Kindergarten gesetzt werden; Englischkurse, Malkurse, Musikkurse, still sitzen, aufmerksam sein, Konzentrtion üben....- mit dem Ziel, in unserer "Leistungs-Gesellschaft" später (in 20-25 Jahren!?!) bestehen zu können?

Ich empfehle allen Eltern, denen dieses für ihr Kind so wichtig ist, sich einmal intensiv mit entwicklungspädagogischen und -psychologischen Studien auseinanderzusetzen.

Ich weiß, dass es Kinder gibt, die mit 5 1/2 Jahren durchaus problemlos in der Schule bestehen können. Diesen Kindern sollte auch weiterhin der Weg - frühzeitig eingeschult zu werden - offen bleiben. Aber dies sollte als Ausnahme gelten, nicht umgekehrt! Individuelle Entwicklung der Kinder und das Wohl der Kinder scheint keine Lobby zu haben unter dem von Schwarz-Gelb konzipierten Gesetz!

Abgesehen davon gebe ich Anna Recht, unser Schulsystem ist nicht auf die 5-Jährigen vorbereitet! Es bedarf einer vernünftigen Konzipierung, die nicht mit der heißen Nadel gestrickt sein sollte. Fragen Sie doch mal Grundschullehrer, wie diese die "Kleinen" erleben, beobachten und unter den derzeitigen Gegebenheiten fördern können?!

Neben der Rücknahmne der frühen Einschulung ist für mich aber noch etwas anderes wichtig; sollte es Deutschland tatsächlich ein Anliegen sein, im Ländervergleich vernünftige Bildung zu gewährleisten, so muss Geld zur individuellen Förderung fließen (z. B. kleinere Klassen, damit mehr Lehrer) und engere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bildungseinrichtungen. Unser aus der Preußen-Zeit bestehendes Schulsystem bedarf einer dringenden Überholung!

von Brigitte, am 22.02.2011, 10:28

Ich war mit der Neuregelung, die im Jahr 2007/2008 begann, gar nicht glücklich, aber musste mich ja erstmal damit abfinden, denn Gesetz ist eben Gesetz. Und nach diesem Gesetz kommt mein Erstgeborener (08.12.2004) dieses Jahr regulär in die Schule mit 6 1/2 Jahre. Soweit, so gut! Mein jüngerer Sohn (13.10.2006) würde nach diesem Gesetz bereits im nächsten Jahr in die Schule kommen, weil der Stichtag dann weiter nach hinten gerutscht wäre. Entsprechend ist er jetzt im Kindergarten ein Mittelkind und würde ab August zu den Vorschulkindern gehören. Wenn nun der Stichtag aber beim 30.09. verharrt, was passiert dann mit diesen Kindern? Bleibt mein Kleiner nun zwei Jahre Mittelkind? Oder ist er dann zwei Jahre Vorschulkind, mit dem Ergebnis, dass er sich im letzten Jahr im KiGa so oder so zu Tode langweilt.

Wer denkt bei dieser ganzen Bildungspolitik eigentlich wirklich an die Kinder??? Ich glaube nämlich viel eher, dass es hier nur darum geht, dass die jeweilige Regierung alles umschmeisst, was der Vorgänger ins Leben gerufen hat, um seine Macht zu demonstrieren.

Ich weiß jetzt schon, was zu hause los sein wird, wenn ich meinem Jüngsten erkläre, dass er nun doch nicht im nächsten Jahr in die Schule kommt, sondern erst im übernächsten. Er wird es nicht verstehen, denn seit er im Kindergarten ist, weiß er, wann aus einem Mini- ein Mittel- und dann ein Vorschulkind wird und dass es dann auch in die Schule geht.

Vielleicht ist es tatsächlich gut, den Einschulungstermin grundsätzlich zu überdenken. Vielleicht sollte man aber auch den Eltern viel mehr Mitspracherecht einräumen. Und vielleicht sollte man Änderungen nicht immer von jetzt auf gleich mit der Brechstange druchhauen, sondern längerfristig ändern, damit man als Bürger die Möglichkeit hat, überhaupt noch hinterher zu kommen. Denn dann hätte ich meinen Kleinen erst ein Jahr später in den Kindergarten gegeben. Denn vier Jahre Kindergarten sind einfach echt lang.

