Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.
Reformen: ja, Brecheisen: nein
BLLV-Präsident Albin Dannhäuser lehnt Vorschläge des "Aktionsrates Bildung" zur Teilprivatisierung der Schule ab
Mehr zu: Bayern, Bildungschancen, Lehrerbildung, Ranking, Schulstruktur, SchuleEinige Empfehlungen für eine grundlegende Schulreform, die heute vom "Aktionsrat Bildung" in München vorgestellt werden, hält der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Albin Danhäuser, für bedenkenswert: Dazu gehören mehr Selbständigkeit für die einzelne Schule sowie - zumindest regionale - Offenheit für eine zweigliedrige Schulstruktur. Dagegen lehnt Dannhäuser eine Teilprivatisierung des Schulwesens ebenso strikt ab, wie "hire-and-fire-Verträge" für Lehrerinnen und Lehrer. In einer Teilprivatisierung der Schule sieht Dannhäuser die Gefahr, "dass ungleiche Bildungschancen noch weiter verschärft werden."
Die Reformvorschläge des "Aktionsrates Bildung" verkennen, dass das Schulwesen nach dem Grundgesetz unter der Aufsicht des Staates steht und Schulpolitik prinzipiell Angelegenheit der einzelnen Bundesländer ist. Offensichtlich entgeht dem "Aktionsrat Bildung" auch, dass bereits jetzt Schulen ihre Lehrkräfte teilweise auswählen können. Scharf weist Dannhäuser die unterschwellige Kritik an Lehrerinnen und Lehrern zurück. "Es wird der Eindruck erweckt, als sei die Mehrheit fachlich und pädagogisch nicht auf der Höhe der Zeit. Wer Schulen stärken will, darf die Position der Lehrerinnen und Lehrer nicht schwächen." Die Gutachter ignorieren offensichtlich, dass sie regelmäßig in vierjährigem Turnus dienstlich beurteilt werden und verpflichtet sind, in diesem Zeitraum an mindestens zwölf Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen.
Der BLLV-Präsident spricht sich, wie der "Aktionsrat Bildung" ebenfalls, für regelmäßige Schülertests und für die Evaluation der Schulen aus. Er warnt jedoch davor, Schulen kaputt zu testen und durch ein "Ranking" Schulen - vor allem in Problemregionen - öffentlich an den Pranger zu stellen.
Der BLLV plädiert im Zusammenhang einer grundlegenden Schulreform
- für eine intensive frühe Förderung,
- für mehr pädagogische Expertenhilfe
- für eine längere gemeinsame Schulzeit
- für kleinere Klassen und Lerngruppen
- für die Gleichwertigkeit in der fachlichen und pädagogischen Ausbildung in allen Lehrämtern
- sowie für flexible Schulstrukturen, die sich an regionalen Gegebenheiten orientieren.
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