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Schavan: "Führungsrolle in den Geisteswissenschaften stärken"

Ministerium fördert drei internationale Kollegs für sechs Jahre

Mehr zu: Auszeichnungen, Deutschland, Geisteswissenschaften, Jahr der Geisteswissenschaften, Schavan, Hochschule
Berlin, 12.09.2007 -

Wie entstehen und entwickeln sich religiöse Traditionen? Gibt es eine Verflechtung unterschiedlicher Kulturen in der internationalen Theaterlandschaft? Und welche Funktion haben Medien in unserer heutigen Zeit? Diese Fragen stehen im Zentrum der drei neuen Internationalen Kollegs für geisteswissenschaftliche Forschung. Am Dienstag hat ein internationales Gutachtergremium die ersten Kollegs ausgewählt, die ab 2008 für sechs Jahre gefördert werden.

Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, gratulierte den drei erfolgreichen Teams: "Mit den Forschungskollegs haben wir ein geeignetes Instrument für die geisteswissenschaftliche Spitzenforschung in Deutschland geschaffen, mit dem sie ihre internationale Führungsrolle ausbauen kann. Wir wollen vor allem die internationalen Netzwerke der Geisteswissenschaften erweitern, um den Forschungsstandort Deutschland zu stärken. Durch die systematische Konfrontation mit anderen Wissenskulturen erwarten wir herausragende neue Methoden und Ergebnisse." Das Bundesforschungsministerium stellt für die drei Kollegs bis zu 28 Millionen Euro zur Verfügung. Bei erfolgreicher Evaluation kann die Förderung um weitere sechs Jahre verlängert werden.

Mit dem neuen Programm im Rahmen der Förderinitiative "Freiraum für die Geisteswissenschaften" erhalten herausragende Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler das höchste Gut - Zeit zum Forschen. Sechs Jahre lang können sie gemeinsam mit Fellows aus dem In- und Ausland einer selbst gewählten wissenschaftlichen Fragestellung nachgehen. Insbesondere Vertreter so genannter kleiner Fächer waren aufgerufen, sich an dieser Ausschreibung, die mit Beginn des Jahres der Geisteswissenschaften am 25. Januar 2007 veröffentlicht wurde, zu beteiligen.

Die drei ausgewählten Internationalen Kollegs im Einzelnen:

Prof. Dr. Lorenz Engell / Prof. Dr. Bernhard Siegert

Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Medien
Internationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie Weimar
Dieses Kolleg wird eine Plattform für eine überfachlich breit angelegte Diskussion über die Funktion von Medien, und es wird eine neue Sichtweise auf kulturelle Praktiken und philosophische Probleme der Medialisierung ermöglichen.

Prof. Dr. Volkhard Krech

Ruhr-Universität Bochum, Religionswissenschaft
Dynamiken der Religionsgeschichte zwischen Asien und Europa
In diesem Kolleg werden anhand exemplarischer Studien die Entstehung der großen religiösen und ethischen Traditionen durch diachronen und synchronen Kulturkontakt analysiert und darüber hinaus Religionskontakte innerhalb der Institutionalisierung und Ausbreitung sowie Aspekte der interreligiösen Begegnung in der Moderne erforscht.

Prof. Dr. Erika Fischer-Lichte / Prof. Dr. Gabriele Brandstetter

Freie Universität Berlin, Theaterwissenschaften
Verflechtungen von Theaterkulturen
Dieses Kolleg geht von der Hypothese aus, dass Verflechtungen von Theaterkulturen, die durch die internationale Zusammensetzung von Ensembles, in der Zusammenarbeit von Künstlern unterschiedlicher Kulturen und nicht zuletzt an weltweit verbreiteten internationalen Theaterfestivals in Erscheinung treten, nicht zu einer Homogenisierung der Theaterkulturen der Welt führen, sondern im Gegenteil eine neue Diversifizierung hervorbringen.

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