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Kunstministerium fördert Sanierung der Synagoge in Kalbach-Heubach mit 200.000 Euro

Udo Corts: Land trägt dazu bei, jüdisches Zeugnis der Geschichte vor Ort zu erhalten

Mehr zu: Hessen, Religion, Stiftungen, Zeugnis
Wiesbaden, 14.07.2004 -

Die ehemalige Synagoge in Kalbach-Heubach (Landkreis Fulda) wird grundlegend saniert, um sie für kulturelle Zwecke und Veranstaltungen zu nutzen, die u. a. der Erinnerung und Verständigung zwischen den Konfessionen und Religionen sowie der Förderung der Bildung dienen.

Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst stellt für die Herrichtung des Gebäudes im Jahr 2005 einen Zuschuss in Höhe von 200.000 Euro aus Mitteln des Kulturinvestitionsprogramms zur Verfügung. "Die ehemalige Synagoge von Heubach ist ein hochrangiges historisches Zeugnis", sagte Kunstminister Udo Corts. "Es ist wichtig, diesen Teil der Geschichte überall präsent und in Erinnerung zu erhalten". Da mit der Ermordung und Vertreibung der Juden während des Nationalsozialismus alle jüdischen Landgemeinden zerstört worden seien, seien die Synagogen und Friedhöfe dieser Gemeinden heute oft die letzten erhaltenen Zeugnisse einer sich über viele hundert Jahre erstreckenden Geschichte. Er freue sich deshalb, dass er in Zusammenarbeit mit vielen anderen Geldgebern dazu beitragen könne, ein solches jüdisches Zeugnis der Geschichte zu erhalten.

Die ehemalige Synagoge von Heubach, ein zweigeschossiger Fachwerkbau mit einem Sockel aus Steinquadern, liegt markant an einer Straßengabelung in der Ortsmitte von Heubach. Der erste Hinweis auf einen Synagogenbau stammt aus dem Jahr 1836. Der Synagogenälteste der jüdischen Gemeinde Heubach bat damals das Kreisamt in Schlüchtern, einen Neubau zu genehmigen, da sich die Gemeinde zum Gottesdienst nur in einem kleinen Privatzimmer versammeln könne. Die Baupläne wurden im Frühjahr 1841 vom Landbaumeister Spangenberg aus Steinau angefertigt; 1843 wurde die Synagoge errichtet. Nachdem das Gebäude 1936 an die Gemeinde Heubach verkauft wurde, nutzte diese es nach umfangreichen Umbauten als Rathaus mit drei Wohneinheiten bis 1972.

Das Grundstück wurde vom Hessischen Straßenbauamt für eine Straßenerweiterung erworben, die letztendlich aber nicht zustande kam. Der Plan, das Gebäude Mitte der achtziger Jahre nach Gießen zu versetzen und dort wieder als Synagoge zu nutzen, war denkmalpflegerisch problematisch und wurde verworfen. Denn ein Baudenkmal ist in ein bestehendes Umfeld mit Bezug auf dieses errichtet worden und gewinnt auch daraus einen erheblichen Teil seines Denkmalwertes. Seit 1986 steht das Kulturdenkmal größtenteils leer. 1997 verkaufte es die Straßenbauverwaltung an einen Privatmann.

Die Kosten für die nun beschlossene grundlegende Instandsetzung der ehemaligen Synagoge belaufen sich auf insgesamt 780.000 Euro. Neben den vom Kunstministerium bewilligten 200.000 Euro gibt der Landrat des Landkreises Fulda weitere 200.000 Euro aus EU-Mitteln zur Entwicklung des ländlichen Raums dazu. Darüber hinaus beteiligen sich das Landesamt für Denkmalpflege (100.000 Euro), die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (85.000 Euro), der Förderverein Landsynagoge Heubach (65.000 Euro), die Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck (50.000 Euro), die Gemeinde Kalbach (65.000 Euro incl. Grunderwerb), die Stiftung Sparkasse Fulda (100.000 Euro) und der Kreisausschuss Fulda (5.000 Euro) an der Finanzierung. Nach bisheriger Planung sollen die Bauarbeiten im März 2005 beginnen und im April 2006 abgeschlossen sein.

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