Der Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbandes (brlv) Anton Huber warnte vor überzogenen Forderungen nach Autonomie der einzelnen Schule in Bayern. Er bezog sich dabei auf das neue Gutachten des "Aktionsrates Bildung", der vom Verband der Bayerischen Wirtschaft finanziert wird. Für Bayerns Realschulen ist der Spielraum hinsichtlich selbständiger Schule mittlerweile sehr groß.
Insbesondere verwahrte sich Huber gegen die Behauptung, Schulen mit größeren Freiheiten erbrächten bessere Schülerleistungen. Man müsse sich fragen, so der brlv-Vorsitzende, warum der "Aktionsrat Bildung", immerhin ein Gremium mit wissenschaftlichem Anspruch, die PISA-Ergebnisse nicht mehr zur Kenntnis nimmt. Denn dort ist gerade Bayern mit den angeblich geringen Freiheiten seiner Schulen mit an der Spitze, während das gelobte Land Nordrhein-Westfalen nicht gerade zu den Besten gehört. Auch bei deutschlandweiten Schüler-Wettbewerben sind bekanntlich die bayerischen Schüler und Schülerinnen besonders erfolgreich.
Ärgerlich ist es für Anton Huber insbesondere, dass unter dem Vorwand einer größeren Schulautonomie der Weg zu einem zweigliedrigen Schulsystem geebnet werden soll, wie von der bildungspolitischen Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion Renate Will erneut gefordert. Dass eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen aber nur unter deutlichen Qualitätsverlusten für die Realschulen möglich ist, sollte den Verband der Bayerischen Wirtschaft durchaus interessieren, gelten doch Realschüler in Bayern als besonders gut ausgebildet für den Lehrstellen-Markt.