Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.
Mobbing muss aus der Schule verschwinden
Mehr zu: Auslese, Bayern, Gewalt in der Schule, Mobbing, Schulsozialarbeit, SchuleDer Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Klaus Wenzel, hat betont, dass die Zunahme von Lehrer-Mobbing an Bayerns Schulen zwar noch nicht dramatisch ist. "Klar ist aber auch, dass die BLLV-Rechtsabteilung immer wieder mit gravierenden Fällen zu tun hat. Es handelt sich dabei um Einzelfälle, von einer lawinenartigen Entwicklung kann noch nicht gesprochen werden. Jetzt muss alles dafür getan werden, dass Mobbing aus den Schulen verschwindet. Die Frage nach den Ursachen muss in den Mittelpunkt der Diskussion rücken. Die betroffenen Lehrer brauchen Rechtsbeistand und ebenso schnelle wie professionelle Hilfe. Mobbing ist eine Form von Gewalt und darf nicht tatenlos hingenommen werden", stellte Wenzel klar. "Die in der Presse dargestellten Fälle sind roh, zynisch und menschenverachtend."
Dass immer mehr Lehrerinnen und Lehrer krank werden und deshalb vorzeitig aus ihrem Beruf ausscheiden, ist längst bekannt. Auch die Tatsache, dass sich das Klima an den Schulen verändert hat, der Ton rauher geworden und der Druck für alle Beteiligten immens gestiegen ist, ist nicht neu. Die außerschulischen Einflüsse werden immer mehr, die Heranwachsenden sind ihnen oftmals hilflos ausgeliefert.
In einem ersten Schritt muss die Schulpolitik dafür sorgen, dass sich das Klima an den Schulen verändert. Kinder und Jugendliche müssen den Lehrer als Helfer wahrnehmen können und nicht als eine Person, die andauernd nach Fehlern sucht, Bewertungen vergibt und Zuteilungen erteilt - eine Situation, die auch für die Lehrerinnen und Lehrer belastend ist. Sie fühlen sich oft zu einem Verhalten gezwungen, das in ihren Augen unpädagogisch ist. Die Politik sollte nicht auf Auslese setzen, sondern auf Bildung. Dazu gehört es auch, dass Beziehungen unter Schülern nicht durch ständige Aus- und Umsortierprozesse zerstört werden. In rhythmisierten Ganztagsschulen könnten Schülerinnen und Schüler lernen, wie sie ihre Freizeit sinn- und freudvoll gestalten können. Mit entsprechendem ausreichenden wie zum Beispiel Fachpersonal wie Schulsozialarbeitern und Schulpsychologen könnten präventive Maßnahmen begleitet und bestehende Probleme aufbereitet werden. "Der Schulalltag sieht leider anders aus. Wenn Fälle eskalieren, braucht das im Grunde niemanden wirklich wundern."
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