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Letzte Änderung: 25.05.2012, 16:56
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Schulen ans Netz e. V.
Pressemeldung
Schulen ans Netz e. V.

Jugendmedienschutz in Schulen beginnt bereits im Elternhaus

Expertentagung beschäftigte sich mit der Frage, wie Schulen im Rahmen ihrer medienpädagogischen Arbeit Gefahren im Netz begegnen können

Mehr zu: Forschung, Jugendschutz, Killerspiele, Medienkompetenz, Schulträger
Bonn, 22.12.2005 -

Jugendmedienschutz in der Schule stellt Lehrkräfte vor nicht geringe Herausforderungen. Denn Computer und Internet bieten nicht nur große Potenziale, sondern auch Angebote mit gefährlichen oder fragwürdigen Inhalten, die auch für Kinder und Jugendliche leicht zugänglich sind. Eine Expertentagung, zu der Schulen ans Netz e. V. nach Bonn eingeladen hatte, behandelte die Möglichkeiten des schulischen Jugendmedienschutzes unter rechtlichen, pädagogischen und technischen Aspekten. Schulträger und Lehrkräfte tauschten sich mit Jugendmedienschutzexperten aus Wissenschaft und Medienpraxis über Problemfelder aus und diskutierten Lösungsansätze für den Schulalltag. Ein wichtiges Fazit: Auch Eltern müssen noch viel stärker als bisher im schulischen Medienkonzept berücksichtigt werden, denn ein Großteil der Mediennutzung findet im Elternhaus statt.

Dr. Marc Liesching, Rechtsanwalt und Autor eines Kommentars zum Jugendschutzrecht, zeigte in seinem Vortrag die Verantwortlichkeiten von Schule in rechtlicher Hinsicht auf. Schulleitung und Lehrkräfte müssten im Rahmen ihrer gesetzlichen Aufsichtspflicht dafür Sorge leisten, Schaden von ihren Schülern abzuwenden. Dies erstrecke sich auch auf die Mediennutzung außerhalb des Unterrichts, z.B. in Computerräumen. Rechtliche Informationen und hilfreiche Mustertexte finden Lehrkräfte unter www.lehrer-online.de/recht - einem Angebot von Schulen ans Netz e. V., für das Liesching als Fachredakteur tätig ist. Auch zu einem Thema, das seit geraumer Zeit in der Öffentlichkeit besonders vehement diskutiert wird, äußerte sich Liesching: den so genannten "Killerspielen". Obwohl von vielen Seiten hier ein Verbot gefordert wird, müsse, so Liesching, ganz klar gesehen werden, dass die bestehenden rechtlichen Bestimmungen bereits weitreichende Maßnahmen erlauben, jedoch bislang nicht ausschöpfend angewandt werden.

Obwohl Gefahren im Internet lauern, sollte die Mediennutzung von Jugendlichen nicht nur unter den Aspekten Schutz und Reglementierung gesehen werden. Dies war die zentrale These von Dr. Helga Theunert, wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF). Sie stellte in ihrem Vortrag fest, dass Jugendmedienschutz eine wichtige pädagogische Aufgabe sei, aber keineswegs mit der Medienpädagogik gleichzusetzen sei. "Medienpädagogik befasst sich immer mit den Risiken und den positiven Potenzialen, die die medialen Welten für Kinder und Jugendliche bergen", unterstrich Theunert. Da ein großer Teil der Computer- und Internetnutzung von Jugendlichen im häuslichen Rahmen stattfinde, forderte Theunert: "Im Sinne ganzheitlicher Bildung sollte die Schule Eltern in die schulische Medienkompetenzförderung integrieren und sie darüber zur Medienerziehung und zur Gewährleistung des Jugendmedienschutzes in der Familie motivieren."

Große Hoffnungen werden oftmals in Filtersysteme gesetzt, die gefährliche Seiten blockieren und für Jugendliche unzugänglich machen können. Jedoch sind diesen technischen Lösungen gewisse Grenzen gesetzt, führte Friedemann Schindler, Leiter von jugendschutz.net, in seinem Vortrag aus. An eindrucksvollen Beispielen zeigte er auf, dass Wirksamkeit und Altersdifferenzierung noch zu wünschen übrig lassen. Filtersysteme eigneten sich als flankierende Maßnahme, könnten aber eine pädagogischen Begleitung nicht ersetzen. Allerdings machte Schindler auch deutlich: "Die Notwendigkeit des technischen Jugendmedienschutzes muss erkannt werden".

In der sich anschließenden regen Diskussion wurde deutlich, dass Jugend-medienschutz als Aufgabe betrachtet werden muss, die weit über den schulischen Kontext hinausreicht. Schule könne kein "Reparaturbetrieb" sein. Ohne stärkere Verantwortungsübernahme aller Beteiligten, wie z. B. der Eltern, aber auch der Provider und Filtersoftwareanbieter sei der Schutz der Jugendlichen vor Gefahren aus dem Netz nicht zu stemmen.

Die Vorträge sowie eine Dokumentation der Veranstaltung findet man unter www.schulen-ans-netz.de/san/jugendmedienschutz/.


Schulen ans Netz e. V.
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53111 Bonn
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E-Mail: presse@schulen-ans-netz.de
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