Ministerium für Bildung und Kultur Schleswig-Holstein
Bildungsministerin Erdsiek-Rave: "Umsteuern zu längerem gemeinsamen Lernen ist notwendig"
Mehr zu: Bildungsbericht, Bildungschancen, Bildungsgerechtigkeit, Gymnasium, Hauptschule, Realschule, Regionalschule, Schleswig-Holstein, Schulgesetz, Schulstruktur, Statistik, UN-Sonderberichterstattung, Schule"Der heute vorgelegte Bericht des UN-Sonderberichterstatters für das Recht auf Bildung, Vernor Munoz , verdient ernst genommen zu werden. Denn er bestätigt, wie wichtig das Umsteuern zu längerem gemeinsamen Lernen ist", sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (21. März) in Kiel.
Sie betonte, dass der Munoz-Bericht auf den PISA-Daten basiere und folglich zu ähnlichen Ergebnissen gekommen sei. "Seit PISA wissen wir, dass in unserem System der Bildungserfolg zu stark an soziale Herkunft gekoppelt ist", so die Ministerin. Leider bilde der Munoz-Bericht nicht die Anstrengungen einzelner Länder ab, dies zu ändern. "In Schleswig-Holstein haben wir mit dem neuen Schulgesetz die Weichen für mehr Bildungsgerechtigkeit gestellt. Wichtig ist uns, jedes Kind individuell zu fördern."
Seit Februar 2007 gilt in Schleswig-Holstein ein neues Schulgesetz, das einen schrittweisen Umbau des Schulsystems beschreibt. Haupt- und Realschulen werden zum Schuljahr 2010/11 auslaufen und durch die Regionalschule mit gemeinsamer Orientierungsstufe ersetzt. Bereits ab dem kommenden Schuljahr 2007/08 können bestehende Schulen zu Gemeinschaftsschulen zusammengeführt werden. Die Schülerinnen und Schüler werden von Klasse 5 bis Klasse 10 weitestgehend gemeinsam unterrichtet und können unter einem Dach den Hauptschulabschluss, den Mittleren Abschluss und die Befähigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe erreichen. Ministerin Erdsiek-Rave: "Das ist ein Schritt hin zu größerer Chancengleichheit, denn die Kinder lernen länger als bisher zusammen und werden differenziert nach ihren Fähigkeiten gefördert." Eine aktuelle Studie des Münchner ifo-Institutes bestätige Schleswig-Holstein in diesem Schritt. Die Studie zeigt auf, dass Bundesländer mit späterer Aufteilung und einer geringeren Anzahl von Schultypen weniger Ungleichheit für Migrantenkinder und Kinder aus sozial schwachen Familien schaffen.
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