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Pressemeldung von: Philologen-Verband NRW

Nordrhein-Westfälischer Lehrerverband: Lehrkräfte nicht zum digitalen Freiwild machen!

Persönlichkeitsschutz kontra Diffamierungskampagne

Düsseldorf, 25.05.2007

Ein neuer "Schülersport" zieht immer größere Kreise: Bewertungen, Beleidigungen, Bedrohungen von Lehrkräften im Internet. Der Nordrhein-Westfälische Lehrerverband (NRWL), in dem Philologen-Verband und Realschullehrerverband kooperieren, versteht sich als Anwalt der Lehrerinnen und Lehrer. Rechtlich geht er gegen diese Grenzüberschreitungen vor.

Im vermeintlichen Schutz der Internet-Anonymität finden sich immer häufiger nicht nur Benotungen von Lehrkräften, sondern ebenso Diffamierungen und Beschimpfungen. Man mag gewisse Formen als harmlos herunterspielen. Dennoch bleibt der Eingriff in die grundgesetzlich verankerten Persönlichkeitsrechte der einzelnen Lehrkraft.

"Mit Spaß hat das alles nichts mehr zu tun. Die Formen der Attacken ufern aus: so loggen sich Schüler unter Lehrernamen in Chat-Rooms ein, man manipuliert Handy-Fotos von Lehrern zu obszönen Fotomontagen, erstellt Counter-Strike-Spiele mit Lehrkräften als Zielscheiben und macht auch vor Lehrer-Morddrohungen im Internet nicht halt," zeigt sich Peter Silbernagel, Präsident des NRWL, schockiert. "Manche Beobachter verschließen die Augen und tabuisieren die Problematik. Die Betroffenen selbst sind oft traumatisiert und fühlen sich von ihrem Dienstherrn, dem Land Nordrhein-Westfalen, ungenügend geschützt und allein gelassen."

Daher fordert der Nordrhein-Westfälische Lehrerverband, konsequent den Persönlichkeitsschutz von Lehrerinnen und Lehrern ernst zu nehmen. Philologen-Verband und Realschullehrerverband leisten Rechtsberatung und geben Rechtsschutz. Nicht nur strafrechtlich kann man vorgehen, auch im Bereich der schulrechtlichen Ordnungs- und Erziehungsmaßnahmen gibt es Reaktionsmöglichkeiten.

Beide Verbände haben darüber hinaus eine Initiative ´Gegen Gewalt gegen Lehrkräfte´ ins Leben gerufen. In einem Netzwerk sollen hierbei u.a. Polizeidienststellen, Jugendämter, Jugendhilfe, Schulträger und Schulpolitiker zusammenarbeiten.

"Den Anfängen kann man kaum noch wehren, aber man kann Schadensbegrenzung betreiben, indem Aufklärungsarbeit und Bewusstseinsbildung betrieben werden. Der Schaden nämlich der Angriffe auf die Persönlichkeitsrechte von Lehrerinnen und Lehrern ist kaum übersehbar", warnt Peter Silbernagel.

Weitere Hinweise finden Sie auf der Internetseite des NRWL: www.nrwl.de


Zur Veröffentlichung freigegeben - Philologen-Verband NRW / bildungsklick.de


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