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documenta 12 Halle

ein Ort für die Produktion des Mediums Ausstellung

Mehr zu: documenta 12, Sonderthemen
Kassel, 08.06.2007 -

Die documenta 12 begreift sich als ein Medium – die Ausstellung wird nicht nur als Repräsentationsfläche, sondern als Produktionsformat gedacht, das sich zeitlich und räumlich über den reinen Ausstellungsraum erstreckt. Um die Produktion dieses erweiterten Ausstellungsraums kollektiv zu organisieren, hat die documenta 12 zwei Modelle entwickelt, die bereits seit Beginn des Jahres 2006 komplementär zueinander arbeiten: das Redaktionsnetzwerk der documenta 12 magazines und den in Kassel verankerten documenta 12 Beirat. Beide unterstützen den Transfer lokalen Wissens zwischen Menschen an verschiedenen Orten der Welt und der Kunst und ihrem Publikum. Dieser Transfer wird mit Beginn der Ausstellung um eine weitere Dimension ergänzt: die Kunstvermittlung der documenta 12, die das Publikum dazu anregen wird, in der Auseinandersetzung mit den künstlerischen Arbeiten seine eigenen intellektuellen und ästhetischen Ressourcen ins Spiel zu bringen.

Diese verschiedenen Produktionsformate werden sich während der Laufzeit der Ausstellung im Sommer 2007 vor Ort verdichten. Der Raum für die Verdichtung ist die documenta-Halle. Hier werden über hundert Tage EditorInnen des Magazin- Netzwerks mit Mitgliedern des Beirats und VermittlerInnen zusammentreffen und miteinander arbeiten. Es gilt, die verschiedenen Ebenen der Auseinandersetzung mit den Leitmotiven der documenta 12, die Magazine, Beirat und Vermittlung jeweils gefunden haben, zusammen zu bringen, kollektiv weiter zu entwickeln und diesen Bildungsprozess gemeinsam mit dem Publikum zu gestalten.

Die documenta-Halle wird daher ein öffentlich zugänglicher Ort der gemeinsamen Bildungsarbeit, der Dokumentation und der Präsentation sein.

Die rund einhundert am Netzwerk beteiligten Magazine werden im oberen Bereich der Halle präsentiert, darunter viele Medien, die außerhalb ihres eigenen Distributionsraums schwer oder gar nicht erhältlich sind. Zudem werden etwa 140 der mitwirkenden EditorInnenen während der hundert Tage in Kassel und in der Halle zu Gast sein.

Der Beirat entwickelt seine Aktivitäten in die Stadt hinein und bespielt dort während des Sommers verschiedene Orte. Mit einem Wegweiser-System werden diese Aktivitäten an die Halle angebunden, damit das Publikum den Weg in die Stadt, zu ihren Themen und BewohnerInnen findet.
Die 50 VermittlerInnen führen zusätzlich zum buchbaren Führungsangebot eigene Sonderprojekte durch, in denen neuen Formen und Inhalte der Kunstvermittlung zusammen mit ausgewählten Gruppen erarbeitet und umgesetzt werden. Diese Praxisformen entfalten sich in der documenta-Halle und werden ebenso als Ressource eingebracht.

Auch das Publikum laden wir ein, an diesem kontinuierlichen Arbeits- und Bildungsprozess teilzunehmen. Daher findet täglich um 13 Uhr eine einstündige Lunch Lecture im Foyer der documenta Halle statt. Hier präsentiert die Trias von Magazin-Netzwerk, Beirat und VermittlerInnen ihre Arbeitsergebnisse und diskutiert mit dem Publikum sowie der erweiterten Öffentlichkeit. Gespräche mit KünstlerInnen der documenta 12 sowie Präsentationen von geladenen Gästen und Initiativen finden hier ebenso statt.
Um den entstehenden inhaltlichen Bezügen Raum zu geben, wird das Programm der Lunch Lectures erst im Laufe der hundert Tage erarbeitet: ein wöchentlicher "Menuplan", veröffentlicht über die Webseite der documenta 12 sowie durch das flexible Leitsystem, wird über die Veranstaltungen der jeweils kommenden Woche informieren.

Der Produktionsraum documenta Halle wird zusätzlich erweitert durch eine der Öffentlichkeit zugängliche Lounge im Foyer, in der neben Arbeit auch Ruhe, Entspannung und Erfrischung ihren Platz haben, sowie ein Cafe im unteren Hallenbereich. Zudem schließt das Pressebüro für JournalistInnen direkt an die Arbeitsräume an.

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