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Pressemeldung von: Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

VBE: Die Schule kann nicht alle Missstände aufarbeiten

Im "Kinderland" auf dem Weg in eine "mutterlose Gesellschaft"?

Stuttgart, 23.09.2007

"Wenn jetzt wieder einmal diskutiert wird, dass die von manchen als zu viel empfundenen Schulferien berufstätige Eltern und Alleinerziehende wegen der unsicheren Betreuung ihrer Kinder in Bedrängnis bringen, darf man dabei nicht ganz aus den Augen verlieren, dass nicht nur nach dem Grund­gesetz und der Landesverfassung die Erziehung der Kinder - und damit auch deren Betreuung - zunächst einmal das Recht und die Pflicht der El­tern ist", unterstreicht der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Kindertagesstätten und (Ganztages-)Schulen könnten und sollten lediglich subsidiär, also unterstützend folgen.

Alternativ zu Ganztagesangeboten wäre es nach Auffassung des VBE durchaus sinnvoll, über eine finanzielle Verbesserung der Einkommenssituation junger Familien mit Kindern nachzudenken. Es sollte aus finanziellen Gründen nicht nötig sein, dass beide Elternteile berufstätig sein müssen. Auch die Notlage Al­leinerziehender könnte anders als durch noch mehr institutionalisierte Betreuung oder gar durch eine Verkürzung der Schulferien gelöst werden, behauptet der VBE-Sprecher. Ziel dürfe nicht sein, dass das "Kinderland Baden-Württemberg" so eingerichtet werde, dass man sich nach Alexander Mitscherlichs "vaterlosen Gesellschaft" nun auf den Weg in eine verstärkt mutterlose mache.

Die Geringschätzung dessen, was Mütter tagtäglich leisten - bei berufstätigen besonders komprimiert nach dem betrieblichen Feierabend -, sowie die in der Regel ungünstigen finanziellen Rahmenbedingungen von Familien und Alleiner­ziehenden sind mit Ursache dafür, dass die Zahl der Geburten Anlass zur Sorge geben muss. Die heutigen Wohlstandsnormen lassen es gar nicht mehr zu, das junge Paare Kinder haben, was für diese de facto Verzicht und Entbehrung auf viele Jahre, für etliche sogar ein Leben an der Armutsgrenze bedeutet. Weil außerdem immer mehr Kinder von zu Hause nicht mehr die Erziehung erfahren, die sie eigentlich benötigen, wird der Schule heute eine Sisyphusarbeit aufge­bürdet, an der sie letztlich scheitern muss. Die Schule soll mit bildungsfernen, problematischen Schülern genauso fertig werden wie mit dem grenzenlosen An­spruchsdenken an das, was die Lehrer für die Gesellschaft alles ausbügeln "dür­fen". Das macht auf Dauer auch die beste Schule kaputt.


Zur Veröffentlichung freigegeben - Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg / bildungsklick.de


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