Die Landeselterninitiative für Bildung hat Saar-Bildungsminister Schreier, der zugleich 1. Vizepräsident der Kultusministerkonferenz ist, dazu aufgerufen, die Kritik des UN-Sonderberichterstatters für das Recht auf Bildung nicht lapidar zurückzuweisen.
Gerade das Saarland zum Beispiel benachteilige mit seinem Schulsystem ausländische Kinder. Sie hätten beim Vergleich der Bundesländer die zweitschlechtesten Chancen, einen mittleren Bildungsabschluss oder das Abitur zu erreichen und die Wahrscheinlichkeit, eine Sonderschule für Lernbehinderte zu besuchen, sei fast dreimal so groß.[i] Allgemein auch läge das Land in erfolgreichen Schulabschlüssen sowie mittlerer Reife und Abitur weit unter dem Bundesdurchschnitt. Überdurchschnittlich viele Schüler müssten die Klasse wiederholen.[ii] Stattdessen sollte die Landesregierung das öffentliche Interesse an besserer Bildung sowie die gerade vorgelegten Studien aufgreifen und ein Bildungskonzept vorlegen, mit dem das Saarland in die Aufstiegszone gelangt. "Wir Eltern wollen keinem Bildungskrieg zusehen müssen, der an lang überholte Kulturkämpfe erinnert und die Ressentiments und den Triumph der Rechthaber hervorruft, sondern Schulen, in denen Kinder länger gemeinsam lernen und die prekäre außerschulische Bedingungen sowie individuelle Leistungsunterschiede ausgleichen", sagte der Sprecher der Initiative Bernhard Strube.
Die Diskussion über Bildung und Erziehung hat in den letzten Tagen zusätzlichen Schub bekommen. Nach den Empfehlungen des Aktionsrates Bildung, auf ein zweigliedriges Schulsystem umzustellen, hat Anfang dieser Woche das ifo−Institut für Wirtschaftsforschung eine Studie vorgelegt, die nachweist, dass Bundesländer mit späterer und geringerer Selektion der Schüler deutlich höhere Chancengleichheit erreichen und dass die Leistungen darunter nicht leiden. Unterschiede, die bereits durch eine Verlängerung der Grundschule um zwei Jahre bewirkt werden, bringt ein Bundesland vom 40. auf den 10. Platz im internationalen Schulranking.