GEW Baden-Württemberg
Schulleiter in den Landtag holen
Durch Persönlichkeitstests werden keine Lehrstellen geschaffen
Mehr zu: Baden-Württemberg, Deutschland, Hauptschule, Lehrerbildung, Schulstruktur, SchuleDie Bildungsgewerkschaft GEW schlägt nach der heutigen (24.05.) Landtagsdebatte vor, Schulleiter zur Anhörung in den Landtag einzuladen. "Der alte Schlagabtausch der Abgeordneten zur Schulstruktur in Baden-Württemberg hat uns nicht weiter gebracht. Es wäre sinnvoller, die pädagogischen Experten zu Wort kommen zu lassen, damit im Interesse der Kinder und Jugendlichen endlich Bewegung in die Bildungspolitik im Südwesten kommt", sagte am Donnerstag (24.05.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Die GEW vermisst in der CDU/FDP-Koalition eine offene Auseinandersetzung mit den Vorschlägen der Schulleiter/innen aus Südwürttemberg. "Das Thema ist nicht erledigt, indem man die vier Initiatoren zu einem Dienstgespräch ins Regierungspräsidium zitiert, aber der Kultusminister eine inhaltliche Diskussion mit den Lehrer/innen vermeidet", so Dahlem.
3,5 Millionen Euro für Kompetenztests von Hauptschüler/innen
Die vom Kultusministerium geplanten Persönlichkeitstests für Hauptschüler/innen in der siebten Klasse bezeichnet die GEW als "Alibi-Maßnahme". "Es sollte in allen Schularten selbstverständlich werden, dass Schülerinnen und Schüler bei der Berufsvorbereitung professionell unterstützt werden. Das Problem der Jugendlichen auf der Hauptschule ist es aber, dass sie auch bei guten Leistungen kaum Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben", so Dahlem.
Die GEW erinnert bei jeder Schulstruktur-Debatte:
Von den 30 bei PISA untersuchten OECD-Staaten sortieren nur Deutschland und
Österreich die Kinder im Alter von zehn Jahren. In der Mehrheit der Länder
(19 Staaten) werden Jugendliche auf verschiedene Schularten verteilt, wenn
sie zwischen 14 und 16 Jahre alt sind.
(Quelle: OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick 2006")
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