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Höchste Zeit, dass die Politik reagiert

BLLV-Präsident Klaus Wenzel begrüßt Schaffung 600 neuer Lehrerstellen und fordert einen Zehnjahresplan für den zu erwartenden Lehrerbedarf

Mehr zu: Bayern, Förderschule, Hauptschule, Kombiklassen, Lehrermangel, Schülerzahlen, Sprachförderung, Unterrichtsversorgung, Schule
München, 24.07.2007 -

Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Klaus Wenzel, hat den heutigen Kabinettschluss zur Schaffung 600 neuer Lehrerstellen grundsätzlich begrüßt. Er bedauerte jedoch, dass diese Stellen nur zum Teil besetzt werden können, da in Bayern zu wenig Lehrer für Realschulen und Gymnasien ausgebildet wurden. "Der BLLV fordert daher die Staatsregierung auf, einen Zehnjahresplan zu erstellen und den Bedarf an Lehrern transparent zu machen." Scharf kritisierte Wenzel, dass Grund-, Haupt- und Förderschulen leer ausgehen.

Die 600 neuen Stellen sind nach Meinung des BLLV-Präsidenten "ein erster wichtiger Schritt", um den Unterrichtsausfall an Realschulen und Gymnasien zu reduzieren und die Klassen kleiner zu machen. Dass diese Stellen nicht von bayerischen Lehrern besetzt werden können, ist ein Indiz für mangelhafte Personalplanung. Wenzel forderte die Erstellung eines Zehnjahresplanes, um den drohenden Lehrermangel im nächsten Jahrzehnt zu verhindern.

Als "unverantwortlich und kurzsichtig" bezeichnete es Wenzel, für Grund-, Haupt- und Förderschulen Stellenmehrungen nicht einmal in Aussicht zu stellen. "Das ist eine schallende Ohrfeige und zeigt, welchen Stellenwert diese Schulen jenseits politischer Rhetorik tatsächlich haben." Der geltende Doppelhaushalt 2007/08 sieht für Grund- und Hauptschulen sogar Kürzungen von knapp 1700 Stellen vor. Begründet wurde dies mit rückläufigen Schülerzahlen. "Unberücksichtigt blieb bei der fragwürdigen Berechnung des Lehrerbedarfs jedoch, dass Unterricht und Erziehung gerade in den Haupt- und Förderschulen auf Grund der sozialen und ethnischen Zusammensetzung der Schülerschaft extrem zeitaufwändig sind. Die fiktiv frei werdenden Lehrerplanstellen wurden nur zu einem kleinen Teil erhalten, neue Stellen sind nicht in Sicht."

Auch Bayerns Grundschulen trifft die Tatsache hart, bei der Stellenmehrung leer auszugehen. Nach wie vor fehlt es an bedarfsgerechten Möglichkeiten der Sprachförderung. Die personelle Ausstattung vieler Klassen, insbesondere aber der Kombiklassen und der Ganztagsklassen, ist unzureichend. Die individuelle und gezielte Förderung an Grundschulen ist immer noch mehr Wunsch als Wirklichkeit. "Dabei müsste doch jedem klar sein, wie wichtig es angesichts der ohnehin viel zu kurzen Grundschulzeit ist, das enorme Potential von Kindern frühzeitig und gezielt zu fördern".

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