52 Freie Waldorfschulen mit knapp 23 000 Schülern in Baden-Württemberg
Nur wenige Schüler sind von anderen Schularten auf Freie Waldorfschulen gewechselt
Mehr zu: Baden-Württemberg, Hauptschule, Realschule, Schülerzahlen, Schulgeld, Schulpflicht, Statistik, Waldorfschule, SchuleIm laufenden Schuljahr 2006/07 besuchen nach Feststellung des Statistischen Landesamtes 22 971 Schüler eine Freie Waldorfschule, gut 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit besucht jeder vierte Privatschüler eine Freie Waldorfschule. Die Freien Waldorfschulen sind Schulen in privater Trägerschaft und unterrichten nach der anthroposophischen Lehre Rudolf Steiners. Sie erfreuen sich seit Jahren wachsender Beliebtheit und konnten ihre Schülerzahlen in den letzten 25 Jahren nahezu verdoppeln. Die öffentlichen allgemeinbildenden Schulen verzeichneten im selben Zeitraum dagegen eine Abnahme um 7 Prozent. Der Anteil der Schüler an privaten Schulen an den Schülern insgesamt ist im laufenden Schuljahr auf 7,1 Prozent gestiegen (Vorjahr: 6,8 Prozent).
Ausländische Schüler sind an Freien Waldorfschulen, die sich wie andere Privatschulen auch über staatliche Zuschüsse, Schulgeld und evtl. Spendeneinnahmen finanzieren, nur vergleichsweise gering vertreten. Die 727 Schüler mit ausländischer Nationalität entsprechen lediglich einem Anteil von etwas mehr als 3 Prozent. Bei den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen lag dieser Anteil im Vorjahr bei fast 13 Prozent. Die größte Gruppe unter den ausländischen Schülern an Freien Waldorfschulen stellen die Schweizer Schüler mit gut 12 Prozent, gefolgt von den türkischen Schülern mit knapp 12 Prozent und den französischen Schülern mit gut 9 Prozent.
1 792 Kinder in Klassenstufe 1 hatten ihre schulische Laufbahn im aktuellen Schuljahr an einer Freien Waldorfschule begonnen, davon waren 1 520 erstmals schulpflichtig und 272 im Vorjahr zurückgestellt. Die 1 967 Schüler in Klassenstufe 5 besuchten bereits im Vorjahr zum größten Teil (95 Prozent) die vierte Klassenstufe einer Freien Waldorfschule. Nur 4 Prozent waren aus einer Grundschule übergegangen, gut 1 Prozent war von einer Hauptschule gewechselt (und hatte die fünfte Klassenstufe wiederholt). Auch über alle Klassenstufen hinweg betrachtet wechselten nur sehr wenige Schüler aus anderen allgemeinbildenden Schularten auf eine Freie Waldorfschule. 8 Prozent der insgesamt 22 971 Waldorfschüler waren Schulanfänger, 90 Prozent besuchten bereits im Vorjahr eine Freie Waldorfschule. Lediglich 2 Prozent der Schüler kamen aus anderen Schularten bzw. aus dem Ausland.
52 der insgesamt 1 639 Abgänger hatten die Freie Waldorfschule zum Ende des Schuljahres 2005/06 ohne Abschluss und 133 mit dem Hauptschulabschluss verlassen. Einen Realschulabschluss erzielten 382 Schüler, die meisten von ihnen (93 Prozent) am Ende der 12. Klassenstufe. Der Erwerb eines Realschulabschlusses war an den Freien Waldorfschulen grundsätzlich ab der Klassenstufe 11 möglich. 334 (20 Prozent) Waldorfschüler gingen mit der Fachhochschulreife ab, 738 (45 Prozent) mit der Hochschulreife.
Von den gut 1 700 voll- und teilzeitbeschäftigten Lehrern besitzen im aktuellen Schuljahr
- 8,5 Prozent die Lehrbefähigung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen
- 8,7 Prozent die Lehrbefähigung für das Lehramt an Realschulen
- 21,9 Prozent die Lehrbefähigung für das Lehramt an Gymnasien
- 8,1 Prozent ein Eurhythmie-Diplom
- 52,8 Prozent die Lehrbefähigung für ein sonstiges Lehramt.
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