GEW Baden-Württemberg
Vielfalt statt Sortieren nach dem vierten Schuljahr
Aus dem Kultusministerium kommen keine pädagogischen Impulse
Mehr zu: Auslese, Baden-Württemberg, Deutschland, Individuelle Förderung, Schulstruktur, SchuleDie Bildungsgewerkschaft GEW unterstützt den Vorschlag des PISA-Koordinators Andreas Schleicher, in Baden-Württemberg die Kinder nicht mehr nach der vierten Klasse in verschiedene Schularten aufzuteilen. "Die pädagogischen Impulse für eine Weiterentwicklung unserer Schulen kommen derzeit nicht aus dem Kultusministerium, sondern aus den Schulen. Die Landesregierung sollte die Initiative der südwürttembergischen Schulleiter aufgreifen und als ersten Schritt Modellprojekte für integrative Schulen zulassen", sagte am Montag (21.05.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
"Baden-Württemberg verschläft einen wichtigen Reformprozess, wenn es weiter auf das dreigliedrige Schulsystem setzt. Wir brauchen in unseren Schulen mehr Vielfalt statt Aufteilung der Kinder nach vermeintlichen Begabungen und mehr individuelle Förderung statt Abschieben benachteiligter Kinder in andere Schularten. Die Ergebnisse anderer Länder zeigen, dass dann die Leistungen aller Kinder besser werden und weniger Jugendliche ohne Perspektiven die Schule verlassen", so Dahlem.
Von den 30 bei PISA untersuchten OECD-Staaten sortieren nur Deutschland und Österreich die Kinder im Alter von zehn Jahren. In der Mehrheit der Länder (19 Staaten) findet die erste Selektion auf verschiedene Schularten statt, wenn die Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahre alt sind. (Quelle: OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick 2006")
Weitere Informationen: www.gew-bw.de
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