Deutscher Philologenverband (DPhV)
Der Deutsche Philologenverband zum Urteil des Kölner Landgerichts zur Internetplattform spickmich.de
Meidinger: Schmähkritik im Internet ist weiterhin nicht erlaubt!
Mehr zu: Gewalt in der Schule, Ranking, spickmich.de, SchuleIn einer ersten Stellungnahme zum Urteil des Kölner Landgerichts, das die öffentliche "Benotung" einer Gymnasiallehrerin im Internet für zulässig erklärte, verwies Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbandes, darauf, dass das Gericht diese Benotung an konkrete Voraussetzungen geknüpft habe. Zum einen sei eine Veröffentlichung von Lehrernamen nur dann zulässig, wenn diese Daten mit Einverständnis der Betroffenen bereits an anderer Stelle im Internet zugänglich seien, wie z.B. auf einer Schulhomepage. Zum anderen wurde festgehalten, dass die Betreiber von spickmich.de juristisch dafür verantwortlich gemacht werden können, wenn unter der Rubrik ´Zitate´ Schmähkritik bzw. unwahre Behauptungen eingestellt würden.
"Wir werden nunmehr den Kolleginnen und Kollegen, die sich vor dieser undifferenzierten Benotung aufgrund von fragwürdigen Kriterien wie "sexy" und "leichte Prüfungen" im Internet schützen wollen, empfehlen, ihre Zustimmung zur Veröffentlichung von persönlichen Daten auf den Homepages ihrer Schulen nicht mehr zu erteilen oder zurückzuziehen", sagte der DPhV-Vorsitzende.
Seine grundsätzliche inhaltliche Kritik an den Methoden von spickmich.de hielt Meidinger aufrecht. "Sowohl die Art der Kriterien als auch die Methode der öffentlichen Bloßstellung durch bundesweite ´Floplisten´ und die nachgewiesene extreme Manipulationsanfälligkeit des Internetportals beweisen, dass es den Betreibern nicht um eine Verbesserung von Unterrichtsqualität oder eine Hilfestellung für Lehrer, sondern lediglich um öffentliche Aufmerksamkeit und möglichst große Werbeeinnahmen geht", so Meidinger.
Vor wenigen Tagen hatte es ein Kunstlehrer geschafft, sieben Kollegen seiner Schule in die Topliste der zehn besten Lehrer Deutschlands zu voten, bevor dies den Betreibern aufgefallen war.
Der DPhV-Vorsitzende betonte, viele Lehrer seien nicht grundsätzlich gegen differenzierte Rückmeldungen bezüglich ihres Unterrichts durch Schüler. Dazu gebe es an einer Reihe von Schulen bereits bewährte, gemeinsam von Schülern und Lehrern ausgearbeitete Regelungen. Das Internetportal spickmich.de bediene vielleicht Antilehrerressentiments, positive Ansatzpunkte für ein verbessertes Lehrer-Schüler-Verhältnis biete es sicher nicht.
Ansprechpartner
Berufliche Bildung
Warum werden Ausbildungsverträge gelöst?
11.03.2010. (red/pm) Selbst in Zeiten, in denen die Ausbildungsplätze knapp sind und ein großer Teil der Schulabgänger erst nach Umwegen eine Lehre beginnt, bricht im Bundesdurchschnitt fast jeder fünfte seine Ausbildung ab. Das beunruhigt seit Jahren all diejenigen, die für die Steuerung der dualen ...Hochschule
Wie digital wird die Lehre?
11.03.2010. Im überfüllten Hörsaal sitzen und hektisch das Wichtigste mitschreiben – ein Szenario, das schon jetzt nicht mehr für alle Vorlesungen gilt. Schließlich stellen mehr und mehr Hochschulen Veranstaltungsmitschnitte ins Netz und bieten so ihren Studierenden einen komfortablen Service, lässt ...Sonderthemen
Bildungsbotschafter 2010: Sarah Wiener und Peter Maffay
10.03.2010. (red) Sarah Wiener und Peter Maffay erhalten auf der diesjährigen didacta die Auszeichnung "Bildungsbotschafter 2010". Im Interview erklären die beiden Preisträger, warum sie sich für Kinder und deren Bildung engagieren. Sarah Wiener: "Nur wer selbst kochen kann, kann auch Qualität ...- „Die Lehrerverbände gehören nicht in dasselbe Boot, in dem die Kirche Rede und Antwort zu geben hat!“
- arnulf hopf zu Schavan fordert Maßnahmen gegen Missbrauch
- „Einerseits wird die Position der Schule Eltern gegenüber gestärkt, die wählerisch sind in Bezug auf den angebotenen Lehrstoff. Andererseits muss man immer wieder von Schulen hören, lesen oder sehen, die so vergammelt sind, dass man sich schon fragen muss, wie ernst das Wohl der Schüler wirklich genommen wird.“
- Hans Peter Salzer zu Urteil: Schüler musste nicht vom Kinobesuch freigestellt werden







didacta - die Bildungsmesse