Und ist es nicht so, dass es nun sowohl das Abitur nach 12 als auch das nach 13 Jahren gibt, weil man auch hier feststellen musste, dass 12 Jahre zu wenig sind.

Mit Blick auf europäische Nachbarländer muss man sich wohl aber auch grundsätzlich mal Gedanken über unsere Bildungspolitik machen. Nirgendwo auf der Welt geht man so lange zur Schule wie bei uns und nirgends wird so lange studiert. Schlechter gebildet sind die Menschen im Ausland aber dennoch nicht. Woran mag das nur liegen?????

Ich war selbst ein Spielball der Bildungspolitik als ich ein Kind war. Erst hat man damals in Bremen die Eingangsstufe eingeführt, in der man spielerisch in zwei Jahren den Stoff der ersten Klasse beigebracht bekam (man wurde aber deshalb nicht früher eingeschult). In meinem Fall hatte das zur Folge, dass ich jeweils Aufgaben aus dem nächsten Schuljahr bekam, weil ich mich langweilte und unterfordert war. Und dann wurde ich Opfer der Orientierungsstufe, dem Weichspülprogramm der weiterführenden Schulen. Ab der siebten Klasse ist uns dann auf dem Gymnasium aber sowas von der Stoff um die Ohren geflogen und viele Schüler hatten arge Probleme, dann noch mitzukommen. Meine ältere Schwester hat das ganz normale Schulsystem durchlaufen und hatte nach 13 Jahren ein super Abi in der Tasche. Ich hingegen musste ab der siebten Klasse echt kämpfen, denn ich hatte in den Jahren vorher nicht wirklich gelernt, dass Schule auch anstrengend sein kann.

Anscheinend ist es 35 Jahre später nicht besser geworden und die Bildungspolitik hat aus den Fehlern der Vergangenheit und dem Vergleich mit dem Ausland nichts gelernt.

Nun werden meine Kinder Opfer dieses Wirrwarrs - schönen Dank!

von melania l., am 22.02.2011, 10:32

Auch ich spreche mich voll und ganz gegen eine frühere Einschulung aus und würde die Rücknahme dieses Gesetzes sehr begrüßen. Warum kann man nicht die Kinder Kinder sein lassen, warum sollen die Lehrer so überfordert werden und sich aufs Anziehen und Schuhe zubinden konzentrieren müssen, warum haben wir die 13.Klasse schon abgeschafft? Ich sehe den enormen Druck der schon ab der ersten Klasse bei den Kindern ensteht, wie sollen sich 5jährige dort bewähren? Wie kann ein erst im Dezember 6 werdendes Kind sich gegen seit Januar 6jährige Mitschüler behaupten?

Ist das etwa Gleichberechtigung?

Und: in einem guten Kindergarten ist KEIN Kind unterfordert, schon allein weil die täglichen sozialen Auseinandersetzungen das Kind formen und fit machen für die Schule! Ein starkes Kind besteht auch den Schulalltag/-zeit!!!

von Esther, am 23.02.2011, 13:24

Ich habe einen Sohn (18.08.2004 eb.), der im letzten Jahr mit genau 6 Jahren eingeschult wurde. Er ist ein heller Kopf und trotzdem erlebe ich Woche für Woche, dass er mit den Anforderungen in der Schule überfordert ist und er hat noch ein sehr intaktes Umfeld. Seine Schulwoche beginnt montags mit 6 Stunden (1. Schuljahr)!

Er misst sich grundsätzlich mit den Schnellsten in seiner Klasse, die mindestens 1 Jahr älter sind als er und setzt sich damit selbst unter Druck. Meine Freundin ist Grundschullehrerin und Mutter von zwei Jungs (3 und 7 Jahre) sie erlebt auf beiden Seiten, dass diese Gesetzgebung realitätsfern ist und mit der individuellen Entwicklung der Kinder nichts zu tun hat, sowohl aus Sicht des Lehrers sowie der Eltern. In Berlin sind sie ja diesbezüglich zurückgerudert, weil keiner mit der Situation mehr zurechtkommt. Hoffen wir, dass in NRW das als Beispiel genommen wird.

von Rita, am 25.02.2011, 14:10

Ich habe 3 Kinder, die Gott sei Dank, alle "alt" eingeschult wurden / werden, da ihre Geburtstage stets kurz nach den jeweiligen Stichtagen liegen. Mein Ältester (7) ist jetzt im 1. Schuljahr und kommt bestens zurecht. Das wäre vor einem Jahr sicherlich noch anders gewesen, und zwar nicht, weil er nicht helle genug ist, sondern weil er sich selbst stets unter Druck gesetzt hätte, indem er sich immer mit den Leistungen der älteren Kindern verglichen hätte.

