Die Analyse des deutschen Bildungssystems von UN-Sonderberichterstatter Vernor Muñoz weist Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel (CDU) als für Thüringen unzutreffend strikt zurück: "Hätte Herr Muñoz den Freistaat besucht, wäre ihm aufgefallen, dass unser zweigliedriges Schulsystem allen Schülerinnen und Schülern entsprechend ihrer jeweiligen Fähigkeiten und Fertigkeiten gleichwertige Bildungschancen einräumt."
Kultusminister Goebel: "Unser bundesweit vorbildliches Schulsystem bietet nach der vierten Klasse die Möglichkeit zum Besuch der Regelschule oder des Gymnasiums, unabhängig von der sozialen Herkunft. Das Herzstück unseres Schulwesens ist dabei nach wie vor die Regelschule, die deutlich das längere gemeinsame Lernen betont. Da zwischen den Schularten Durchlässigkeit besteht, ist die Entscheidung für einen Bildungsweg keine endgültige Entscheidung für einen Abschluss. Die von Muñoz angesprochene Gefahr, ein mehrgliedriges Schulsystem würde zu einer ´De-facto-Diskriminierung´ führen, besteht für Thüringen nicht."
Darüber hinaus würden Kinder mit Migrationshintergrund und niedrigem sozioökonomischen Status in Thüringen nicht benachteiligt, erklärt Goebel weiter. "Gerade Schülern, die keine deutschen Muttersprachler sind, werden alle Bildungsmöglichkeiten in Schule, Beruf und Hochschule geboten. Darüber hinaus hat der PISA-2003-Bericht deutlich gemacht, dass z. B. die Mathematik-Kompetenzen von Schülern mit Migrationshintergrund gleich groß sind wie die von Schülern ohne Migrationshintergrund."
In den Klassenstufen 3 und 6 beträgt der Anteil der Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache 3,7 Prozent. In der Klassenstufe 6 haben 4 Prozent der Regel- und Gesamtschüler sowie 3,1 Prozent der Gymnasialschüler eine andere Muttersprache als Deutsch.