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Kultusminister Rau: Offener Brief entspricht nicht einer an der Sache orientierten Debattenkultur

Fragen der Schulstruktur für positive Schulentwicklung nicht vorrangig / Dreh- und Angelpunkt sind Verbesserungen der Qualität des Unterrichts - Geplantes Maßnahmenpaket zur Stärkung der Hauptschule setzt auf individuelle Förderung

Mehr zu: Baden-Württemberg, Hauptschule, Individuelle Förderung, Schulentwicklung, Schulstruktur, Schule
Stuttgart, 09.05.2007 -

Kultusminister Helmut Rau MdL hat den Vorwurf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), kritischen Schulleitern einen "Maulkorb" zu verpassen, als "völlig abwegig" bezeichnet. "Ich bin für Ratschläge von Schulpraktikern dankbar, auch für kritische. Aber es wundert mich sehr und hat mich auch enttäuscht, dass dazu der Weg eines 'offenen Briefes' gewählt wurde. Dieser Stil entspricht nicht einer an der Sache orientierten Debattenkultur, zumal ich noch vor wenigen Wochen im Kreis Ra-vensburg eine öffentliche Diskussion mit Hauptschulrektoren geführt habe", sagte der Minister.

Seit vielen Jahren werde offen über Vor- und Nachteile einer längeren gemeinsamen Beschulung von Kindern und Jugendlichen diskutiert. In diesem Zusammenhang werde auch immer wieder die Forderung nach einer Zusammenlegung von Haupt- und Realschule erhoben. Allerdings sei es unter renommierten Bildungswissenschaftlern unstrittig, dass Fragen der Schulstruktur für eine positive Schulentwicklung nachrangig seien.

Dreh- und Angelpunkt sei die Verbesserung der Qualität des Unterrichts. "Darauf zielt auch das geplante Maßnahmenpaket der Landesregierung zur Stärkung der Hauptschule, das ich in seinen wesentlichen Elementen bereits im März im Landtag vorgestellt habe", so Rau. Es setze auf individuell ausgerichtete Fördermaßnahmen. Dazu zählten die gezielte Förderung der Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik, der Einsatz von Kompetenzanalysen und die flächendeckende Einführung von Praxis-zügen. "Mein Ziel ist es, durch individuelle Fördermaßnahmen die Chancen von Haupt-schülerinnen und Hauptschülern beim Übergang in die Arbeitswelt deutlich zu verbessern", betonte der Minister.

Es sei auch ein Trugschluss, in der Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen ein geeignetes Mittel zur Sicherung von Schulstandorten zu sehen, hob Rau hervor. Das Gegenteil sei der Fall. Ein dramatischer Konzentrationsprozess wäre die Folge, der den endgültigen Abschied von der wohnortnahen Schule im ländlichen Raum zur Fol-ge hätte.

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