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Saarländischer Schulpreis soll gute Bildung fördern

Gemeinsame Pressemitteilung der Stiftung Demokratie Saarland und der Landeselterninitiative für Bildung

Mehr zu: Außerschulische Lernorte, Europa, Gesamtschule, Hauptschule, Individuelle Förderung, Saarland, Sekundarschule, Sport, Stiftungen, Unterrichtsgestaltung, Waldorfschule, Wettbewerbe, Schule
Saarbrücken, 31.05.2007 -

Mit dem "Saarländischen Schulpreis" sollen zukünftig im Saarland vorbildliche pädagogische Leistungen ausgezeichnet sowie die Verbreitung guter schulischer Praxis gefördert werden. Die Stiftung Demokratie Saarland und die Landeselterninitiative für Bildung werden den jährlichen Wettbewerb in Kooperation mit der Gesamtlandesschülervertretung sowie der Gesamtlandeselternvertretung veranstalten.

Ziel

In einer Krise unserer Gesellschaft durch Globalisierung, Individualisierung und Medialisierung ist unsere tief in der europäischen Geschichte verwurzelte Region durch die aktuellen sozialen und ökonomischen Tiefenströmungen sowie den Strukturwandel besonders gefährdet. In dem Maß wird unsere Region Zukunft haben, wie es gelingt, die Bildung von Kindern und Jugendlichen weiterzuentwickeln und Orte zu kultivieren, an denen Wissen, Kompetenzen und Ideen gedeihen. Kinder und Jugendliche sollen Eigeninitiative, Unternehmensgeist, Teilhabe und Mitverantwortung sowie eine demokratische Kultur des Zusammenlebens erlernen und erleben. Ihre Bildung muss - vielleicht stärker als anderswo - Identität stiften, Mentalität modernisieren sowie Kompetenz und Selbstbewusstsein schaffen.

Es gibt Schulen, die es bei allen Schwierigkeiten und aller Unterschiedlichkeit ihrer Rahmenbedingungen schaffen, die anerkannten Bedingungen hoher Leistung herzustellen: die Rücksicht auf die Vielfalt der Potentiale, die Individualität des Lernens und die Selbstverantwortung des sich bildenden Menschen. An diesen Schulen tut sich im Alltäglichen oder auch in mutigen Unternehmungen viel mehr als die Öffentlichkeit weiß. Sie setzen ein umfassendes Verständnis von Lernen und Leistung um. Über die bloße Wissensvermittlung hinaus bilden sie die individuellen, sozialen und schöpferischen Fähigkeiten aus.

Damit solche Schulen für andere wirksam werden können, brauchen sie öffentliche Aufmerksamkeit und Anerkennung. Aus diesem Grund schreiben die Stiftung Demokratie Saarland und die Landeselterninitiative für Bildung in Kooperation mit der Gesamtlandesschülervertretung und der Gesamtlandeselternvertretung jährlich den Saarländischen Schulpreis aus, orientiert an der Idee des Deutschen Schulpreises der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung.

Der Saarländische Schulpreis richtet sich an alle allgemeinbildenden Schulen im Saarland; beteiligen können sich öffentliche und private Schulen jeden Typs. (Im Saarland gibt es nach dem Statistischen Jahrbuch 2006 folgende 311 allgemein bildenden Schulen: 159 Grundschulen, 1 Grund- und Hauptschule, 15 Gesamtschulen, 4 Freie Waldorfschulen, 41 Schulen für Behinderte, 1 Sekundarschule, 51 Erweiterte Realschulen, 35 Gymnasien, 2 Erweiterte Realschulen in Abendform, 2 Abendgymnasien.)

