Einweihung des Erweiterungsbaus der Hohbergschule in Bretten
Schavan: "Kinder und Jugendliche in ihrer individuellen Entwicklung stärken"
Mehr zu: Baden-Württemberg, Bibliotheken, Förderschule, Grundschule, Hauptschule, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Kongress, Lehrerzimmer, SchavanDer Erweiterungsbau der Hohbergschule in Bretten ist am Freitag, 30. April, feierlich eingeweiht worden. Den Festvortrag an der Schule für Erziehungshilfe hielt Kultusministerin Dr. Annette Schavan. "Ihre Schule trägt wesentlich dazu bei, dass Kinder nicht zu Entwicklungsverlierern werden. Schülerinnen und Schülern mit den verschiedensten Problemen vermitteln Sie Akzeptanz und geben Ihnen Orientierung. Das gibt den jungen Menschen die Chance, Anschluss zu finden und ihr Leben selbst zu gestalten." So Kultusministerin Dr. Annette Schavan am Freitag in Bretten.
"Für uns sind diese jungen Menschen nicht für ihr Verhalten Schuldige, die es zu disziplinieren gilt. Wir verstehen sie vielmehr als Abhängige von ihren Verhältnissen, denen man individuell helfen muss und die mit einer entsprechenden Begleitung und Unterstützung einen erfolgreichen beruflichen und privaten Weg für sich finden. Das ist nicht zuletzt auch das Verdienst der Hohbergschule. Ich freue mich, dass Ihnen künftig mit diesem Erweiterungsbau eine noch besssere Grundlage für Ihre Arbeit gegeben ist", sagte die Kultusministerin weiter.
Das Schulgebäude wurde um sechs Klassenzimmer, zwei Gruppenräume, ein Lehrerzimmer und eine Schulbibliothek erweitert. Hinzu kommt eine Vergrößerung des Verwaltungsbereichs. Der zuschussfähige Bauaufwand beläuft sich auf 1.017.000 Euro. Bereits im Schulbauförderungsprogramm 2003 freier Träger konnte ein Landeszuschuss in Höhe von 376.000 Euro bewilligt werden.
Die Schulen für Erziehungshilfe sind im Land überwiegend in privater Trägerschaft und werden vom Land entsprechend bezuschusst: Von insgesamt 81 Schulen sind 72 in privater Hand. Die Schulen sind meist aus der ursprünglichen Jugendhilfe hervorgegangen; neben die oft schon im 19. Jahrhundert zur Linderung der sozialen Not gegründeten Jugendheime traten im 20. Jahrhundert Schulen, um den jungen Menschen vor Ort eine besondere pädagogische Förderung zukommen zu lassen.
Annette Schavan: "Land und private Träger sind Partner in dem Bemühen, damit Kinder und Jugendliche ihren Platz in unserer Gesellschaft finden. Die öffentlichen Schulen versuchen ihrerseits auf vielerlei Wegen, Ausgrenzungen entgegenzuwirken. Wir veranstalten am kommenden Montag in Heilbronn einen Kongress zum Thema 'Auffälligkeiten im Verhalten: Erziehung stärken - Entwicklungen erkennen und fördern'. Er beschäftigt sich mit der Tatsache, dass heute in allen Schulen verhaltensauffällige Kinder unterrichtet werden, die einen besonderen Anspruch haben, die für ihre Entwicklung notwendige Unterstützung zu erhalten."
Das Hohberghaus Bretten wurde 1902 vom Landesverein für innere Mission in Baden als Mädchenheim gegründet. 1970 wurde auf dem Gelände eine Schule neu gebaut, 1975 folgten neue Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude, 1977 Gruppenhäuser und 1982 eine Turnhalle. In den neunziger Jahren erfolgte der Erwerb und Umbau weiterer umliegender Gebäude für Kinderwohngruppen, Außenwohngruppen und Tagesgruppen.
Heute ist das Evangelische Hohberghaus ein anerkannter Jugendhilfeträger, der eine moderne Jugendhilfeeinrichtung mit allen Formen stationärer, teilstationärer und ambulanter Jugendhilfe unterhält. Die Hohbergschule bietet die Bildungsgänge Grundschule, Hauptschule, Förderschule. Insgesamt besuchen heute 175 Schülerinnen und Schüler die Einrichtung im Stammhaus uns verschiedenen Außenstellen. In Schule, Heim und Verwaltung arbeiten rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
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