Die Lernforschung hat aber schon vor Urzeiten herausgefunden, dass Denkentwicklung und damit auch Lernfähigkeit sich in Stufen entwickelt. Diese Entwicklungsstufen laufen leider nicht bei jedem Kind im gleichen Tempo ab. Manche Kinder mögen die Schulreife (bezogen auf die heutigen Lehr- und Lernmethoden der GS) vielleicht schon mit 5 1/2 Jahren besitzen, andere aber sind unverschuldet in den ersten Wochen und Monaten heillos überfordert. Wie soll man dauerhaften Spaß an der Schule entwickeln, wenn bereits der Anfang nur mit Rückschlägen und Frustrationen verbunden ist? Auch die schwache Formulierung der "verlängerten Schuleingangsphase" hilft nicht wirklich dabei, sich nicht wie ein Versager zu fühlen, wenn man am Ende der 1. oder 2. Klasse seinen Klassenverband wechseln muss um zu wiederholen.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Auch ich bin der festen Überzeugung, dass viel Potenzial bei unseren Kindern verschenkt wird, wenn man ihren Wissensdurst und ihre schier unbegrenzte Merkfähigkeit ín jungem Alter brach liegen lässt. Ich bezweifele nur, ob die Grundschule in ihrer jetzigen Form dazu in der Lage ist auch recht junge Kinder optimal zu fordern und zu fördern. Klassenverbände von z.T. 30 Kindern und mehr, der starre 45 min Rhythmus und alle anderen Zwänge aus Stundentafeln, Lehrermangel, Überalterung der Kollegien, überfrachteten Lehrplänen, ständig wechselnden Vorgaben und schwachen politischen Konzepten insbesondere im Bereich der "Qualitätissicherung", die bedeutend mehr Energie in Bürokratie als in Unterrichtsvorbereitung binden, tragen sicherlich nicht zu einem Wohlfühlklima in Schule bei.

In einem gut geführten Kindergarten und in einer achtsamen Familie werden junge Kinder mit Sicherheit besser und altersangemessener gefördert!

von Nicole, am 28.02.2011, 23:37

Hallo, welche rechtliche möglichleiten hat man denn gegen diese frühe Einschulung? Unsere Tochter ist am 24.09.05 geboren, und soll dieses Jahr eingeschult werden. Sie hatte den DEFIN 4 Stufe I nicht bestanden, und die Stufe II erst nur gerade so. Ebenso hat Sie den BISC Test nicht bestanden. Nun besucht Sie seit letztem Jahr Oktober einen Logopäden wg. Ihrer Ausprache. Seit kurzem nimmt Sie im Kindergarten an einem Förderunterricht teil, ohne nennenswerten Erfolg...Wir machen uns sehr große Sorgen, wir haben das Gefühl an unsere Tochter diesem ganzen Druck nicht gewachsen ist, und Sie ist nun sehr ängstlich im Kindergarten.... Daher meine Frage: Was können wir dagen tun, dass Sie dieses Jah eingeschult wird?

LG

Nicole

von Pat, am 01.03.2011, 10:28

Hallo Nicole,

unsere Tochter ist am 18.9.2005 geboren, also genau so alt wie deine Tochter. Sie hat rezidivierende Paukenergüsse und bekommt ebenfalls Logopädie. Habt Ihr Eure Schuluntersuchung bereits gehabt? Der Amtsarzt entscheidet gemeinsam mit der Schulleitung über die Schulfähigkeit, und wenn beide denken, sie ist nicht gegeben, kann das Kind ein Jahr länger im Kiga bleiben. Parallel dazu solltest du beim Schulamt einen Antrag auf Rückstellung stellen! Viel Glück!

