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Pressemeldung
GEW Schleswig-Holstein
Kiel, 08.03.2006 -

Obwohl an den Schulen in Schleswig-Holstein gut sechzig Prozent der Lehrkräfte Frauen sind, stellen sie in den Schulleitungen immer noch eine krasse Minderheit dar. Noch nicht einmal 40 Prozent der Schulen werden von einer Frau geleitet. In einzelnen Schularten geht die Schere noch viel weiter auseinander. Darauf wies die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Dienstag, 7. März 2006, in Kiel aus Anlass des Internationalen Frauentages am 8. März hin.

"Die Zahlen zeichnen ein deutliches Bild. Frauen haben immer noch wesentlich schlechtere Chancen als Männer in Führungspositionen zu gelangen. Durch gezielte Fördermaßnahmen muss hier dringend Abhilfe geschaffen werden", sagte der GEW-Landesvorsitzende Dr. Kai Niemann.

Für die einzelnen Schularten sehen die Zahlen folgendermaßen aus: An Grund- und Haupt-schulen liegt der Frauenanteil bei den Lehrkräften bei 80 Prozent, bei den Schulleitungen je-doch nur bei 47 Prozent. An den Sonderschulen unterichten 75 Prozent Frauen, während nur knapp 40 Prozent eine Schule leiten. An den Realschulen ist der Frauenanteil 58 Prozent, Schulleiterinnen 21 Prozent. An den schleswig-holsteinischen Gymnasien unterrichten zu 44 Prozent Frauen, geleitet werden die Gymnasien aber nur zu 17 Prozent von Frauen. An den Gesamtschulen gibt es einen Frauenanteil von 54 Prozent, ihr Anteil an den Schulleitungen beträgt hingegen nur knapp 21 Prozent. Bei den Berufsschulen ist der Frauenanteil unter den Lehrkräften 36 Prozent; 19 Prozent der Berufsschulen werden von einer Frau geleitet.

Abgerundet wird das schiefe Geschlechterbild an den Schulen noch dadurch, dass von den Schulen, die nach einer Person benannt sind, nur 13 Prozent eine Namensgeberin haben. Neben den zahlreichen Goethe-, Schiller und Herderschulen wirkt da eine Astrid-Lindgren-Schule nur wie ein einzelner Farbtupfer.

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