Es gilt, dem wachsenden Fachkräftebedarf auf dem Arbeitsmarkt Rechnung zu tragen und ein ausreichendes und hochwertiges Studienangebot zu sichern. Da sich die Zahl der Studienanfänger auf Grund der demografischen Verhältnisse in den kommenden Jahren in den alten und neuen Ländern unterschiedlich gestalten wird, haben sich die Wissenschaftsminister der Länder gemeinsam mit der Bundesministerin am vergangenen Montag auf einen Hochschulpakt geeinigt, der der langfristigen Entwicklung von 2007 bis 2020 gerecht werden soll.
Der Hochschulpakt wird im Juni von den Regierungschefs von Bund und Ländern unterzeichnet. Bund und Länder gehen von rund 90.000 zusätzlichen Studienanfängern in der ersten Referenzperiode des Pakts bis zum Jahr 2010 aus. Nach 2010 soll dann ein Teil des erwarteten Ansturms von Studierenden aus den alten Ländern in den neuen Ländern aufgenommen und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der Hochschulen gesichert werden.
Der Beitrag Mecklenburg-Vorpommerns besteht in einer ersten Phase 2007 - 2010 darin, die Plätze für Studienanfänger auf dem Niveau von 2005 beizubehalten. Im Jahr 2005 wurden insgesamt 6.134 junge Menschen an den staatlichen Hochschulen im Zuständigkeitsbereich des Bildungsministeriums immatrikuliert.
Für den Erhalt dieser Studienkapazität erhält das Land bis 2010 Bundesmittel in Höhe von rund 11 Millionen Euro.
Für Mecklenburg Vorpommern ergeben sich damit folgende Aufgaben:
In diesem Zusammenhang sind verschiedene zusätzliche Aktivitäten in Vorbereitung, die die Studienmöglichkeiten und die Vorteile eine Studiums in Mecklenburg-Vorpommern verdeutlichen sollen, z. B.
Frühstudienprojekte: Für begabte Schüler soll ab 2008 an den Hochschulen des Landes die Möglichkeit bestehen, während der Schulzeit reguläre Lehrveranstaltungen des Grundstudiums wie Vorlesungen und Seminare zu besuchen und auch an Prüfungen teilzunehmen. Die dann erworbenen Scheine können dann auf ein späteres Studium angerechnet werden und somit zur Verkürzung der Studienzeit beitragen.
Studienorientierende Maßnahmen mit Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit: Die BA fördert studienvorbereitende Maßnahmen. Um mehr Schulabgänger vor allem der Gymnasien für ein Studium zu begeistern, sollen mit Unterstützung der BA Aktionen wie Schnuppertage und -wochen an den Hochschulen, Vorkurse speziell in Naturwissenschaften, aber auch in Sprachen, Sommerakademien z. B. für ausländische Studierende oder die Beratung von Studienbewerbern durch Studierende ausgebaut werden. Die Planungen sind schon angelaufen. Dafür stellt die BA in den kommenden zwei Jahren bis zu 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Der Betrag wird von den Hochschulen vornehmlich aus Mitteln des Hochschulpakts komplementiert.
Norddeutsche Studienwerbung: Die Wissenschaftsminister der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg und Bremen haben sich darauf geeinigt, gemeinsam für die abgestimmte Betreuung der Studenten im norddeutschen Raum zu sorgen, indem sie sich gegenseitig über die aktuelle Situation der Studierenden und über Bedarfe in speziellen Fachrichtungen austauschen, um im norddeutschen Verbund optimale Studienvoraussetzungen vorhalten zu können.
Studieren "vor der Haustür": Wissenschaftsminister Henry Tesch wirbt mit einem persönlichen Brief bei Schülern der Abschlussklassen in den Schulen für ein Studium in Mecklenburg-Vorpommern, lädt zu den Hochschulinformationstagen ein und stellt die guten beruflichen Chancen für Hochschulabsolventen heraus.
Studien- und Imagebroschüre "Zwischen Strand und Audimax - Studieren in Mecklenburg-Vorpommern". Die Zielgruppe der Broschüre sind Jugendliche im Land, in der gesamten Bundesrepublik und im Ausland, die nach einem geeigneten Studium und Studienort für sich suchen. Aber auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen sich angesprochen fühlen, eine Gastdozentur in MV zu übernehmen. Diese Broschüre wurde in einer Auflage von 30.000 Stück in deutscher und englischer Sprache gedruckt und regional, national sowie international breit gestreut.
Wissenskarawane 2007: Mit der zweiten Stafffel der Wissenkarawane unter der Schirmherrschaft von Minister Tesch sollen wieder interessierte Schüler zwischen 14 und 17 die Möglichkeit bekommen, sich über Perspektiven der wissenschaftlichen Ausbildung in unserem Land zu informieren. Mit spannenden Experimenten und spektakulären Phänomenen aus der Welt der Wissenschaft wird um die Studenten und Wissenschaftler von morgen geworben. Die Wissenskarawane beginnt am 27. April in Rostock im Biomedizinischen Forschungszentrum.
Zuvor findet am 26. April in Rostock die Lange Nacht der Wissenschaften statt, eine Wissenschaftspräsentation, mit der in ähnlicher Weise auch Greifswald gute Erfahrungen macht. Ausserdem nutzen die Hochschulen das Frühjahr für ihre Informationstage, um insbesondere Studierende für das bevorstehende Wintersemester 2007/2008 zu werben.