von Tanja Hertog, am 03.03.2011, 10:58

@Stephan E: Es tut mit leid, ich kann es natürlich nur anhand eigener und bekannter Kinder beurteilen. Mein Sohn z.B. wurde mit 5 1/2 eingeschult, und wechselt im Sommer auf ein Gymnasium. Meine Tochter wiederum wurde mit fast 7 eingeschult - sie hat die 1. Klasse übersprungen, da sie unterfordert war. Sie hat eben auch mit 6 angefangen sich für Buchstaben und Zahlen zu interessieren, da war 7 für die Einschulung definitiv viel zu spät. Beide genießen jedoch eine behütete Erziehung, und haben weder Lernstress noch müssen sie auf Hobbys wie Sport oder Freunde verzichten. Ich würde zwar sagen, dass beide helle Köpfe sind, jedoch bestimmt keinesfalls Genies oder gar Wunderkinder. Die Kinder in den jeweiligen Klassen, die eher schlechtere Noten haben, kommen teilweise aus weniger behüteten Familien. Da keine Kindergartenpflicht besteht, vegetieren diese möglicherweise 7 Jahre vor dem Fernseher vor sich hin - da wäre es eben von Vorteil, dass sie schon mit 5 1/2 schulisch gefördert werden, anstatt in dieser lernbereiten Phase zu verkümmern.

Daher bin ich nicht generell für die späte Einschulung, gebe jedoch zu, dass es individuell bei Schulfähigkeitsuntersuchungen geprüft werden sollte. Nun... die Fernsehkinder werden jedoch dabei wieder ein weiteres Jahr vor die Glotze geschoben....

von Sabine, am 14.03.2011, 17:53

Heute hüh, morgen hott - wie soll denn unter diesen Bedingungen noch gute Planung in einer Kommune laufen? Der Bau und die Planung einer Kita dauert mindestens 2 Jahre. Dann bekommen eben die Kinder unter 3 Jahren jetzt keine Plätze.

Schule muss sich weiter verändern, wenn Kinder immer jünger werden - wie schön, ich freu mich drauf.

von Melissa, am 15.03.2011, 17:08

Das ist wirklich nicht zu fassen. Nachdem wir uns jetzt damit abgefunden haben, das unsere Tochter mit 5 eingeschult wird (sie ist am 30.10.06 geboren) nun so was! Leider ist ihr auch schon vollkommen klar, das sie ab Sommer ein Maxikind ist und danach in die Schule kommt. Wie erkläre ich ihr jetzt das sie noch ein Jahr länger im Kiga bleiben kann? Dazu kommt noch, das ihre Freundinnen eingeschult werden. Auch finde ich es problematisch, das in ihrer Gruppe nun seit dem letzten Jahr nur noch U3 Kinder aufgenommen werden. Die Altersspanne ist bei uns im Kiga dann sehr groß, wie sollen da die Großen noch vernünftig gefördert werden? Wäre es von Anfang an bei den altem Stichtag geblieben, wäre sie auch erst ein Jahr später in den Kiga gekommen.

von Markus, am 28.03.2011, 19:18

Hallo Tanja Hertog:

Die Pupertät der Mädchen beginnt schon schon mit sieben Jahren?

Können Sie das irgenwie belegen?

Auch schockierend zu lesen, mit was für Begriffen Sie jonglieren:

"bildungselitär" und im Zusammenhang mit AD(H)S von "andereren psychischer Erkrankungen".

Kurz: Sie haben sich da eine äußerst merkwürdige Theorie zusammengebastelt. Sie schliessen einfach von Einzelfällen auf die Allgemeinheit.

Kleiner Tip: Bitte glauben Sie nicht alles, was unsere "Bildungsexperten" so von sich geben und verabschieden.

Ein Großteil davon ist nämlich NICHT im Sinne unserer Kinder!

