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GEW: "Gute Schule braucht gesunde Lehrkräfte"

Bildungsgewerkschaft zur Tagung der Kultusministerkonferenz

Mehr zu: Deutschland, Förderschule, Lehrerbildung, Prävention, Schulorganisation, Schulstress, Sonderschulen, Schule
Frankfurt am Main / Berlin, 14.06.2007 -

"Gute Schule braucht gesunde Lehrerinnen und Lehrer. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt, dass sich die Kultusministerkonferenz (KMK) mit der Frage Arbeits- und Gesundheitsschutz auseinander setzt. Viel zu lange hat sich die KMK in Fragen Lehrergesundheit als schlechter Arbeitgeber gezeigt und Gefährdungen ignoriert", sagte Marianne Demmer, für Schule verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, mit Blick auf die KMK-Tagung. Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz müsse umfassend verstanden werden, physische und psychische Belastungen müssten in den Blick genommen werden.

"In Deutschland müssen mehr Gelder in die Prävention gesteckt und das Arbeitsschutzgesetz konsequent umgesetzt werden. Wir benötigen beispielsweise für den Schulbereich - wie für alle anderen Arbeitsfelder - eine Gefährdungsanalyse für jeden Arbeitsplatz", betonte Demmer. Die Belastungen und Gesundheitsgefährdungen in Sonderschulen für geistig und/oder körperlich behinderte Kinder seien andere als im Gymnasien oder an Grundschulen. Schulen mit schlechter Lärmdämmung beeinträchtigten die Lehrkräfte in anderer Form als Schulen mit Dioxyn- oder Asbestbelastung, begründete die Schulexpertin ihre Forderung.

Sie wies darauf hin, dass das von der KMK diskutierte Schaarschmidt-Gutachten die Gefahr berge, Fragen der Lehrergesundheit zu individualisieren und zu privatisieren. "Aussagen frei nach dem Motto: Der Lehrerberuf ist höchst anspruchsvoll und anstrengend, wer frühzeitig ausbrennt, hat den falschen Beruf ergriffen, gehen am Problem vorbei", betonte Demmer.

Wenn mehr als ein Drittel der Lehrerschaft frühzeitig ausbrenne, wenn nur 15 Prozent bis zum 65. Lebensjahr durchhielten, muss gefragt werden, welche objektiven Anforderungen und Bedingungen Grund dieser Entwicklung sind. "Für Soldaten, Polizisten und Piloten etwa werden hohe Stressbelastung und Verantwortung akzeptiert: Richtigerweise wird die Altersgrenze für Pension oder Ruhestand gesenkt. In den vergangenen Jahren haben viele Landesregierungen dagegen die Altersermäßigungen für Lehrkräfte gekappt. Es gibt dringenden Handlungsbedarf, sonst fordern Stress, Lärm und mangelnde Hygiene weiter ihren Tribut", sagte Demmer.

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