Der Saarländische Schulpreis setzt auf die Vorbildwirkung erfolgreicher Praxisbeispiele und die Innovationsbereitschaft der Schulen. Der Preis würdigt beides, den Weg und die Ziele besonders guter Schulen. Nicht der einmal erreichte Stand ist ausschlaggebend. Einbezogen wird die gesamte Entwicklung einer Schule: ihr eigener Weg, die besonderen Voraussetzungen, Chancen und Schwierigkeiten und ebenso die weitere Entwicklungsplanung. Entscheidend ist deshalb nicht, ob eine Schule schon als herausragend in der Bildungslandschaft bekannt ist. Angesprochen werden vielmehr gerade auch solche Schulen, die sich noch am Anfang eines Weges sehen und sich dabei durch besonderes Engagement, innovative Methoden und qualitätswirksame Entwicklungsschritte auszeichnen.

Anerkennung

Der Hauptpreis ist mit 10 000 Euro ausgestattet. Zwei weitere Schulen erhalten Preise in Höhe von 6 000 und 4 000 Euro. Die ausgezeichneten Schulen sollen ihre Konzepte und Programme sowie ihre Erfahrungen an andere weitergeben, z.B. bei Schulbesuchen, Vorträgen und Workshops, sich selbst beflügeln und andere zu eigener Initiative ermuntern.

Qualitätsbereiche und Qualitätskriterien

Der Saarländische Schulpreis erfasst folgende sechs Qualitätsbereiche der Erziehungs- und Bildungsarbeit der Schulen:

1. Qualität des Lernens

Lernen ist weniger nur rezeptiv, fremdgesteuert und einseitig kognitiv gestaltet, sondern mehr als üblich an Erfahrung, (Selbst)Erprobung, Bewährung und Ernstfall gebunden, auch unter Einbeziehung außerschulischer Lernorte. Übung und Systematik ergänzen sich mit Erlebnis und Erfahrung. Schülerinnen und Schüler übernehmen teilweise selbst die Verantwortung für ihr Lernen. Der Unterricht und die Arbeit der Lehrenden wird auf Grund neuer Erkenntnisse kontinuierlich verbessert.

2. Individuelle Förderung, Umgang mit Vielfalt

Die Schule erkennt die Individualität der Einzelnen an; sie fördert die Kreativität, Eigenverantwortung und den Eigensinn der Kinder und Jugendlichen. Die Unterrichtsgestaltung ist auf die individuellen Anforderungen der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet. Die Schule geht produktiv mit den unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen und Leistungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler um. Sie trägt wirksam zum Ausgleich von Benachteiligungen bei, aber auch zur sozial-integrativen Anerkennung von Unterschieden.

3. Schule als Gemeinwesen

Die Schule ist selbst Vorbild der Gemeinschaft, zu der und für die sie erzieht. Selbständigkeit und Verantwortung, Solidarität und Hilfsbereitschaft, Empathie und Zuwendung werden im Alltag gelebt. Mitwirkung und demokratisches Engagement, Eigeninitiative und Gemeinsinn werden in der Schule und über die Schule hinaus gefordert und umgesetzt. Die Schule pflegt pädagogisch fruchtbare Beziehungen zu außerschulischen Personen und Institutionen (z.B. sind Träger der Jugendhilfe und sozialen Arbeit, sportlich und kulturell tätige Vereine, ansässige Berufe und Betriebe, Künstler usw. einbezogen).

4. Schulklima

Das Klima der Schule ist von gegenseitigem Respekt, Lernfreude und Anstrengungsbereitschaft geprägt. Eltern bringen sich besonders ein. Die Schule ist einladend, freundlich und anregend gestaltet. Ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche den ganzen Tag über gern und gut leben und lernen können, an dem Lehrer gern arbeiten, zu dem Eltern gern hingehen. Ein Ort, der für die Menschen und ihre Bildung Wertschätzung ausdrückt.

5. Lernende Organisation

Mit dem gleichen Ernst lernt die Schule selbst und arbeitet selbständig an sich, wie sie es den Kindern und Jugendlichen vermittelt. Sie hat neue und ergebnisorientierte Formen von Zusammenarbeit sowie Management etabliert und fördert Motivation und Professionalität ihrer Lehrenden planvoll.

