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Pressemeldung
GEW Bremen

Kommando vom Bremer Haushaltsregime: Zerschlagt die LehrerInnen-Ausbildung in Bremen!

Mehr zu: Bremen, Lehrerbildung, Sport, Hochschule
Bremen, 30.11.2006 -

Nachdem bereits der Studiengang Deutsch als Fremdsprache kaputt“gespart“ wurde sollen nun die Weiterbildung, Behindertenpädagogik und Sportwissenschaften an der Reihe sein. Basis hierfür ist die politische Entscheidung, bis 2010 Hochschulen und Uni ein Kürzungsvolumen von ca. 100 Mio € aufzugeben. Das müssen sie nun – schließlich gilt dafür das Autonomieprinzip – mit der vom Akademischen Senat hierzu eingesetzten HEP V – Kommission umsetzen. In einer gut besuchten ganztägigen Beisetzungs“feier“ im Uni-Sportturm dokumentierten heute Trauergäste und Öffentlichkeit ihren Protest gegen die katastrophalen qualitativen Folgen dieser Entscheidung für Bremen und seinen Lehr- und Forschungsbetrieb.

Damit sich Uni und Hochschule zu Excellence-Centern entwickeln, werden intern alle für diesen Umbau benötigten Ressourcen zusammengekratzt und mit perspektivloser Ignoranz nun auch noch der Sportbereich von Schließung bedroht. Die verheerenden fachlichen, fach- und bildungspolitischen Folgen wurden in engagierten Beiträgen der Professoren J. Bietz und W. Jantzen in dieser Veranstaltung deutlich veranschaulicht und fanden große Zustimmung. In den naturwissenschaftlichen und technischen Excellence-Schwerpunkten wird z.B. bei Bleibeverhandlungen und Berufungen für brillierende wirtschaftsnahe Institute geklotzt, denn dort forscht die Elite und dort soll sie unterrichtet werden. Der damit öffentlich gewollte Leuchtturmeffekt, Bremen als „Stadt der Wissenschaft“ bis 2010 in die „Top 10 der Technologiestandorte“ aufsteigen zu lassen, ist jedoch als potemkinsches Dorf: Damit sollen die skandalös verschlechterten Arbeits- und Studienbedingungen in den restlichen, offenbar weniger „effizienten“ geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten, verkleistert und ihr damit einher gehender struktureller Zusammenbruch beschleunigt werden. Gerade zentrale Lehramtsstudienbereiche zu zerschlagen ist angesichts vieler nationaler wie internationaler Untersuchungen (PISA) die völlig falsche, politisch überhaupt nicht vertretbare Konsequenz. Das Programm von „Sparen und Investieren“ belegt die Strategie öffentlicher Finanzierung zugunsten von Kapitalinteressen und Eliteförderung und ist hausgemachtes Ergebnis des Scheiterns der neoliberalen Sanierungspolitik.

Mit den Betroffenen aus den Bereichen Sportwissenschaften, Behindertenpädagogik, Erwachsenen- & Weiterbildung gemeinsam fordert die GEW den Erhalt einer qualitativ hochwertigen LehrerInnen-Ausbildung, den Ausstieg aus HEP V und seinen skandalösen Folgen für die Studien- und Arbeitsbedingungen. Statt immer neuer Opfer auf dem Wege zu weiteren ruinösen Excellence-Experimentenzu produzieren sind diese Mittel zur verlässlichen Konsolidierung und wirksamen Demokratisierung im gesamten Lehr-Studienbetriebs einzusetzen

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