Im Weiteren kann ich mich nur dem Foristen *Stephan E* anschlielssen.

von Tanja Hertog, am 30.03.2011, 10:16

Hallo Markus:

die Pubertät beginnt durchschnitlich im 10. Lebensjahr, also mit 9. Durchschnitt heißt, dass es teilweise Mädchen gibt, bei denen sie mit 7 oder 8 beginnt - das habe ich geschrieben - und das ist bereits belegt. Ich bin der Meinung, dass man unseren Kindern einfach zu wenig zutraut. Schule ist keine Strafe oder Tortur, der man so lange wie möglich ausweichen muss. Ich habe eben die Erfahrung gemacht, dass auch ganz normal entwickelte 5 1/2 jährige Kinder dort sehr gut zurechtkommen. Ich finde, dass Kinder unterschätzt werden. Man sollte sie so früh wie möglich kingerecht in Schulen fördern, was nach meinen Erfahrungen an einer ganz normalen Grundschule der Fall ist. Was meinen Sie denn, was im Sinne unserer Kinder ist? Denken Sie, dass ein fast 7jähriges Kind im Kindergarten besser aufgehoben ist?! Dort werden nach und nach die Vorschulen abgeschafft, in vielen Kindergärten gibt es bereits keine mehr. Ich erlaube mir daher zu behaupten, dass viele Kinder dort unterfordert sind, und einige davon aus diesem Grunde verhaltensauffällig werden. Sinnvoll wäre eine individuellere Betrachtung der Kinder bei der Einschulung, aber kein generelles Veto der frühen Einschulung- das finde ich NICHT im Sinne unserer Kinder! Die indivuduelle Betrachtung ist ja mit der Möglichkeit der Zurückstellung gegeben.

von Andrea, am 01.04.2011, 09:07

Nun ist es amtlich, mein Sohn (19.10.2007) wird erst 2014 eingeschult. Wir hatten ja schon vorher die Möglichkeit, ihn zurückstellen zu lassen, von daher war eine Änderung aus meiner Sicht nicht unbedingt notwendig. Wir hätten halt abgewartet, wie weit er ist. Eine frühere Einschulung auf Antrag kommt für mich nicht infrage, allerdings graut es mir schon etwas vor dem 4. Kindergartenjahr, das eigentlich nicht geplant war. Irgendwie fühle ich mich in meiner Wahlfreiheit beschränkt.

Andererseits ist die Grundschule für so 5 1/2 jährige wohl nicht bereit, u.a. solange es noch Klassen mit 30 Kindern gibt. Aus meiner Sicht ist - Einschulungstermin hin oder her - da dringend Handlungsbedarf. Die Klassengröße in der Grundschule (vor allem in den ersten Klassen) darf eigentlich nicht größer als 20 Kinder sein, sonst ist eine individuelle Förderung nicht möglich.

von Markus, am 01.04.2011, 15:47

Hallo Tanja Hertog,

beim Thema Pupertät müssen Sie allerdings vom Regelfall und nicht von Ausnahmen ausgehen.

Können Sie belegen, dass sich Kinder im Kiga langweilen?

Wissen Sie die Gründe dafür?

Ein möglicher Grund: Unterforderung in den Kindergärten liegt oft an der engen personellen Situation.

Eine qualitative sowie quantitative Unterbesetzung führt häufig dazu, dass Teile der eigentlichen Aufgaben im Kiga nicht mehr erfüllt werden. Dazu gehört auch die Vorschulförderung.

Das man dieser Fehlentwicklung mit einer früheren Einschulung begegnen möchte, ist erschreckend.

Hier werden auf den Rücken unserer Kinder durch eine entwicklungs-verfrühte Einschulung Kiga Kosten gedrückt und durch daraus resultierende frühere Eingliederung ins Berufsleben schneller Renteneinzahler geschaffen.

Auch wenn man es uns gerne eintrichtern möchte: Kinder sind NICHT leistungsfähiger als früher! Woher soll das auch kommen?

Der Irrglaube rührt auch daher, dass viele Eltern im Übergang (erstes Interesse an Schule) fälschlicherweise als "Schulreife" interpretieren. Zur Schulreife gehören zwingend auch erste Arbeitsstrukturen und bedingte Konzentrationsfähigkeiten - Grundlagen fürs fachliche Arbeiten.

Das ist i. d. Regel bei Kindern dieses Alters nicht gegeben.

Auch mit fehlendem Zutrauen hat das nichts zu tun.

Sie scheinen dieses - für die Entwicklung enorm wichtige Jahr zu unterschätzen. Ich unterstelle Ihnen (nicht böswillig) fehlendes professionelles Verständnis.

