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Philologenverband schlägt konzertierte Aktion zur Gewinnung von Lehrkräften vor

Appell an Politik und Kommunen: "Schulen im ländlichen Bereich durch attraktivere Stellenausschreibungen unterstützen!"

Mehr zu: Baden-Württemberg, Mobilität, Schulverwaltung, Unterrichtsversorgung, Schule
Stuttgart, 10.01.2007 -

"Wir stellen fest, dass Schulen in zunehmendem Maße Probleme haben, in so genannten Mangelfächern noch geeignete Bewerber zu finden, denn Engpässe gibt es nicht nur in den Fächern Spanisch und Latein, sondern zunehmend auch in den Naturwissenschaften und anderen Fächern", sorgt sich der Landesvorsitzende des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW), Karl-Heinz Wurster. Durch Nachqualifizierung von Seiteneinsteigern könne der Unterrichtsausfall zwar kurzfristig reduziert werden, doch sei mittel- und langfristig für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen, um den Lehrerberuf attraktiver zu machen. Stellenausschreibungen der Schulen – insbesondere in ländlichen Bereichen – müssten bessere Angebote enthalten. Der Verband appelliert deshalb an Politik und Kommunen, insbesondere die Schulen im ländlichen Raum bei Stellenausschreibungen zu unterstützen.

Wenn einerseits die geringe Mobilität des Lehrernachwuchses beklagt werde –Schulen im ländlichen Raum klagen über bedrohlich sinkende Bewerberzahlen –, dann müsse nach den Ursachen gefragt werden. Einfach nur abzuwarten sei fehl am Platz. "Es besteht jetzt dringend Handlungsbedarf", mahnt der PhV-Chef.

Die Probleme der Lehrergewinnung im ländlichen Raum können nach Auffassung des Verbandes nicht allein von den Schulen und der Schulverwaltung behoben werden. Wurster: "Da müssen sich auch Politik und Kommunen etwas einfallen lassen, um mehr Lehrer für den ländlichen Raum zu gewinnen." Lediglich formale Bewerbungsofferten von Schulen im Internet reichen offensichtlich nicht mehr aus, um geeigneten Lehrernachwuchs fern der größeren Städte zu finden. "Und das, obwohl doch gerade für Jungeinsteiger mit Familien diese Regionen durchaus auch Vorteile zu bieten vermögen", so Wurster. Diese müssten von den Schulen stärker herausgestellt werden. Wie wäre es, wenn Kommunen und Kultusministerium gemeinsam die Werbetrommel zur Beseitigung des Lehrermangels im ländlichen Raum rühren?", fragt der PhV-Landesvorsitzende und macht den Vorschlag, den Bewerbern unterstützende Service-Leistungen bei der Wohnungssuche, beim Immobilienerwerb, bei der Nutzung kultureller Angebote, bei der Vergabe günstiger Darlehen sowie bei der finanziellen Unterstützung von Profilierungsprojekten anzubieten. Von solchen Offerten sei derzeit nichts in Stellenausschreibungen der Schulen zu lesen.

Der Philologenverband appelliert, auf die rückläufigen Bewerberzahlen schnell und konstruktiv zu reagieren. Denn: "Seiteneinsteiger" und "Lehrbeauftragtenprogramme" sind für den Philologenverband keine dauerhafte Lösung. Außerdem müssten für den Lehrernachwuchs bessere finanzielle Anreize geboten werden, "damit beispielsweise qualifizierte Physiklehrer nicht in die Industrie abwandern, die ebenfalls von Nachwuchssorgen geplagt ist." Der Philologenverband ist davon überzeugt, dass durch bessere Angebote der Schulen und gute schulische Rahmenbedingungen mehr Lehrer gewonnen werden können. "Jetzt Stellen zu sperren ist das falsche Signal", so Wurster abschließend.

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