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BEV begrüßt Schavans Blick über den bildungspolitischen Tellerrand

Familien sind beim Wechsel von Bundesland zu Bundesland die Leidtragenden des Bildungsföderalismus

Mehr zu: Bayern, Deutschland, Föderalismus, Hauptschule, Schavan, Schule
Lauf / München, 30.07.2007 -

Bundesbildungsministerin Annette Schavan regt an, bundesweit einheitliche Schulbücher einzuführen. Der Bayerische Elternverband begrüßt die Idee, auf diese Weise den Bildungsföderalismus aufzuweichen, als Schritt in die richtige Richtung. "Wenn eine Familie umzieht, sollten die Kinder das nicht mit einem verlorenen Schuljahr bezahlen müssen", sagte Isabell Zacharias, die Landesvorsitzende des Bayerischen Elternverbands. "Wir freuen uns, dass Frau Schavan, die das als Kultusministerin von Baden-Württemberg noch ganz anders sah, nun ebenfalls zu dieser Erkenntnis gelangt ist."

Der BEV erfahre immer wieder von großen Problemen beim Schulwechsel zwischen den Bundesländern. Das größte Problem seien dabei die unterschiedlichen Lehrpläne für die Fremdsprachen. Besonders hohe Hürden baue Bayern auf: Ohne mehrere Jahre Latein sei der Einstieg in die höheren Klassen eines sprachlichen Gymnasiums praktisch nicht möglich, eine Voraussetzung, die Schüler aus anderen Bundesländern oft nicht mitbrächten. "Noch ist es einfacher, von Niedersachsen nach Frankreich zu wechseln als nach München", sagte Zacharias. "Und Schüler aus dem Saarland, die fließend Französisch sprechen, weil sie die Sprache seit dem Kindergarten lernen, müssen bei uns in die Hauptschule gehen, weil sie für den Realschulabschluss nicht lange genug Englisch gelernt haben."

Der Bundeselternrat, in dem auch der BEV vertreten ist, setzt sich seit der Föderalismusreform für vergleichbare Schulsysteme der Bundesländer ein. Die Föderalismusreform, die im September 2006 nach heftigen Diskussionen beschlossen wurde, war vor allem in Bezug auf die Bildungspolitik sehr umstritten. Einer der beiden Verhandlungsführer, Ministerpräsident Edmund Stoiber, sah bei einem ausführlichen Gespräch mit der damaligen BEV-Landesvorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden des Bundeselternrats keinerlei Probleme für Umzüge innerhalb Deutschlands und für den Wechsel zwischen den Schulsystemen der Bundesländer. "Wie gut, dass nun eine CDU-Ministerin die Probleme der Betroffenen ernster nimmt", sagte Zacharias.

Informationen über den Bundeselternrat unter www.bundeselternrat.de
Informationen über die Elternvertretung in Bayern unter www.bayerischer-elternverband.de

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