Ein anderes Thema, bei dem Entwicklungsphasen bei Kleinkindern völlig ignoriert werden, ist Delfin4, bei dem man bei 3 1/2 jährigen (2 Jahre vor Einschulung) Sprachstörungen erkennen will, in dem man versucht „spielerisch“ abzuprüfen.

HIER traut man Kindern zu wenig zu: "Quatschsätze" werden z. B., da gestellt wirkend, von Kindern nicht nachgesprochen - kommt das bei der Einzelnachprüfung (!) nochmals vor, hat das Kind den mach eine Sprachstörung und muss "weiterbehandelt" werden.

Und das in einer Altersphase, in der es innerhalb weniger Monate große Entwicklungsschübe gibt.

von Astrid Schäfer, am 06.05.2011, 07:44

Grunmdsätzlich macht es Sinn das Einschulungsalter nach der geisigen und sozialen des Kindes **maßgeblich** auszurichten. Alles andere kann schädlich für die Kinder sein: Die zu frühe Einschulung, bei der das Kind jeden Tag überfordert ist und lernt, dass es irgendwie nicht genügt. Und die zu späte Einschulung, dass die Kinder zu Langeweile verdammt. Da es sich um Schutzbefohlene handelt, kann man m.E. nicht anders vorgehen.

Ansonsten müssen Lehrplane entsprechend den Bedürfnissen und Anforderungen der Kinder angepasst werden (auf wissenschaftl fundierter Basis) **und** das Lehrpersonal entsprechend der Beschulung jüngerer Kinder qualifiziert werden. Mobiliar für kleinere Kinder etc ist ggf. ebenfalls entsprechend vorzuhalten.....

von Annett, am 10.07.2011, 13:38

Ich bin generell auch gegen diese frühe Einschulung. Es sollte für jedes Kind seperat entschieden werden und nicht an diesem einen Stichtag festgemacht werden. Ich habe da mit meinem Sohn ein Problem. Er ist genau am 30.09.2006 geboren, allerdings 7 Wochen zu früh. Was passiert mit ihm? Er ist ein helles Köpfchen, sehr interessiert, jedoch auch noch sehr verspielt, zierlich, klein und körperlich gesehen entspricht er etwa einem 3,5-4Jährigen. Wird er "bestraft", weil er zu früh auf die Welt geholt werden musste? Man kann ein 5jähriges Kind doch nicht einschulen mit der Gewissheit oder fast Voraussetzung, dass er die Klasse wiederholen muss.

von sanna, am 01.09.2011, 15:34

Ich denke das jedes Kind ganz individuell ist....und ich glaube und bin auch der Meinung das Kinder die mit 2 Jahren in eine KiTa oder KiGa gekommen sind, wesentlich schneller lernen als im vergleich zu den 3-4 jährigen Kindern.

Auch mein Sohn wird 2012 mit "noch" 5 jahren eingeschult werden (27.9. geboren). Natürlich ist das für Mütter erstmal ein Schlag. Aber je nachdem wie die Ferien fallen, reden wir dann lediglich hier von 3 oder höchstens 4 Wochen....distanz.

Und sollte es nicht klappen so denke ich besteht immer noch die Möglichkeit für jedes Kind mit dem Lehrer über eine zurück Versetzung zu reden. Vielleicht mögen manche Kinder noch nicht in einiger Hinsicht bei den Eltern für "schulreif" sein. Doch schon 6 Monate später machen viele Kinder enorme Entwicklungssprünge.

Zur Pupertät möchte ich nun noch folgendes sagen......bei den 7 oder auch 8 jährigen Mädchen wird in der Medizin "noch nicht" über Pupertät gesprochen...denn von einer Vorpupertätsphase, d.h. der Körper "beginnt" sich langsam zu verändern, die Hormone sind noch nicht soweit wie bei den 12 oder 13 jährigen Mädels.

von Annegret Marx, am 13.09.2011, 12:21

Hallo,

ich bin Mama eines jetzt noch-nicht Vierjährigen und mein Kind würde nach dem ursprünglichen Gesetz dann als eines der allerjüngsten Kinder eingeschult werden - so wird er es drei Monate vor seinem siebten Geburtstag.

Und ich finde das gut so. Nicht, weil mein Kind nicht clever wäre oder ich nicht glauben würde, dass er bestimmt "einigermaßen zurechtkommen" würde auch wenn er mit fast fünf in die Schule käme...

