Kohlekraftwerk: Electrabel-Konzern favorisiert Brunsbüttel
Austermann: "Jetzt wird nicht mehr diskutiert, sondern realisiert"
Mehr zu: Deutschland, Europa, Schleswig-HolsteinDie geplante 800-Millionen-Euro-Investition des europäischen Energiekonzerns Electrabel in den Bau eines Kohlekraftwerks in Brunsbüttel ist auf der Zielgeraden. Wie Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dietrich Austermann heute (25. Oktober) nach einem Treffen mit dem Vorstand der Electrabel Deutschland AG in Kiel sagte, sei über alle wesentlichen Hürden mit der Unternehmensspitze Einigkeit erzielt worden, so dass Electrabel die Investitionsentscheidung für Brunsbüttel voraussichtlich Anfang kommenden Jahres offiziell verkünden werde und das 800-Megawatt-Kraftwerk 2010 ans Netz gehen kann.
"Unter den von uns ins Auge gefassten Standorten Brunsbüttel, Wilhelmshaven und Stade ist Brunsbüttel derzeit die Nummer Eins", bestätigte Erik von Scholz, Vorstandsvorsitzender der Electrabel Deutschland AG, bei dem Treffen mit Austermann. Sein Unternehmen habe bereits Anfang dieses Jahres einen geeigneten Standort auf dem Gelände der Bayer AG in Brunsbüttel gesichert. Im Anschluss an den Bau des Kraftwerks in Brunsbüttel sind auch Neubauten in Wilhelmshaven und Stade geplant.
"Nach unserem heutigen Gespräch ist der Weg für die Schaffung von 110 direkten Kraftwerks-Arbeitsplätzen und mehreren hundert weiteren Arbeitsplätzen an der Westküste geebnet. Zugleich wird die Präsenz eines europäischen Stromproduzenten die dringend notwendige Steigerung von Wettbewerb auf dem Energiemarkt sicherstellen und sich positiv auf die Entwicklung der Strompreise auswirken", sagte Austermann.
In den vorangegangenen langwierigen Verhandlungen mit dem Energiekonzern hatte Austermann dem Unternehmen zugesichert, sich für Rahmenbedingungen bei dem Projekt einzusetzen, die die Wirtschaftlichkeit des neuen Kraftwerks sicherstellen.
Die Electrabel/Suez-Gruppe - eines der führenden Unternehmen im europäischen Energiesektor und Marktführer in Benelux - plant ihren europäischen Erzeugungspark bis zum Jahr 2009 von derzeit 29.000 Megawatt auf 35.000 Megawatt auszubauen. Dazu prüft die Gruppe derzeit in ganz Europa neue Kraftwerksstandorte. Die Vorbereitung des Genehmigungsverfahrens für Brunsbüttel läuft nach den Worten von Electrabel-Vorstandschef von Scholz bereits seit Anfang 2006, der Bau soll Anfang 2008 beginnen.
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