Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
Anteil der Abgänger ohne Abschluss aus allgemeinbildenden Schulen sinkt im Jahr 2006 auf 6,3 Prozent
Realschulabschluss bleibt weiterhin der mit Abstand häufigste Abschluss
Mehr zu: Baden-Württemberg, Förderschule, Hauptschule, Schulabschluss, Sonderschulen, Statistik, Waldorfschule, Werkrealschule, Zweiter Bildungsweg, SchuleIm Jahr 2006 (also zum Ende des Schuljahres 2005/06) sind rund 125 000 Schüler von einer allgemeinbildenden Schule abgegangen. Wie das Statistische Landesamt feststellt, blieb der Realschulabschluss mit einem Anteil von 38,4 Prozent weiterhin die mit Abstand häufigste Abschlussart. 6 760 (14 Prozent, Vorjahr: 13 Prozent) der insgesamt 48 053 Abgänger mit Realschulabschluss konnten diesen Abschluss nach dem Besuch der 10. Klasse einer Hauptschule (Werkrealschule) erwerben.
Der am zweithäufigsten erzielte Abschluss war der Hauptschulabschluss mit 32,3 Pro-zent (Vorjahr: 32,6 Prozent). Mit der allgemeinen Hochschulreife in der Tasche konnten 28 276 Schüler die Schule verlassen. Der Anteil an den Abgängern insgesamt ist damit von 21 Prozent im Jahr 2005 auf 23 Prozent im Jahr 2006 angestiegen.
| Schulabgänger aus allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg 2006*) | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Schulart | ohne Abschluss | mit Hauptschul- abschluss | mit Realschul- abschluss | mit Fachhoch- schulreife | mit Hochschulreife | Abgänger insgesamt |
|
*) ohne Abgänger des Zweiten Bildungsweges. | ||||||
| Hauptschule | 2.417 | 37.067 | 6.760 | – | – | 46.244 |
| Realschule | 863 | 1.559 | 38.159 | – | – | 40.581 |
| Gymnasium | 108 | 287 | 2.383 | – | 27.357 | 30.135 |
| Sonderschule | 4.488 | 1.117 | 124 | – | 29 | 5.758 |
| Schule besonderer Art | 4 | 204 | 245 | – | 152 | 605 |
| Freie Waldorfschule | 52 | 133 | 382 | 334 | 738 | 1.639 |
| Insgesamt | 7.932 | 40.367 | 48.053 | 334 | 28.276 | 124.962 |
| darunter | ||||||
| weiblich | 3.044 | 17.616 | 24.331 | 166 | 14.830 | 59.987 |
| Ausländer | 2.456 | 8.463 | 3.885 | 8 | 674 | 15.486 |
Ohne (Hauptschul-)Abschluss gingen im Jahr 2006 7 932 Schüler (6,3 Prozent der Abgänger insgesamt) ab. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 6,8 Prozent. Abgänger ohne Abschluss gab es zwar an allen Schularten, sie verteilten sich aber erwartungsgemäß sehr unterschiedlich: Weit über die Hälfte (57 Prozent) kam aus Sonderschulen, 30 Prozent kamen aus Hauptschulen und 11 Prozent aus Realschulen. An Gymnasien, Schulen besonderer Art und Freien Waldorfschulen erzielten zusammen nur 2 Prozent der Abgänger keinen Abschluss.
Allerdings hatten die meisten der 4 488 Sonderschulabgänger ohne Abschluss einen der aufgeführten Abschlüsse auch gar nicht angestrebt. Sie besuchten nämlich eine Schule für Geistigbehinderte oder eine Förderschule (früher Schule für Lernbehinderte).1) An diesen Schulen konnten 917 Schüler den Abschluss der Schule für Geistigbehinderte und 3 111 den Abschluss der Förderschule erzielen. Den Abgängern ohne Hauptschulabschluss aus den allgemeinbildenden Schulen steht die Möglichkeit offen, den Hauptschulabschluss an einer beruflichen Schule nachzuholen. Im Jahr 2006 wurden von den beruflichen Schulen rund 5 800 Hauptschulabschlüsse vergeben.
Mädchen erzielten im Durchschnitt (formell) höherwertigere Abschlüsse als Jungen. So sind 25 Prozent der weiblichen Schulabgänger mit Fachhochschul-/Hochschulreife abgegangen, aber nur 21 Prozent der männlichen.
| Mädchen | Jungen | |
|---|---|---|
| Ohne Abschluss | 5,1 | 7,5 |
| Mit Hauptschulabschluss | 29,4 | 35,0 |
| Mit Realschulabschluss | 40,6 | 36,5 |
| Mit Fachhochschulreife/Hochschulreife | 25,0 | 21,0 |
Von den ausländischen Abgängern erzielte weit über die Hälfte (54,6 Prozent) den Hauptschulabschluss. Jeder vierte Abgänger mit ausländischer Nationalität hatte den Realschulabschluss erworben, nur jeder 23. die Fachhochschul- bzw. Hochschulreife. Ohne Abschluss verließen im Jahr 2006 15,9 Prozent der ausländischen Abgänger die Schule. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass es Jugendlichen mit ausländischer Staatsangehörigkeit aufgrund von Sprachproblemen oft schwer fällt, dem Unterricht so zu folgen und sich so einzubringen, wie es eigentlich ihrer Begabung entspräche. Dies wohl umso mehr, wenn sie dem deutschen Schulsystem erst spät beitreten.
1) Oder eine entsprechende Abteilung eines anderen Sonderschultyps.
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