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Kultusminister Olbertz verleiht Nietzsche-Preis des Landes Sachsen-Anhalt 2006 an Silvio Vietta

Mehr zu: Auszeichnungen, Europa, Forschung, Kongress, Sachsen-Anhalt
Magdeburg, 25.08.2006 -

Den Friedrich-Nietzsche-Preis des Landes Sachsen-Anhalt 2006 erhält der Philologe und Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Silvio Vietta. Die Vergabe des mit 15.000 Euro dotierten Preises durch Kultusminister Professor Dr. Jan-Hendrik Olbertz findet am 26. August im Rahmen des Internationalen Nietzsche-Kongresses in Naumburg statt. Die Laudatio hält Prof. Dr. Rüdiger Görner, Mitglied der Jury zur Verleihung des Preises.

Der Preis wird in diesem Jahr zum sechsten Mal vergeben. Nach Wolfgang Müller-Lauter (1996), Curt Paul Janz (1998), Rüdiger Safranski (2000), Marie-Luise Haase/Michael Kohlenbach (2002) und Durs Grünbein (2004) wird in diesem Jahr ein Philologe und Literaturwissenschaftler geehrt.

Prof. Dr. Silvio Vietta, 1941 in Stade geboren, ist heute als Professor an der Universität Hildesheim (Institut für deutsche Sprache und Literatur) tätig. Er studierte Germanistik, Philosophie, Anglistik und Pädagogik, promovierte an der Universität Würzburg und habilitierte sich an der Universität Mannheim für Neuere deutsche Philologie.

Silvio Vietta erhält den Preis für sein Gesamtwerk, insbesondere jedoch für seine Publikation "Europäische Kulturgeschichte". Seit Jahrzehnten gehört er zu den herausragenden kulturtheoretisch arbeitenden Philologen und Literaturwissenschaftlern, die das Gravitationsfeld der literarischen Moderne und ihrer europäischen Ausprägungen von der Frühromantik bis zum Expressionismus auf vielfältige Weise untersucht haben.

In seinen Untersuchungen zur literarischen Moderne und ihrer Ästhetik hat Vietta wiederholt Nietzsches zentrale Bedeutung in diesem Diskurs thematisiert - auch im Rückblick auf die (früh-)romantische Sinnlichkeitskultur, deren Abwertung er in seiner "Europäischen Kulturgeschichte" eingehend analysiert.

Mit dem Preis wird Silvio Vietta auch für sein kulturvermittelndes Engagement ausgezeichnet, insbesondere in den romanischen Kulturen, aber auch in der angelsächsischen Welt. Vietta repräsentiert, so die Jury, ein Verständnis von Gelehrsamkeit und philologischer Forschung, das - ganz im Sinne Nietzsches - den Lebensbezug der Wissenschaften in den Mittelpunkt stellt.

Seit 1996 verleiht das Land Sachsen-Anhalt einen Literaturpreis, der im jährlichen Wechsel als Friedrich-Nietzsche-Preis, Wilhelm-Müller-Preis und Förderpreis für Literatur vergeben wird. Auf der Grundlage von Vorschlägen einer hierfür gebildeten Jury, deren Mitglieder auf Vorschlag des Kultursenats des Landes Sachsen-Anhalt vom Kultusminister berufen worden, wird der Literaturpreis vom Kultusminister verliehen.

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