Landeselternbeirat Baden-Württemberg (LEB-BW)
Stellungnahme des 14. Landeselternbeirats zu den Reformvorschlägen der Hauptschulrektoren
Mehr zu: Baden-Württemberg, Grundschulempfehlung, Hauptschule, Schulstruktur, Übertritt, SchuleDer Landeselternbeirat fasst in seiner Sitzung vom 16. Mai 2007 folgenden Beschluss: Der Landeselternbeirat unterstützt die Hauptschulrektoren bei ihren Bemühungen, Reformen im Hauptschulbereich offensiv anzugehen. Dort wo Modelle ausgearbeitet sind und alle Vorbereitungen getroffen wurden, sollten diese auch unbedingt durchgeführt werden können.
Es ist nicht nachvollziehbar, dass immer noch neue Wege seitens des Kultusministeriums abgelehnt werden. Viele Hauptschulen sind in ihrer Existenz gefährdet hier muss umgedacht und gehandelt werden, denn wer sich jetzt nicht bewegt, der wird in 5 Jahren bewegt werden. Die Aktion ist immer besser als die Reaktion.
Die diskutierte Schließung der Schule Amtszell, die als Erfolgsmodell ausgezeichnete Arbeit geleistet hat und leistet, ist aus Sicht des Landeselternbeirats inakzeptabel.
Um Eltern in der Entscheidung für oder gegen eine Schulart nicht zu entmündigen, lehnt der Landeselternbeirat die Grundschulempfehlung ab. Der Druck der durch die Empfehlung auf Eltern, Kinder und Lehrer ausgeübt wird, ist zu beenden.
Mittelfristig muss über eine längere gemeinsame Grundschulzeit nachgedacht werden. Allerdings müssen hierzu die Rahmenbedingungen für binnendifferenziertes Unterrichten geschaffen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt mangelt es hier sowohl an einer qualifizierten Ausbildung der Lehrkräfte, als auch an geeigneten Unterrichtsräumen.
Der Landeselternbeirat fordert insbesondere auch Lehrer auf, über Hauptschulen nicht als "Restschulen" zu sprechen. Kinder sind nie der "Rest", sondern sie müssen individuell gefördert werden. Jedes einzelne Kind ist alle Mühe wert. Diese Haltung müssen alle Lehrer, egal an welcher Schulart ausstrahlen, denn Erziehung ist auch Auftrag der Schule. Eltern und Lehrer sollten gemeinsam diesem Auftrag gerecht werden. Ehrenamtliche Mitarbeiter an Schulen zeigen immer wieder, dass auch als "unmotiviert" geltende Kinder zu Leistungen angespornt werden können.
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