Bundesverdienstkreuz für Inge Dillenburger
Breites Engagement im sozialen, kommunalpolitischen und kulturellen Bereich - Literaturvermittlung als besonderes Anliegen
Mehr zu: Auszeichnungen, Baden-Württemberg, VolkshochschuleFür ihr großes künstlerisches und soziales Engagement vor allem im Raum Ludwigsburg erhielt Frau Inge Dillenburger, Freifrau von Groll, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Dietrich Birk, überreichte die Auszeichnung am 7. Mai in Ludwigsburg. Birk würdigte dabei Inge Dillenburger als "aufrechte und für das Gemeinwohl engagierte Bürgerin". Sie habe sich in vielfältiger Weise für die Allgemeinheit eingesetzt, so dass man, so der Staatssekretär, mit Fug und Recht von einem Lebenswerk sprechen könne.
Birk hob besonders das künstlerische Engagement der Geehrten hervor. "Als Autorin zahlreicher Bücher mit regionaler Anbindung haben Sie sich dezidiert der Literatur und Literaturvermittlung verschrieben. Mit der von Ihnen an der Volkshochschule Ludwigsburg initiierten Schreibwerkstatt und der Mitbegründung des Literarischen Gesprächskreises Ludwigsburg e.V. ist es Ihnen gelungen, die literarische Tradition in Stadt, Kreis und Region wiederzubeleben."
Die rund 50 Mitglieder des Literarischen Kreises treffen sich mehrmals im Jahr zu Dichterlesungen, Buchvorstellungen, Vorträgen, Diskussionsrunden und Ausstellungen. Neben den württembergischen Klassikern erhalten auch die Autorenmitglieder des Gesprächskreises ein öffentliches Forum. "Daneben ist auch die 2002 von Inge Dillenburger mit vorangetriebene Gründung der Mörike-Gesellschaft in Ludwigsburg eine wichtige Bereicherung des kulturellen Lebens der Stadt", strich der Staatssekretär heraus.
Neben ihrem Einsatz in der offenen Jugendarbeit, der sich maßgeblich in der Mitbegründung überörtlicher und örtlicher Jugendfarm-Initiativen äußerte, habe sich Inge Dillenburger auch in vorbildlicher Weise für das gesellschaftliche Miteinander auf kommunaler Ebene eingesetzt. "Auf Ihren Anstoß hin wurde im Jahr 1976 in Neckarweihingen die Nachbarschaftshilfe eingerichtet, die in Form eines Babysitterdienstes und eines Sorgentelefons den Eltern und Familien vor Ort ganz konkrete Hilfe brachte", so der Staatssekretär.
Inge Dillenburger , Freifrau von Groll, wurde 1925 in Berlin geboren. Nach dem Abitur im Jahr 1942 studierte sie an der Freien Universität Berlin, der University of Arkansas in den USA und der Universität Stuttgart Sprachen, Literatur und Politikwissenschaft. Nach einer Unterbrechung aus familiären Gründen absolvierte sie ihr Studium von 1977 bis 1980 in Stuttgart mit dem Staatsexamen für das höhere Lehramt. 1983 bis 1985 schloss sie ein Studium der Erwachsenenpädagogik mit dem Abschluss der Diplompädagogin an. Sie ist Mitbegründerin und Initiatorin zahlreicher Aktivitäten im Bereich der Jugendarbeit, wie beispielsweise des Bundes der Jugendfarmen in Stuttgart (1972), der Jugendfarm Ludwigsburg (1973), des Robinson Spielplatzes Neckarweihingen (1975) sowie der Nachbarschaftshilfe in Neckarweihingen (1976). Von 1989 bis 1997 Mitglied der Freien Wähler im Stadtteilausschuss Neckarweihingen war sie Mitbegründerin und 2. Vorsitzende des Bürgervereins Neckarweihingen (1993). Sie ist Mitbegründerin des Literarischen Gesprächskreises Ludwigsburg e.V. (1982) und der Mörike Gesellschaft Ludwigsburg (2002). Daneben ist sie Autorin zahlreicher Bücher, darunter auch Kinderbücher und Familienromane, die in Ludwigsburg und dessen Stadtteilen spielen. 1981 gründete sie die Schreibwerkstatt der Volkshochschule Ludwigsburg. 1992 wurde ihr die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg und 2000 der Kulturteller der Stadt Ludwigsburg verliehen.
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