Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.
BLLV unterstützt Verbot von Killerspielen
Schulen brauchen aber auch mehr Hilfe für medienpädagogische Arbeit - BLLV-Präsident Dannhäuser: "Schüler müssen sensibilisiert werden"
Mehr zu: Bayern, Killerspiele, Medienkompetenz, SchuleDer Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Albin Danhäuser, unterstützt die Pläne für ein generelles Verbot von Killerspielen. "Kein Pädagoge kann menschenverachtende und zerstörerische Gewaltspiele dulden oder gar gut heißen." Er betonte jedoch, dass ein Verbot allein nicht ausreicht. "Schulen brauchen die Unterstützung der Eltern und der Politik. Sie brauchen vor allem auch Zeit für die medienpädagogische Arbeit, um mit Schülerinnen und Schülern den verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet einzuüben." Ziel muss sein, Kinder und Jugendliche für grundlegende Werte, insbesondere für die Menschenwürde zu sensibilisieren. Sie müssen lernen, Killerspiele kritisch zu bewerten.
Dannhäuser bezeichnete es als unerträglich, dass Kinder und Jugendliche Zugang haben zu menschenverachtenden Computerspielen und auf diese Weise mit massiver Gewalt konfrontiert werden. "Jede noch so zynische und entwürdigende Grausamkeit gelangt in die Kinderzimmer, Lehrerinnen und Lehrer müssen dann zusehen, wie sie mit den Folgen psychischer Deformation fertig werden und die Probleme in den Schulen bewältigen." Für Befürworter und Hersteller solcher Spiele zeigt der BLLV keinerlei Verständnis. "Kein Pädagoge kann zulassen, dass Gewaltspiele, in denen Menschen zerstört werden, in ihrer Wirkung verharmlost werden." Vor allem labile Kinder und Jugendliche laufen Gefahr, die dargestellte Gewalt gegen Menschen und Sachen nachzuahmen. Kinder tun sich schwer, zwischen virtuellem Spiel und Wirklichkeit zu unterscheiden. "Dass Hemmschwellen sinken können, haben uns die schrecklichen Amokläufe und die vielen Nachahmer der jüngsten Zeit in beängstigender Weise vor Augen geführt."
Der BLLV-Präsident schloss nicht aus, dass sich ähnliche Greueltaten wie in Emsdetten oder Erfurt wiederholen. "Die Betroffenheit ist dann jedes Mal sehr groß, wirksame Gegenmaßnahmen werden jedoch nicht getroffen. Die Bluttaten haben bereits auf grausame Art vorgeführt, wohin individueller Frust und Aggression führen können. Wenn Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung deformiert sind, in ihrem Umfeld keinen Halt finden und durch menschenverachtende Killerspiele aufgestachelt werden, können sich Katastrophen zusammenbrauen." Politiker müssen endlich handeln, Killerspiele verbieten und Schüler wie Eltern mehr unterstützen.
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