Längsschnittstudie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung zu den Hauptschulen auf Anregung von Kultusminister Helmut Rau initiiert
Nach drei Jahren erste Vergleichsergebnisse / Wissenszuwachs bei Hauptschülerinnen und Hauptschülern wird analysiert - Als Vergleichgröße werden die Leistungsentwicklung an Realschulen und sächsischen Mittelschulen herangezogen
Mehr zu: Baden-Württemberg, Forschung, Hauptschule, Mittelschule, Stiftungen, Schule"Ich stelle mich einer offenen Debatte und werde diese auf eine wissenschaftlich fundierte Basis stellen", erklärte Kultusminister Helmut Rau MdL am Donnerstag in der aktuellen Debatte im Landtag. Rau kündigte an, dass das Max-Planck-Institut auf seine Initiative hin eine so genannte Längsschnittstudie durchführen werde.
Die ersten Gespräche zwischen Kultusministerium und Max-Planck-Institut fanden bereits im Sommer vergangenen Jahres statt. Seitens des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung werden Prof. Dr. Jürgen Baumert und Prof. Dr. Ulrich Trautwein das Projekt verantworten. Ziel der wissenschaftlichen Untersuchung wird sein, die Leistungsentwicklung von Hauptschülerinnen und Hauptschülern zu analysieren. Um differenzierte Aussagen treffen zu können, müssen die Leistungen von Hauptschülern mit den Leistungen von Schülern anderer Schularten verglichen werden. Dazu werden zusätzlich Untersuchungen an baden-württembergischen Realschulen und sächsischen Mittelschulen durchgeführt. Mitfinanziert wird die Studie von der Robert-Bosch-Stiftung, der Hertie-Stiftung sowie dem sächsischen Kultusministerium.
In so genannten Längsschnittstudien kann der konkrete Leistungszuwachs der Schülerinnen und Schülern untersucht werden. Über einen Zeitraum von drei Jahren werden die Schülerleistungen in drei unterschiedlichen Alterskohorten in zentralen Lernbereichen gemessen. Nach einer vom Max-Planck-Institut ausgearbeiteten Studienskizze werden voraussichtlich ab Herbst/Winter 2007 je zwei 5. Klassen, zwei 7. Klassen und zwei 9. Klassen aus je 25 Haupt- und Realschulen erstmals getestet. In Sachsen würden dann entsprechend 25 Mittelschulen mit je zwei 5., 7. und 9. Klassen an den Untersuchungen einbezogen. Die Studie analysiert die Leistungszuwächse in den Bereichen Mathematik, Deutsch, Allgemeinwissen, Englisch als Fremdsprache und kognitive Fähigkeiten. "Unser Ziel ist es, dass die Studie bereits dieses Jahr startet", bekräftigte Rau.
Um möglichst früh mit Ergebnissen arbeiten zu können, werde die Studie so angelegt, dass bereits nach drei Jahren die ersten belastbaren Auswertungen zu erwarten seien, so Rau. Die ersten Zwischenergebnisse lägen bereits nach zwei Jahren vor.
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