Deutscher Philologenverband (DPhV)
Philologenverband weist Pauschalkritik des UN-Menschenrechtsinspektors Vernon Munoz scharf zurück
Meidinger: Munoz-Kritik basiert auf Uninformiertheit oder Vorurteilen
Mehr zu: Bildungsbericht, Deutschland, Grundschule, Menschenrechte, PISA (Studie), SchuleDie harsche Pauschalkritik des UN-Beauftragten Vernon Munoz aus Costa Rica am deutschen Schulsystem hat der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger scharf zurückgewiesen. Wörtlich sagte er: "Wir hatten bereits anlässlich des Besuchs von Herrn Munoz den Eindruck, dass hier jemand gekommen ist, der sich nicht offen informieren wollte, sondern seine vorgefassten Ansichten bereits mitbrachte. Bereits damals hat sich Herr Munoz offen als glühender Gesamtschulanhänger geoutet!"
Meidinger verwies auf die Statements aller namhaften deutschen Bildungsforscher wie Prof. Prenzel, Prof Baumert und Prof. Köller, die in der Verbesserung der Unterrichtsqualität die vordringliche Aufgabe der Bildungspolitik sehen und von einer neuen Schulstrukturdebatte abraten.
Der DPhV-Vorsitzende warnte nachdrücklich davor, bei den begonnenen Qualitäts-anstrengungen in Deutschland nachzulassen und stattdessen sich in einen neuerlichen lähmenden Schulkampf zu stürzen. Ausdrücklich widersprach er der Ansicht des UN-Beauftragten, eine Verlängerung der Grundschule würde Kindern aus armen Elternhäusern und Migrantenkindern automatisch Vorteile bringen. "In Berlin hat sich die sechsjährige Grundschule in keiner Weise so ausgewirkt, dass die Leistungen von Migrantenkindern dort besser wären!", betonte der Verbandsvorsitzende. Ähnliches gelte auch für den engen Zusammenhang zwischen Herkunft und Bildungserfolg in Staaten mit integrierten Schulsystemen wie Frankreich und den USA. Der Ruf nach Strukturveränderungen sei kein Patentrezept und zeuge mehr von bildungspolitischer Konzeptionslosigkeit denn von Zukunftsorientierung.
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