6. Leistung

Die Schule erzielt - gemessen an ihrer Ausgangslage - besondere Schülerleistung in den Grundfächern (Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen), in Naturwissenschaften, im musisch-künstlerischen Bereich (z.B. Theater, Kunst, Musik oder Tanz), ggf. in Gesellschaftswissenschaften, im Sport oder in anderen wichtigen Bereichen (z.B. Projektarbeit, Wettbewerbe). Die Schülerinnen und Schüler können im Team arbeiten und Arbeitsergebnisse mit Medien präsentieren. Für die Auswahl sind nicht nur die aktuellen Ergebnisse entscheidend. Der Weg dorthin,die Hürden, die eine Schule überwunden und die Unterstützung, die sie erfahren hat, sowie der Ausblick auf ihre weitere Entwicklung und die Ideen, wie auch andere Schulen von dieser Erfahrung profitieren können, sind ebenfalls von Bedeutung.

Bewerbung und Referenz

Interessierte Schulen bewerben sich mit einer Beschreibung der Rahmenbedingungen der Schule und einer Darstellung anhand der sechs Qualitätskriterien. Bestandteil der Bewerbung soll darüber hinaus das Gutachten einer "Patin" oder eines "Paten" sein. Solche sind Kenner der Schule, arbeiten regelmäßig als Kooperationspartner mit der Schule zusammen und können so die herausragende Qualität der Schule beurteilen. Als Paten kommen beispielsweise Persönlichkeiten aus Unternehmen, der Wissenschaft und dem öffentlichen Leben sowie pädagogische Experten in Betracht.

Auswahlverfahren

Eine fachliche Jury wählt unter den Bewerbern bis zu neun Schulen aus, die die Gelegenheit erhalten, ihre Qualität im Rahmen eines Schulbesuches zu präsentieren. Die Eindrücke vor Ort bezieht die Jury in ihre Entscheidungen ein. Sechs Schulen nominiert sie für den Saarländischen Schulpreis. Die drei Preisträger werden im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung bekannt gegeben.

Terminkalender

10. September 2007, 19:30 Uhr, Festsaal des Saarbrücker Schlosses
Auftaktveranstaltung für den Saarländischen Schulpreis
September 2007 (im Anschluss an die Auftaktveranstaltung)
Ausschreibung des Saarländischen Schulpreises, Frist 2 Monate
Februar 2008 (Zeitraum 18.-29.2.2008)Erste Jurysitzung
April/Mai 2008 Zeitraum der Schulbesuche
Juni 2008 (Zeitraum 9.-16.6.2008) Preisverleihung in Saarbrücken

Die Jury des Saarländischen Schulpreises

Dr. Hans Werner Bedersdorfer, Universität des Saarlandes, Saarbrücken Akademischer Direktor, Leiter des Zentrums für Lehrerbildung

Prof. em. Dr. Helmut Fend, Pädagogisches Institut der Universität Zürich, Schweiz ehemaliger Ordinarius für Pädagogische Psychologie

Prof. Dr. Ulrich Herrmann, ehemaliger Professor für Pädagogik und Leiter des Seminars für Pädagogik an der Universität Ulm, Tübingen

Reinhard Kahl, Journalist, sowie Autor, Regisseur und Produzent von Fernseh- und Videodokumentationen, Hamburg

Ingrid Kaiser, ehemalige pädagogische Leiterin der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden,Schulberaterin, Frankfurt

Prof. Dr. Alfred Sander, Universität des Saarlandes, Saarbrücken, ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls Erziehungswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Sonderpädagogik, Mitglied des Beirates des Vereins Miteinander leben lernen

Gerd Wagner, ehemaliger Leiter der Gesamtschule Bellevue Saarbrücken und Vorsitzender der, Schulleiter an Gesamtschulen des Saarlandes, Illingen

Projektleitung

Bernd Rauls
Geschäftsführer der Stiftung Demokratie Saarland, Saarbrücken
Telefon: 0681 90626-12
E-Mail:

Bernhard Strube
Sprecher der Landeselterninitiative für Bildung e.V., Saarbrücken
Telefon: 0163 2819959
E-Mail:
c/o
Stiftung Demokratie Saarland
Bismarckstraße 99
66121 Saarbrücken
Telefon: 0681 90626-10
Telefax: 0681 90626-25

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