Sieben brandenburgische Projekte im Bundeswettbewerb "Förderprogramm Demokratisch Handeln" gekürt
Bildungsminister Rupprecht lobt Engagement von Schülerinnen und Schülern
Mehr zu: Außerschulische Lernorte, Brandenburg, Schulprojekte, WettbewerbeIm Bundeswettbewerb "Förderprogramm Demokratisch Handeln" sind sieben Projekte von Schulen im Land Brandenburg gekürt worden. Insgesamt hatten sich landesweit 25 Schulen mit ihren Projekten am Wettbewerb beteiligt. Bundesweit wurden 57 Projekte ausgezeichnet.
Bildungsminister Holger Rupprecht lobte das Engagement der Schüler. "Die Projekte belegen – entgegen der vielerorts beschworenen Politikmüdigkeit bei Jugendlichen – ein bemerkenswertes Ergebnis: Schulprojekte von hoher Qualität und engagierte Schülerinnen und Schüler zeigen mit ihren Lehrkräften, welche Möglichkeiten für demokratisches Handeln bestehen", so Rupprecht. "Sie belegen damit zugleich, dass Schule ein wichtiger Lernort für Wissen, Haltung und Handeln in einer lebendigen Demokratie ist."
Aus den insgesamt 284 Beiträgen, die aus Schulen aller Bundesländer sowie aller Schulformen und Schulstufen eingereicht wurden, wählte eine 44-köpfige Jury schließlich 57 Projekte aus, in denen herausragende Erfahrungen, Ergebnisse und Lernformen für Engagement, kritische Loyalität und Lernen für die Demokratie sichtbar werden. Je zwei Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrkraft aus den ausgezeichneten Projekten werden vom 6. bis 9. Juni 2007 zur "Lernstatt Demokratie 2007" nach Jena eingeladen.
Die sieben Preisträger aus dem Land Brandenburg:
"Jesse-Owens-Memorial-Staffellauf"
Helena Reinsch, Marie-Curie-Gymnasiums, Dallgow-Döberitz (Havelland) Am 16. September 2006 startete der erste "Jesse-Owens-Memorial-Staffellauf" im ehemaligen Olympischen Dorf von 1936 in Elstal. Die Idee dazu hatte Helena Reinsch, Schülerin des Marie-Curie-Gymnasiums in Dallgow-Döberitz, die es mit Kreativität und Engagement schaffte, diesen Lauf unter Beteiligung von 200 Kindern und Jugendlichen zu organisieren. Sie leistet damit einen Beitrag für Toleranz und Völkerverständigung sowie gegen Rassismus.
Kurzfilm "Abgefahren"
Petra Berger, Johann-Heinrich-Pestalozzi-Förderschule, Cottbus Schülerinnen und Schüler der Pestalozzi-Förderschule drehen einen Kurzfilm (Titel: "Abgefahren"), der von Ideen und Wünschen Jugendlicher handelt. In einer öffentlichen Vorführung können sie ihre eigenen Lebenseinstellungen und die Probleme des Schulalltags durch das Medium Film öffentlichkeitswirksam ausdrücken.
Projekttag "Zivilcourage"
Marie-Luise Meja, Paulus-Praetorius-Gymmasium, Bernau (Barnim) Das mit dem Titel "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" ausgezeichnete Paulus-Praetorius-Gymnasium verpflichtet sich bereits seit einigen Jahren, sich des alltäglichen Problems der Diskriminierung anzunehmen. Der Leitgedanke des diesjährigen Projekttages lautet "Zivilcourage". Ein Organisationsteam aus freiwilligen Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 10, 11 und 12 planen, organisieren und koordinieren den Tag für ihre Mitschüler in Eigenregie.
Austauschprogramm "Building Bridges"
Peter Staffa, Friedrichsgymnasium, Frankfurt (Oder) Das Projekt "Building Bridges" schlägt Bücken zwischen der israelischen, palästinensischen, polnischen und deutschen Kultur. Regelmäßige Austauschprogramme ermöglichen es den beteiligten Jugendlichen, sich intensiv mit dem vielschichtigen Thema "Nahost" auseinander zu setzen und dabei die Geschichte als Chance und Herausforderung zu verstehen.
Kunstprojekt "JugendART"
Claudia Wolfram, Kinder- und Jugendparlament, Rathenow (Havelland) In Vorbereitung auf die Landesgartenschau 2006 in Rathenow entwickelt das Kinder- und Jugendparlament mit Unterstützung der kommunalen Jugendbeauftragten die Idee zum Projekt "JugendArt". Statt illegaler Graffiti sollen die jugendlichen Künstler freie Flächen zum legalen Üben in dieser Kunstrichtung erhalten und schließlich durch offizielle Aufträge einen Beitrag zur Verschönerung der Stadt leisten. Die Jugendlichen übernehmen dabei auch die Verantwortung, gegen Regelverstöße, wie z. B. die Verwendung von verfassungsfeindlichen Symbolen und Parolen, vorzugehen.
Kooperationsprojekt "get – together"
Madleen Knauth, F.F.Runge-Gymnasium, Oranienburg (Oberhavel) Die Schülerinnen und Schüler des Friedlieb-Ferdinand-Runge-Gymnasiums und des Louise-Henriette-Gymnasiums aus Oranienburg initiieren zusammen das Kooperationsprojekt "get – together" beider Schulen. Dabei liegen Planung, Durchführung, Organisation und Auswertung von verschiedenen Veranstaltungen vollständig in ihrer Hand. Wichtige Ziele sind u. a. ein gemeinsames Kursangebot und gemeinsame Projekttage als Grundlage für eine weitere schulpolitische Zusammenarbeit.
Historisches Projekt "Birkenhain – Ein Ort der historischen Erneuerung"
Jörg Dittberner, Christa-und-Peter-Scherpf-Gymnasium, Prenzlau (Uckermark) Schülerinnen und Schüler einer 10. Klasse des Christa-und-Peter-Scherpf-Gymnasiums Prenzlau erforschen im Rahmen des Projekts "Zeitensprünge" die wechselhafte Geschichte einer Baracke im Wald bei Birkenhain. Ursprünglich von KZ-Häftlingen im Winter 1944 für Heinrich Himmler errichtet, wurde sie in den nachfolgenden Jahrzehnten von verschiedenen Einrichtungen genutzt, bis sie 1997 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Durch Archivrecherchen und Gesprächen mit Zeitzeugen entsteht eine umfangreiche Dokumentation. In einer Ausstellung vor Ort werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert.
Weitere Informationen zum Bundeswettbewerb "Förderprogramm Demokratisch Handeln" gibt es im Internet unter www.demokratisch-handeln.de
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