Hessisches Kultusministerium
Kooperation mit der Schule für Circuskinder in Hessen erfolgreich
Staatssekretär Joachim Jacobi überreicht erstes Hauptschulabschluss-Zeugnis
Mehr zu: Hauptschule, Hessen, Lernstandserhebung, Zeugnis, SchuleDas erste reisende Klassenzimmer begleitet seit 2001 sechs Kinder des Circus Barani durch Hessen. Es ist ein hessisches Pilotprojekt der Schule für Circuskinder der Evangelischen Kirche im Rheinland – die erste mitreisende Schule für Zirkuskinder. Das Konzept der Schule entspricht einer „aufsuchenden Pädagogik“: Kinder, die mit ihren Eltern reisen, wechseln nicht mehr wöchentlich die Schulen. Stattdessen halten Lehrkräfte Kontakt mit den Eltern und unterrichten die Kinder regelmäßig in einem mobilen Klassenzimmer auf wechselnden Festplätzen.
Der Erfolg des Projektes kann sich sehen lassen: Die erste Schülerin hat ihren Hauptschulabschluss erlangt. Joachim Jacobi, Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium, hat heute der 14jährigen Rosita Brumbach-Bügler vom Circus Barani in Hadamar ihr Abschlusszeugnis überreicht. Vor fünf Jahren ist dieses Pilotprojekt nach dem Umzug einer Zirkusfamilie von Nordrhein-Westfalen nach Hessen aus der Taufe gehoben worden. Vier Zirkuskinder waren damals Schülerinnen und Schüler der Schule für Circuskinder der Evangelischen Kirche im Rheinland.
Um deren bisheriges Bildungskonzept zu sichern, hat die Schule mit dem Hessischen Kultusministerium eine Kooperation vereinbart, in deren Rahmen für Hessen ein fahrbares Klassenzimmer bereitgestellt worden ist. Hessische Lehrkräfte haben das reisende Klassenzimmer begleitet und den Unterricht dort organisiert. Fortan wurden die Kinder aus zwei Zirkusfamilien an den Plätzen ihrer Auftritte unterrichtet. Mit ein bis zwei Lehrkräften hatten sie feste Bezugspersonen, die ihre Lernfortschritte kontinuierlich begleitet und unterstützt haben. So blieb den Kindern der vorherige wöchentliche Schulwechsel erspart.
Mitreisende Zirkuskinder wechseln bis zu 30mal die Schule. Die Kontinuität der Bezugspersonen durch das mobile Konzept hat die Kinder schnell zu erkennbaren Lernfortschritten geführt, obwohl nicht jeden Tag Unterricht organisiert werden konnte. Auch mussten sich die Zirkuskinder nicht jede Woche mit anderen Lehrbüchern und Lernprogrammen auseinandersetzen. Die bereitgestellten Lehrwerke waren ihnen schnell vertraut und haben zu einem Selbstlernkonzept geführt, das auch das Lernen während der Reisetage ermöglicht.
„Der Erfolg des Pilotprojekts mit der Schule für Zirkuskinder bestätigt unsere Aktivitäten zum Verbessern des Bildungsangebots für mitreisende Kinder“, lobte Staatssekretär Joachim Jacobi die Initiativen von Hessens Kultusministerin Karin Wolff auf Bundesebene: Bereits vor zwei Jahren habe sie bei der Kultusministerkonferenz erreicht, dass mitreisende Kinder in jeder Stützpunktschule während der Reise auf ihrem individuellen Lernstand weiterlernen dürfen. „Das dazu bundesweit eingeführte einheitliche Schultagebuch ermöglicht mit ihren Eltern reisenden Kindern so das Weiterlernen bei jedem Schulbesuch unterwegs“, freute sich Joachim Jacobi.
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