Nein, einfach weil ich finde, dass die Kinder schon noch früh genug in unsere Leistungsgesellschaft eingeplant und verplant werden.

Wenn eine reguläre noch frühere Einschulung, dann bitte aber in eine Regel-Vorschule und nicht in eine Regel-Grundschule in der die Kleinen dann einfach "reinzupassen" haben oder eben untergehen.

Es ist mit Sicherheit kein Zufall, das Kinder die besonders früh eingeschult werden, auch häufiger mit AD(H)S diagnostiziert werden...

Wenn Kinder regulär mit fünf in die Schule kommen sollen, dann aber bitte in Klassen und zu Lehrern, die nicht einfach so weitermachen wie bisher, als wären die Kinder älter!!!

Ich bin viel mehr für ein Kindergarten-Pflichtjahr (oder eher gleich zwei), oder eine Pflicht-Vorschule.

Ein Kind das mit knapp sieben eingeschult werden, braucht im Jahr davor bestimmt schon mehr Anregung als eines das mit noch nicht sechs eingeschult wird.

Aber diese Anregung muss noch nicht in der Schule passieren!!! Ein guter Kindergarten - oder auch eine Vorschule kann da in diesem Jahr genausoviel oder sogar mehr leisten.

Ein so junges Kind das in eine Regelgrundschule kommt ist wirklich in Gefahr wenn die Maßstäbe sich an den Kindern orientieren die bisher dort zur Schule gegangen sind - und die oft gut zwei Jahre älter sind!!

von besorgte Mutter, am 13.10.2011, 10:52

5 jährige Kinder sind doch in der Regel, gar nicht auf unser Schulsystem und dessen "Auswirkungen im Alltag" vorbereitet.

Die Lehrer sind den "Kindergartenkindern" und der daraus entstehenden Situation evtl. nicht gewachsen.

Was könnte somit enstehen:

- Leistungsdruck

- Unbehagen

- Ängste

- Aufälligkeiten

Lehrer sind voll damit beschäftigt unseren Kindern (im überigen schnell mal 25-30 an der Zahl) korrekt das sitzen,leise sein und LERNER,LERNEN,LERNEN einzubleuen.

Wo kann da noch das Wohlfühlklima für langsame oder besonders feinfühlige Kinder gedeihen ???

Wenn ein 5 jähriges Kind jetzt schon dem Streß und Hektik der Gesellschaft ausgesetzt wird wo soll das, körperlich und seelisch, für die kleinen Mäuse denn hinführen.

Ob das zum "Wohl" der Kinder ist sehr fraglich ????

Ich persönlich nenne das "Kindheit verheizen".

Manchmal kann ein halbes Jahr spielerisch die Welt erkunden im Kindergarten einer "Kinderseele" mehr geben, als der Druck der heutigen leistungsorientierten Gesellschaft von Erwachsenen.

Denn in einem Punkt sollten wir uns doch alle einig sein:

Wir wollen unsere "Kleinen" als gesunde, gestärkte, lebensfrohe und selbstbejahende Menschen in die weite Welt entlassen.

von Nicole, am 13.02.2012, 22:44

Hallo,

unsere Maus wurde zurückgestuft. Das war ein harter Weg. Aber nun sind wir ALLE glücklich

von Ulla Jesussek, am 03.05.2012, 22:22

Hallo Nicole,

wie habt ihr das "geschafft". Wir geraten gerade Stück für Stück in eine unglaublich Negativschine für einen unserer Zwillinge (geb. 30.06.06), der auf Biegen und Brechen in die Schule soll (gesetzlich). Ich habe im letzten Jahr gekämpft, dass die beiden erst 2013 eingeschult werden. Vergebens. Nun kommen (schon) Blockaden und Verweigerungen in Testsituatiaonen auf bei einem der Beiden; Resultat: der Schuarzt hat große Bedenken, die Schulleitung spricht schon von Förderschule.... ohne mit uns Eltern überhaupt einmal gesprochen zu haben.

Mich macht dieses ganze System wütend und fassungslos.

Hätten wir von vorneherein sagen können, ein Jahr später bitte in die Schule, wäre wahrscheinlich alles gut.

Ulla


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